Das deutsche 7er-Rugbynationalteam der Männer hat die ersten Hürden beim World Series Qualifier im Rahmen der Hong Kong Sevens erfolgreich genommen – wenn auch mit mehr Mühe als erwartet. Das Wolfpack verbuchte am ersten Turniertag in der Gruppenphase Siege gegen Uganda (19:12) und die Cook Islands (10:7) und steht damit bereits vor dem abschließenden Vorrundenspiel gegen Mitfavorit Chile im Viertelfinale. In der Partie um den Gruppensieg gegen den Südamerika-Champion, die am Samstag um 3.22 Uhr (MESZ) startet, wird das Wolfpack sicher mehr zeigen müssen. (Foto: Jan Perlich)

„Wir haben noch nicht so richtig ins Turnier und zu unserem Spiel gefunden“, gab Co-Trainer Clemens von Grumbkow nach dem ersten Turniertag zu. „Wir werden das entsprechend analysieren und mit den Spielern besprechen. Aber das ist ja das Gute am 7er-Rugby, dass ein Turnier über zwei, drei Tage geht, und dass man schlechte Leistungen hinter sich lassen kann, um am nächsten Tag besser zu performen. Daher sind wir auch weiter zuversichtlich und positiv gestimmt vor dem letzten Gruppenspiel gegen Chile.“

DEUTSCHLAND – UGANDA 19:12 (7:12)
Das Wolfpack feierte einen durchaus mühsamen aber insgesamt auch verdienten Auftaktsieg gegen den letztjährigen Viertelfinalisten aus Uganda. Dabei ließ es sich hervorragend an für die DRV VII, die ihr Spiel geduldig aufzog und nach einem Überkick von Bastian Himmer auf Jonathon Dawe zum ersten Versuch kam, den Fabian Heimpel stark erhöhte (2.). Doch auch Uganda zeigte eine durchaus reife Spielanlage, griff gut strukturiert an und hatte Pech, dass Timothy Kisiga in der 6. Minute gerade noch von Tim Biniak ins Aus gebracht wurde. Doch in der nächsten Szene legte Kisiga doch den Versuch (6.). Deutschland wollte in der lange laufenden Nachspielzeit der ersten Hälfte den Vorsprung noch mal ausbauen, war auch lange in Ballbesitz, ging aber immer wieder unnötig in den Kontakt. Und so ging nach einem Ballverlust stattdessen doch Kisiga ein zweites Mal durch – plötzlich lag das Wolfpack zur Halbzeit mit 7:12 zurück.

Nach der Pause hatte Deutschland bei warmen Temperaturen und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit den „Rost“ aus den Trikots geschüttelt. Nach einer frühen Balleroberung wartete Deutschland neuerlich geduldig auf seine Chance, und nach einem Zuspiel von Sebastian Fromm war Tim Lichtenberg gut freigespielt und legte den zweiten Versuch, den Heimpel wieder aus schwieriger Position auf 14:12 erhöhte (9.). Gegen merklich müder werdende aber punktuell weiter gefährliche Ugander bestimmte Deutschland jetzt das Geschehen. Mit Geduld und viel Ballkontrolle suchte das Wolfpack die Lücke. Nach Zuspiel von Claude Brechenmacher ließ Sebastian Fromm noch einen Gegner mit einem Step aussteigen und setzte mit seinem Versuch den Schlusspunkt (14.).

Punkte:
7:0 (2.) Versuch Jonathon Dawe & Erhöhung Fabian Heimpel
7:5 (6.) Versuch Timothy Kisaga
7:12 (7.+) Versuch Timothy Kisaga & Erhöhung
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14:12 (9.) Versuch Tim Lichtenberg & Erhöhung Fabian Heimpel
19:12 (14.) Versuch Sebastian Fromm

DEUTSCHLAND – COOK ISLANDS 10:7 (5:0)
Gegen den eher unbekannten Außenseiter Cook Islands tat sich das deutsche Team von Beginn an überraschend schwer. Zwar bestimmte man im ersten Durchgang das Geschehen beinahe nach Belieben, ließ aber früh die ersten guten Chancen auf Punkte ungenutzt. Pech in der Anfangsminute, als Sebastian Fromm auf dem Weg zum Versuch in der rechten Ecke gerade noch ins Aus befördert wurde. Und so brauchte es einer Willensleistung von Jonathon Dawe, um in Führung zu gehen. Jarrod Saul trug den Ball tief in die gegnerische Hälfte, passte dann auf Dawe, der erst einen Step nach innern vollführte und sich dann mit Wucht ins Malfeld durchtankte (5.). Mit einem knappen 5:0 ging es in die Pause.

Auch danach fand das Wolfpack seinen Rhythmus nicht wirklich und tat sich weiter schwer – zumal nach einer harten Entscheidung Jarrod Saul mit Gelb vom Platz musste (9.). In Überzahl eroberten die Cook Islands bei fehlender Unterstützung im Ruck auf deutscher Seite den Ball und fanden die Lücke zum erhöhten Versuch und damit zur Führung (10.). Aber die Jungs von Bundestrainer Zangqa wollten den Sieg, und bekamen wieder durch die Bankspieler den frischen Wind, den es brauchte. In der Schlussphase wurde Claude Brechenmacher rechts gut freigespielt, und der Spielmacher legte für die knappe 10:7-Führung ab (12.). Danach musste Deutschland den knappen Vorsprung verteidigen, und ein Kick ins Aus beendete die schwierige Partie.

Punkte:
5:0 (5.) Versuch Jonathon Dawe
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5:7 (10.) Versuch & Erhöhung COK
10:7 (12.) Versuch Claude Brechenmacher