Nach dem Aufstieg in die Division 1A des European Nations Cups (ENC), der höchsten europäischen Spielklasse, steht für die deutsche Rugby-Nationalmannschaft nun die K.o.-Phase in der WM-Qualifikation für das Turnier 2015 in England an. Dabei trifft die DRV XV am Samstag (10. Mai, 15 Uhr) in Amsterdam auf die Niederlande. Die Chancen für ein Weiterkommen seiner Mannschaft schätzt DRV-Nationaltrainer Kobus Potgieter dabei mit 50:50 ein.

Die Niederlande sind frisch gebackener Aufsteiger in die Division 1B des ENC und in der Weltrangliste auf Platz 28 zwei Positionen hinter Deutschland gelistet. Doch als Favoriten sieht Kobus Potgieter seine Mannschaft in dieser Begegnung nicht. „Das ist ein K.o.-Spiel und wir treten auswärts an. Um diese Partie für uns zu entscheiden, müssen wir den Ball stärker behaupten, bessere Einlaufchancen herausspielen und diese konsequenter als gegen Schweden nutzen. Zudem muss die Mannschaft aufmerksamer in der Verteidigung sein“, sagt Potgieter. Der Nationaltrainer warnt vor der schnellen Spielweise der Hausherren, die den Ball oft passen und so die deutsche Defensive vor einige Herausforderungen stellen werden. In der deutschen Rugby-Nationalmannschaft ist die Stimmung vor dem Spiel dennoch prächtig.

“Die Jungs freuen sich, dass sie um ein Ticket für die Weltmeisterschaft spielen. Die Stimmung war bereits die gesamte Saison über gut. Doch nun haben die Spieler es selbst in der Hand, ihren Traum wahr werden zu lassen. Das setzt nochmal positive Energie frei“, erzählt Kobus Potgieter. Verzichten muss Potgieter in diesem Spiel aber auf England-Profi Justin Melck, der von seinem Londoner Verein Saracens F.C. keine Freigabe erhalten hat. Bei einem Sieg gegen die Niederlande und einem weiteren K.o.-Spiel gegen Russland am 24. Mai hat Melck aber bereits signalisiert, wieder zur Verfügung stehen zu wollen.

Dafür feiert Umberto Pilla gegen die Niederlande sein Debüt in der DRV VX. Der 21-jährige Italiener mit deutschen Großeltern spielt in der ersten italienischen Liga für Rugby San Dona. Er überzeugte den DRV-Trainerstab während eines Lehrganges im Februar und darf daher auf seinen ersten Einsatz im Trikot mit dem Adler hoffen. „Umberto attackiert als Flanker den Gegner und hat dabei einen guten Zug zum Ball. Dadurch gibt er uns eine weitere Option in der Dritten Reihe“, erklärt Nationaltrainer Potgieter die Stärken von Pilla. Mit Clemens von Grumbkow vom Klub I Cavalieri Rugby steht ein weiterer Italien-Profi im DRV-Kader. Von Grumbkow feiert dabei sein Comeback in der deutschen Rugby-Nationalmannschaft. „Clemens ist ein Spieler, der eine hohe Qualität und viel Erfahrung besitzt. Er steht uns leider nicht immer zur Verfügung, daher bin ich umso glücklicher, dass er nun die Rolle des verletzten Pieter Jordaan übernehmen kann“, betont Potgieter.

Für die DRV XV gilt es nun, die Chance zu nutzen und sich den Traum von der WM-Teilnahme zu erfüllen. Nervenstark genug sollte das Team sein, um gegen die Niederlande zu bestehen. Denn neu ist die Situation für die Mannschaft nicht. „Unsere beiden letzten Spiele gegen Tschechien und Schweden in der Division 1B waren eigentlich K.o.-Spiele, in denen wir zwei Siege mit Bonuspunkt einfahren mussten. Hätten wir nur eine Partie verloren, wären wir nicht aufgestiegen. Der Vorteil gegen die Niederlande ist, dass wir lediglich einen Sieg benötigen – ohne dass wir vier Versuche für einen Bonuspunkt legen müssen“, sagt DRV-Nationaltrainer Kobus Potgieter. Und die DRV XV ist gewillt, die Reise in der WM-Qualifikation nicht in den Niederlanden enden zu lassen.