Die deutsche 7er-Rugbynationalmannschaft der Männer steht beim ersten Turnier der Rugby Europe Sevens Grand Prix Series in Moskau (RUS) im Viertelfinale. Allerdings brauchte es dafür auch etwas Glück, denn nach nur einem Sieg bei zwei Niederlagen in der Gruppenphase ging es nur als einer der beiden besten Gruppendritten weiter unter die Top-Acht. Dort geht es am Pfingstsonntag schon um 10 Uhr weiter mit dem Viertelfinale gegen Gastgeber Russland.

„Wir sind ziemlich enttäuscht vom ersten Turniertag“, gab Co-Trainer Clemens von Grumbkow zu. „Letztlich können wir uns glücklich schätzen, es mit nur einem guten Spiel ins Viertelfinale geschafft zu haben. Aber so ist es im 7er-Rugby. Jetzt müssen wir morgen versuchen, es wieder besser zu machen.“

Deutschland – Portugal             0:21 (0:7)
Der Start ins Turnier ging für das DRV-Team gründlich daneben. In einer auf beiden Seiten zerfahrenen ersten Halbzeit stand zumindest die Defensive gut. Erst als Anjo Buckman in der Nachspielzeit eine Gelbe Karte sah, nutzte Portugal die Überzahl zu einem späten ersten Versuch durch Jorge Abecasis und ging mit 7:0 in die Pause.

Mit der ersten Aktion erhöhte der durchgebrochene Fabia Conceicao mit dem zweiten portugiesischen Versuch die Führung – Abecasis erhöhte auch diesen zum 0:14 aus deutscher Sicht. Das „Wolfpack“ fand weiter nicht in dieses Spiel, leistete sich zu viele kleine Fehler, die Portugal gut ausnutzte, und konnte seinen Ballbesitz nicht nutzen, um wirklich gefährlich in die Nähe von Punkten zu kommen. Stattdessen war es erneut Conceicao, der auf der rechten Seite einen langen Sprint anzog, dem Giovanni Engelbrecht nicht folgen konnte. Versuch unter den Stangen, sicher erhöht von Jorge Abecasis zum Endstand von 21:0 für die Iberer.

Deutschland – Polen                  48:0 (26:0)
Deutlich konzentrierter und geradliniger ging man in das zweite Gruppenspiel gegen Außenseiter Polen. Früh wurden die Kräfteverhältnisse deutlich. Deutschland bestimmte das Geschehen und ging durch einen Crosskick, der von Marvin Dieckmann zum ersten Versuch erlaufen wurde, und die Erhöhung von Fabian Heimpel in Führung. Nach einem Straftritt sah Heimpel wenig später selbst eine Lücke und legte ab – erhöht diesmal von Bastian Himmer. Auch die nächsten Punkte gingen auf Himmers Konto, der nicht angegriffen wurde und nahezu unbehelligt einlaufen konnte. Nach einer Gelben Karte für Polen wurde noch vor der Pause erneut Dieckmann auf der rechten Seite freigespielt, der den klaren 26:0-Pausenstand herstellte.

Von der ersten Sekunde nach Wiederanpfiff an machte die DRV-Auswahl Druck auf die Polen. Die konnten sich nicht befreien, Bastian Himmer fing einen Pass ab und bediente Carlos Soteras Merz, der fünften Versuch verbuchte. Polen kam lange kaum mal aus der eigenen 22-Meter-Zone heraus und konnte nicht verhindern, dass Giovanni Engelbrecht auf rechts abging und den nächsten Versuch legte. Nach einer weiteren Gelben Karte für Polen schraubten Niklas Koch mit einem erhöhten Versuch und Niklas Hohl mit der letzten Aktion das Ergebnis noch auf ein auch in der Klarheit verdientes 48:0 hoch.

Irland – Deutschland                  33:0 (21:0)
Gegen Vize-Europameister Irland gab es für die DRV II im abschließenden Gruppenspiel nichts zu holen. Während Deutschland sich die eine oder andere Ungenauigkeit leistete und so die Iren in die Position brachte, Druck ausüben zu können, spielten die Grün-Hemden sehr dominant und machten kaum Fehler. Terry Kennedy mit zwei Versuchen und Robert Baloucoune nutzten die Chancen der Iren im ersten Durchgang konsequent zu Versuchen – Billy Dardis erhöhte drei Mal zur 21:0-Pausenführung.

Deutschland fand auch danach keinen Schlüssel, um die Iren zu stoppen und selbst gefährlich zu werden. Stattdessen schüttelte Harry McNulty auf der rechten Seite Anjo Buckman ab und letzte einen vierten Versuch nach – wieder erhöht von Dardis. Und den Schlusspunkt zum insgesamt verdienten irischen Sieg setzte Hugo Keenan.

Stanislas Sevens:
7er-Frauen souverän weiter / Development-Team spielt um Trophy

Zeitgleich fanden im französischen Nancy die Stanislas Sevens statt, wo der DRV mit einem Development-Team der Männer und dem Nationalteam der Frauen angetreten war.

Die junge Auswahl der Deutschen Rugby-Frauen – nicht weniger als neun Spielerinnen im Kader von Nationaltrainer Melvine Smith sind noch keine 20 Jahre alt – verkaufte sich gut, feierte zu Beginn zwei Siege gegen Israel (15:7) und gegen das französische Team Montauban Rugby 7s (22:5). Erst im abschließenden Gruppenspiel musste man sich dem schwedischen Nationalteam mit 5:17 erstmals geschlagen geben. Als Gruppenzweiter zogen die DRV-Frauen dennoch ins Viertelfinale ein, wo es am Pfingstsonntag um 9.20 Uhr gleich wieder gegen die Schwedinnen geht.

„Die Ergebnisse passen, auch wenn wir nicht so gespielt haben, wie wir uns das wünschen“, so Nationaltrainer Melvine Smith. „Aber bei diesem jungen Team ist das auch ganz normal. Für uns sind die Resultate hier nicht vordergründig wichtig, es geht in erster Linie um die Entwicklung, und die ist positiv. Zwei Siege, eine Niederlage – gar kein schlechter Tag. Jetzt hoffen wir, dass wir es gegen Schweden morgen umdrehen können.“

Nicht ganz nach Wunsch – was die Ergebnisse anging – verlief der erste Turniertag des Development-Teams der deutschen 7er-Männer. Im ersten Spiel gegen eine Auswahl aus dem französischen Departement Ain fand man nicht ins System, gab viele Bälle zu leicht weg und unterlag am Ende mit 5:15. Besser machte man es dann im zweiten Vorrundenspiel gegen die U23 aus der Bourgogne, wo man sich souverän mit 36:7 durchsetzen und so als Gruppenzweiter das Ticket für das Achtelfinale lösen konnte.

Dort bekam man es mit dem Team „Les Bleus Sevens“ zu tun. Das deutsche Team fand seinen Rhythmus gut, hatte jedoch ein erfahrenes Team vor sich, das jeden Fehler im deutschen Spiel eiskalt auszunutzen und in Punkte umzumünzen wusste. So unterlag man am Ende 17:31 und spielt damit um 9.40 Uhr weiter in der Platzierungsrunde um die Trophy – also Platz neun.

„Wir als Trainer sind durchaus zufrieden“, zogen Max Pietrek und Rafael Pyrasch, die das Team in Nancy betreuen, Bilanz. „Wir sind ziemlich begeistert davon, wie das Team es schafft, in kurzer Zeit und von Spiel zu Spiel das Umsetzen des Spielkonzeptes zu verbessern. Wir haben einige Spieler auf neuen Positionen eingesetzt, was gut geklappt hat. Dazu haben uns vor allem die jungen Spieler positiv überrascht. Ich denke, wir können grundsätzlich mit erhobenem Haupt in den zweiten Turniertag gehen. Es gibt ja noch die Trophy zu gewinnen.“