Wenn die deutsche Rugby-Nationalmannschaft am Samstag (14. Februar, 14 Uhr) auf Russland trifft, kommt es zu der Neuauflage des WM-Qualifikationsspiels vom Mai vergangenen Jahres in Hamburg. Damals verlor die DRV XV unglücklich mit 20:31, lag fünf Minuten vor Schluss noch mit 20:17 in Führung. Daher brennt das Team von Nationaltrainer Kobus Potgieter am Valentinstag auf die Revanche in der Rugby Europe Championship im Pforzheimer SüdwestEnergie-Stadion.

Dabei kommt dem Spiel eine wichtige Bedeutung im Kampf um den Klassenerhalt zu. Denn beide Mannschaften mussten am ersten Spieltag der Europameisterschaft empfindliche Niederlage einstecken. War die 8:64-Niederlage der DRV XV gegen Titelverteidiger Georgien von den Experten erwartet worden, überraschte die 20:43-Pleite Russlands in Spanien besonders in der Höhe. Für die deutsche Mannschaft steht damit bereits am zweiten Spieltag ein Schlüsselspiel an, in dem es darum geht, das Ziel Klassenerhalt in der Rugby Europe Championship nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren.

„Die Niederlage der Russen hat uns ein wenig überrascht. Aber das russische Team befindet sich unter dem neuen Trainer Alexander Pervukhin im Umbruch. Daher ist die Mannschaft nicht mit der aus dem WM-Qualifikationsspiel vergangenes Jahr in Hamburg zu vergleichen“, sagte DRV-Nationaltrainer Kobus Potgieter auf der heutigen Pressekonferenz in Pforzheim. Er fügte aber umgehend hinzu, dass die Russen dennoch ein „starker und nicht zu unterschätzender Gegner“ seien. Die DRV XV ist daher voll auf die anstehende schwere Aufgabe fokussiert. „Meine Spieler haben ihre Lektion aus dem EM-Auftaktspiel gegen Georgien gelernt“, betont Potgieter. Eine Erkenntnis: Selbst leichte Fehler werden auf diesem Niveau durch den Gegner konsequent bestraft. Deshalb liegt das Augenmerk in den anstehenden Trainingseinheiten bis zum EM-Spiel am Samstag auf Ballkontrolle im Sturm und sicherem Passspiel in der Hintermannschaft. „Wir wollen die physisch starken Russen in der Verteidigung vor Aufgaben stellen und mit schnellem Passspiel den Ball in die freien Räume bewegen“, gibt Potgieter die Marschrichtung für die Partie gegen die Russen aus.

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg soll die eigene Defensive sein. „So wie die Jungs 20 Minuten gegen Georgien verteidigt haben, müssen sie gegen Russland über die gesamte Spielzeit zupacken“, fordert der DRV-Nationaltrainer. Denn auch die Russen wollen ihre Auftaktpleite vergessen machen. Daher werden die  russischen Bären am Valentinstag nicht nach Pforzheim kommen, um Liebesgrüße aus Moskau auf dem Feld zu überbringen.