Der alte und neue Deutsche Meister im olympischen 7er-Rugby heißt RG Heidelberg. Der mit zahlreichen Nationalspielern bestückte Titelverteidiger holte den Pokal in Heusenstamm bereits zum vierten Mal in Serie. Dafür reichte diesmal schon ein Sieg im Halbfinale, weil man im DM-Endspiel auf das außer Konkurrenz startende Development-Team des Deutschen Rugby-Verbands traf. In einem hochspannenden Finale gegen die DRV-Auswahl hatte die RGH allerdings ebenfalls das bessere Ende für sich und machte das Turnier mit einem 15:10 nach Verlängerung auch für sich rund. Rang drei ging an das südafrikanische Einladungsteam All Stars Lions.

Das Endspiel geriet zu einem echten Krimi, der erst in der Verlängerung entschieden wurde. Die RGH war durch Robin Plümpe in Führung gegangen – 5:0 stand es auch zur Halbzeit. Das Wolfpack glich aus, musste dann aber zusehen, wie Elmar Heimpel nach Vorarbeit von Nationalspieler Fabian Heimpel für die Heidelberger mit langem Arm den zweiten Versuch legte. Doch nach Zuspiel von Ben Ellermann glich Josh Beaufort für die DRV-Auswahl kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit ein weiteres Mal aus, sodass es zusätzliche Minuten zu sehen gab. Die Entscheidung besorgte einmal mehr Bastian Himmer, der nach einem kurz ausgeführten Straftritt einen sehenswerten Lauf zum 15:10 für die RGH und damit zum Titelgewinn hinlegte.

Meistertrainer Jeff Tigere: „Das war ein schwieriges Finale. Erstens, weil wir gegen ein wirklich gutes Team gespielt haben, das uns in die Verlängerung gezwungen hat. Und dann war es schwer, sich noch mal zu motivieren, weil wir ja schon nach dem Halbfinale als Meister feststanden. Aber unsere Erfahrenen Jungs haben das sehr gut hinbekommen und sich für ein starkes Turnier am Ende auch zu Recht belohnt.“

Melvine Smith, der das junge DRV-Team bei diesem Turnier als Coach betreute, zeigte sich sehr zufrieden: „Wir sind froh, dass wir hier so gut abgeschnitten haben. Für uns war das ein Wochenende im Zeichen der Entwicklung. Wir hatten hier zeitweise vier 17-Jährige und einen 18-Jährigen gleichzeitig auf dem Platz. Aber genau das war das Ziel: Viel Spielzeit für junge Spieler und für die, die vielleicht noch für das vierte GPS-Turnier in Lodz in Frage kommen. Wir haben hier viel mitgenommen und ein positives Ergebnis erzielt.“

Die „Orange Hearts“, wie das Team der RG Heidelberg genannt wird, hatten schon mit einer überzeugenden Gruppenphase ihre erneuten Titelambitionen unterstrichen. Dort hatte man zum Auftakt das erste Duell mit den Wolfpack 7s des DRV mit 29:12 für sich entschieden. Gegen den RC Leipzig ließ man ein 38:0 und gegen den TSV Handschuhsheim ein 40:0 folgen. Das Wolfpack, das in Heusenstamm aus Stamm- und Perspektivspielern des DRV aus dem In- und Ausland bestand, hatte sich noch mit anschließenden Siegen gegen Handschuhsheim (20:14) und Leipzig (52:5) für das Viertelfinale qualifiziert.

In der Neuauflage des Vorjahresfinals schaltete die RGH schon im Viertelfinale überraschend deutlich mit 50:0 den TV Pforzheim aus, und im Halbfinale behielt man die Oberhand mit 29:22 gegen den SC Germania List. Der daraus resultierende Finaleinzug bedeutete bereits den neuerlichen Titelgewinn in der olympischen Variante des Rugbysports.

Die Wolfpack 7s bekamen es ihrerseits im Viertelfinale mit dem SC Neuenheim zu tun, setzten sich da mit 26:19 durch. Anschließend kam es zum Duell mit dem südafrikanischen Einladungsteam All Stars Lions, das ebenso wie die DRV-Mannen außer Konkurrenz gestartet war. Mit 33:19 löste man das Ticket ins DM-Endspiel.

Abschlussklassement der 7er-DM 2018:
1. RG Heidelberg, 2. Wolfpack 7s (DRV), 3. All Stars Lions (RSA), 4. SC Germania List, 5. Hannover 78, 6. RK Heusenstamm, 7. SC Neuenheim, 8. TV Pforzheim, 9. TSV Handschuhsheim, 10. RC Leipzig, 11. RSV Köln, 12. Heidelberger TV, 13. RC Rottweil, 14. RK 03 Berlin, 15. StuSta München, 16. München RFC

 

(Foto: Jürgen Keßler)