Die deutschen U18-Juniorinnen haben bei der Europameisterschaft im 7er-Rugby den erhofften Einzug ins Cup-Viertelfinale denkbar knapp verpasst. Im entscheidenden Gruppenspiel gegen Tschechien brachte die letzte Aktion des Spiel die Wende zugunsten der Gegnerinnen, die nun statt der DRV-Auswahl unter den besten Acht des Turniers stehen. Für die DRV-Auswahl geht es nun im Viertelfinale um den Challenge Cup, also die Platzierungsrunde um die Plätze 9 bis 16, weiter – zunächst um 9.30 Uhr gegen Schweden.

Dabei hatten die DRV-Juniorinnen einen sehr guten Start hingelegt. Gegen Portugal zeigte das deutsche Team eine sehr konzentrierte Leistung. Mit dem Ball in der Hand war man sehr gefährlich und ging nach Versuchen von Sophie Hacker (2.) und Katalina Bechtel (5.) auch mit 10:0 in Führung. Portugal verkürzte zwar noch vor der Pause auf 7:10, konnte dann nach dem Seitenwechsel aber nicht mehr nachlegen. Stattdessen kontrollierte Deutschland das Geschehen, erarbeitete sich direkt in der 8. Minute den Ball im Ruck und kam nach einem langen Bechtel-Strint zum 15:7. Dabei sollte es auch bleiben, denn außer einer Gelben Karte für Portugal passierte nicht mehr viel – abgesehen davon, dass der Sieg für den DRV durchaus auch hätte deutlicher ausfallen können. Coach Morne Laubscher: „Wir haben gezeigt, was wir machen können, wenn wir den Ball in der Hand haben. Das war ein gutes erstes Spiel.“

Beim 0:45 (0:21) im zweiten Gruppenspiel gegen Titelverteidiger Frankreich bekamen die DRV-Mädels eine Vorführung in Sachen Effektivität und Konsequenz. Das Laubscher-Team war zu Beginn eigentlich gut im Spiel, agierte auf Augenhöhe. Doch dann waren es einige Pass- und Handlingfehler, die Frankreich eiskalt und effektiv zu nutzen wusste. Dazu machte die griffige Verteidigung der „Blauen“ es dem deutschen Angriff auch schwer. Trotz einer Gelben Karte für Frankreich liefen die Favoritinnen mitunter zu leicht zum Versuch ein. Nach der Pause machte es weiter Fehler beim Passen beziehungsweise Fangen den Französinnen zu leicht, zu weiteren Punkten zu kommen. Dazu ging ob des anwachsenden Rückstands die defensive Ordnung etwas verloren, und man selbst kam oder blieb kaum mehr in Ballbesitz. So legte Frankreich eben noch vier Versuche nach, was am Ende zu einer etwas zu deutlichen, aber auch nicht unverdienten Niederlage führte. „Das Ergebnis spiegelt nicht ganz das Spiel wider“, fand Laubscher. „Aber Frankreich war gewitzter und hat unsere Fehler sehr gut ausgenutzt.“

Mehr hatte man sich im Spiel gegen Tschechien erhofft, die aber im Turnier einen starken Eindruck hinterlassen hatten. Deutschland ging zwar durch einen Versuch von Rebekka Held und die Erhöhung von Martha Roether mit 7:0 in Führung, konnte dann aber nicht nachlegen. Stattdessen kam Tschechien besser ins Spiel und entwischte mehrfach der deutschen Verteidigung, die nicht richtig zum Zupacken kam. Bis zur Pause hatte Tschechien die Partie mit drei Versuchen in ein 17:7 gedreht. Doch die DRV-Mädels kamen stärker aus der kurzen Pause. Zwei Versuche von Katalina Bechtel (9. und 10.) – jeweils erhöht von Roether – brachten das deutsche Team mit 21:17 wieder auf die Siegerstraße. Und es sah so aus, als könnte das auch reichen, doch in der Schlussphase war es ein unnötiger Fangfehler, der Tschechien den Ballgewinn einbrachte, den es mit der letzten Aktion des Spiels auch zum Versuch und zum knappen 22:21-Endstand nutzte.

“Eigentlich bin ich zufrieden und stolz auf die Mädels, wir wir in einer Woche als Team zusammengewachsen sind und was wir geschafft haben”, konstatierte Nationaltrainer Laubscher. “Aber wir spielen hier unter den besten 16 Mannschaften, und da mussten wir für ein paar kleine Fehler umgehend bezahlen. Das macht uns traiurig, aber nicht unzufrieden. Morgen geht es weiter. Da können wir zeigen, das wir eigentlich unter die besten Acht gehören.”