Das deutsche 7er-Rugbyteam hat beim ersten Turnier der neuen World Rugby Challenger Series, an deren Ende der Aufstieg in die Sevens World Series stehen soll, im chilenischen Vina del Mar als ungeschlagener Gruppensieger das Viertelfinale erreicht. Dort wartet nun am Sonntag um 18.38 Uhr deutscher Zeit die Auswahl aus Papua-Neuguinea.

Deutschland legte unter dem neuen Bundestrainer Damian McGrath nicht unerwartet einen Start nach Maß gegen Außenseiter Paraguay hin. Die Südamerikaner waren dem deutschen Team in allen Belangen nicht gewachsen und kamen kaum einmal aus ihrer eigenen Hälfte oder überhaupt in Ballbesitz. Zu dominant war der Europameister, der nach Versuchen von Kapitän Carlos Soteras Merz, Fabian Heimpel, Sebastian Fromm und Bastian Himmer schon zur Halbzeit mit 26:0 führte. Und auch nach der Pause blieb es ausgesprochen einseitig. Erneut Soteras Merz, die eingewechselten Phil Szczesny und Jaco Otto sowie auch Heimpel mit seinem zweiten Versuch schraubten das Ergebnis mit ihren Versuchen noch auf ein 48:0 hinauf.

Italien als zweiter Gruppengegner hatte da schon ein anderes Format. Dennoch bestimmte das Wolfpack die Partie, auch wenn die Azzurri den ersten Versuch von Fabian Heimpel noch ausgleichen konnten. Noch vor der Pause wurde erst John Dawe sehenswert für den Versuch freigespielt, und dann fand auch noch ein Crosskick von Heimpel Teamkollege Tim Lichtenberg zum 17:5-Pausenstand.

Der durch Heimpel erhöhte Versuch von Carlos Soteras Merz zum 24:5 sollte eigentlich Sicherheit bringen. Doch stattdessen kam Italien noch mal mit zwei Versuchen auf 17:24 heran. Und es ergab sich noch eine Chance für die Südeuropäer, als Heimpel den Ball zum vermeintlichen Spielende ins Aus kickte, doch erst danach die Schlusssirene ertönte. So kam Italien noch mal in die Offensive, produzierte jedoch einen Vorball und beraubte sich so der Chance auf einen möglichen Ausgleich.

Das bis dahin ebenfalls ungeschlagene Team aus Uganda schien der schwierigste Gegner in der Gruppe, und das bewahrheitete sich im ersten Durchgang, als die athletischen Afrikaner viel Druck ausübten und mit etwas Glück in Führung gingen. Aus dem deutschen Gedränge wurde der Ball ins eigene Malfeld gepasst, allerdings prallte der unglücklich am Pfosten ab und Ugandas Ofoyrwoth warf sich für den Versuch auf den Ball. Die DRV VII war bis dahin noch gar nicht im Spiel und hatte Glück, dass Uganda auf dem Weg zum zweiten Versuch gerade noch gestoppt werden konnte. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit arbeitete sich das Wolfpack nach vorn und konnte nach einem Durchbruch von Dawe durch Buckman zum ersten Versuch kommen. 5:7 zur Halbzeit.

Die zweite Hälfte startete deutlich besser. Lichtenberg nahm einen freien Ball auf und legte zur erstmaligen Führung ab, und kurz darauf fand John Dawe nach einer Körpertäuschung die Lücke zum erhöhten Versuch und die 19:7-Führung. Uganda verkürzte zwei Minuten vor Schluss noch mal, und auch die Afrikaner hatten in der Nachspielzeit den Ausgleich noch vor Augen, bis Fabian Heimpel den enteilten Gegner gerade noch einholen konnte.

„Das erste Spiel war sehr ordentlich, gegen Italien und Uganda haben wir uns jeweils phasenweise schwer getan, sodass es jeweils enger wurde als nötig“, beschrieb Co-Trainer Clemens von Grumbkow Tag ein kurz und knapp. „Wir hatten zwei harte Spiele, das wird uns für morgen vielleicht helfen. Wir sind auf jeden Fall auf den Kampf vorbereitet.“

(Foto: Matias Matus Acebo)