Die deutsche 7er-Nationalmannschaft der Frauen hat es nicht geschafft. Mit lediglich zwei Siegen aus zehn Spielen in zwei Turnieren belegen die DRV-Mädels im Gesamtklassement der Womens Grand Prix Series (WGPS) 2015 den zwölften und damit letzten Platz. Folge: Abstieg in die EM-Serie der Division A. Gleichzeitig kann die Mannschaft von Nationaltrainer Michael Hooke ihre vagen Hoffnungen auf eine Qualifikation für die olympischen Spiele in Rio 2016 begraben. Stattdessen stehen die Zeichen bei der DRV VII der Frauen auf Neuanfang.

Schon nach der Vorrunde beim WGPS-Turnier im französischen Malemort war der Abstieg der Mannschaft besiegelt. Der 15:10-Sieg gegen Schottland im abschließenden Gruppenspiel war zu wenig, um in das Viertelfinale einzuziehen und dort mindestens den rettenden achten Platz zu erreichen. Zuvor setzte es zwei 7:47-Pleiten gegen England und Irland. Zwar gelang noch ein 19:7-Sieg gegen Italien, doch gegen Portugal setzte im Spiel um Platz neun mit dem 14:24 eine weitere Niederlage. Der zehnte Platz in Malemort war in der Endabrechnung zu wenig, um die Klasse in der europäischen Eliteliga zu halten. Der Mannschaft droht nun ein deutlicher Schnitt.

„Wir sind alle sehr enttäuscht“, sagt Michael Schnellbach, der als Vizepräsident beim DRV für das 7er-Rugby zuständig ist. „Nun stellen wir alles auf den Prüfstand. Wir werden wieder von vorne anfangen und ein neues Konzept ausarbeiten“, kündigt  Schnellbach tiefgreifende Konsequenzen aus der EM-Pleite an. Dabei planen die DRV-Verantwortlichen längerfristig. Denn der Blick ist auf die olympischen Spiele 2024 und auf die Hoffnung, dass Hamburg den Zuschlag erhält, gerichtet. „Die Spielerinnen müssen den Abstieg als neue Chance begreifen und sich wieder in die Womens Grand Prix Series hocharbeiten.“  Michael Schnellbach ist sich dabei bewusst, dass der Wiederaufstieg kein Selbstgänger wird. Denn in der EM-Vorbereitung setzte es bereits Niederlagen gegen Mannschaften aus der Division A.

Auch die sportliche Führung der 7er-Nationalmamnnschaft ist sich der Misere bewusst – und kündigt Konsequenzen an. „Wir werden den Abstieg nutzen, um junge Talente in die Mannschaft zu integrieren. Dabei müssen wir ganz genau analysieren, woran es lag, dass wir nicht die in uns gesetzten Erwartungen erfüllen konnten“, sagt DRV-Nationaltrainer Michael Hooke. Denn auch abseits des Platzes hat der Abstieg ebenfalls einschneidende Folgen. Die Fördermittel des DOSB sowie die fünf Plätze in der Sportfördergruppe der Bundeswehr sind eng mit der Teilnahme an der WGPS geknüpft. Entsprechende Gespräche muss der DRV daher zeitnah mit dem DOSB und der Bundeswehr führen.

Neuer Europameister ist Frankreich, das sich direkt für Rio 2016 qualifiziert hat.

Kader DRV VII der Frauen beim WGPS-Turnier in Malemort:

Heidelberger RK: Lisa Kropp, Alysha Stone, Julia Peters, Svetlana Heß
RG Heidelberg: Johanna Hacker
RU Marburg: Jenny Naruhn
SC Neuenheim: Steffi Gruber, Lisa Bohrmann
RC Bonn-Rhein-Sieg: Ute Kohlheim
StuSta München: Monica Yee, Denise Rottmann

Gesamtklassement WGPS 2015:

1. Frankreich 38 Punkte
2. Russland 36
3. Spanien 32
4. England 30
5. Irland 24
6. Niederlande 20
7. Wales 14
8. Italien 9
9. Ukraine 8
10. Portugal 7
11. Schottland 6
12. Deutschland 4