Bei nasskaltem und windigem Wetter traf die U18 des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV) in Amsterdam auf die Niederlande. Trotz einer 5:3-Pausenführung unterlag die DRV-Auswahl den Gastgebern in diesem Testspiel dann am Ende vor rund 800 Zuschauern deutlich mit 5:27.

Nach einem stürmischen Auftakt und deutlicher spielerischer Überlegenheit in den ersten 20 Spielminuten hätte niemand diesen auch noch im Ergebnis klaren Sieg der Gastgeber vorausgesagt. Die deutsche Mannschaft spielte strukturiert und technisch versierter auf. Trotz des heftigen kalten Regens blieben Handlingfehler zunächst aus. Das Team um den Kapitän Albert Jürgen dominierte vom ersten Ballbesitz an das offene Spiel und verunsicherte die nervösen Gegner. So gelang es dem deutschen Sturm, ein Paket über die niederländische Mallinie zu schieben und mit dem Versuch durch Paul Schüle 5:0 in Führung zu gehen (9. Minute). Leider gelangen im Anschluss weder die Erhöhung noch zwei Straftritte. Die Hausherren schöpften ihrerseits nach einem gelungenem Straftritt und der gelben Karte gegen Niklas Koch (36. Minute) Mut. Nach einigen energischen Einige Angriffen der Niederländer gingen beide Teams beim Spielstand von 5:3 aus deutscher Sicht in die Pause.

Den Gastgebern gelang es nach dem Seitenwechsel, einen schwungvoll vorgetragenen Angriff der DRV-Auswahl auf der Mallinie zu stoppen und durch einen schnellen Konter in Punkte umzumünzen. Die Erhöhung gelang. Ein weiterer, gekonnter Durchbruch der Oranje, führte kurz darauf zu einem Versuch, so dass die Niederländer mit 13:5 in Führung gingen. Dies führte zu Nervosität im deutschen Team. Die Niederländer nutzten fortan ihre starken Gedränge als Plattform für ihr immer sicher werdendes Spiel. Folge: Zwei weitere Versuche zum Endstand von 27:5.

Vielerlei wurde bei diesem Spiel deutlich: “Die deutschen Spieler haben zu wenig Spielpraxis, sind konditionell noch nicht auf einem ausreichenden Niveau und sind noch nicht zu einem charakterstarken Team zusammengewachsen”, sagte Teammanager Dieter Hanf nach dem Spiel. Besonders in den Gedrängen fehlte es an Gegenwehr. Diese Standards kosteten zudem viel Kraft. Anzumerken ist, dass keiner der DRV-Nationalspieler in der laufenden Saison mehr als sechs Spiele bestritten hat. “Die Niederländer hingegen haben in dieser Saison bereits zehn, seit Jahresbeginn schon zwei Spiele gespielt. Entsprechend waren sie besser vorbereitet. Hinzu kommen die regelmäßigen Akademie Trainings an vier Landesstützpunkten”, macht Hanf den Unterschied deutlich. “Das Ziel der Niederländer formulierte der neue technische Direktor des NRB klar: Diese Jungen sollen in ein paar Jahren auf in der Rugby Europe Championship in der höchsten Division spielen. Auf dieses Ziel arbeitet das Team mit 14 hauptamtlichen Betreuern hin. Davon sind wir beim DRV weit entfernt.”