Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft lieferte in ihrem dritten Auftritt in der Rugby Europe Championship einen beherzten Kampf ab. Doch am Ende der 80 Minuten stand sie wieder mit leeren Händen da. In der Schlussphase verwandelte Gastgeber Portugal zwei Straftritte zum Endstand von 11:3 (5:0). Damit war der DRV-Auswahl vor rund 2000 Zuschauern im Lissaboner Universitätsstadion nicht mal der verdiente defensive Bonuspunkt (Niederlage mit sieben und weniger Punkten) vergönnt. Nach dieser bitteren Niederlage belegt die DRV XV weiterhin punktlos den letzten Tabellenplatz in der EM-Serie 2015.

Die intensive Vorbereitung mit Blick auf die Verteidigungsarbeit hatte sich für die deutsche Mannschaft somit am Ende nicht ausgezahlt. Dabei konnte die DRV XV in der Offensive Akzente setzten und hatte zweimal die Chance nach einem Straftritt in Führung zu gehen. Doch nach einem Kick zur Gasse verlor die deutsche Mannschaft den Ball und beim zweiten Versuch scheiterte Verbinder Chris Hilsenbeck (US Colomiers) aus 50 Metern mit seinem Tritt zu den Stangen. Und so kam es, wie es kommen musste. Mit der ersten erfolgversprechenden Aktion und einem Fehler vom deutschen Schluss Kieran Manawatu schoben die Portugiesen das anschließende  Fünf-Meter-Gedränge in das deutsche Malfeld zur 5:0-Pausenführung (30. Minute). “Da hatte es zum ersten Mal richtig gebrannt. Das war unnötig hohes Risiko, zumal die Portugiesen an den Standards wirklich stark waren”, sagte der DRV-Vizepräsident Hans-Joachim Wallenwein.

Klappten das Gassenspiel sowie das Gedränge gegen Russland noch vorzüglich, waren dieses Mal diese Standards die Achillesferse im deutschen Spiel. Die Portugiesen dominierten das Gedränge und die die DRV XV verlor zudem zu viele Bälle in den eigenen Gassen. Im offenen Spiel zeigte sich die Mannschaft von Nationaltrainer Kobus Potgierter dagegen auf Augenhöhe mit dem Gastgeber und konnte die Partie daher offen halten. „Spielerisch waren kaum Unterschiede zwischen den beiden Mannschaften zu erkennen. Am Gedränge besaßen die Portugiesen zwar große Vorteile, dafür haben wir etwas mehr Ballbesitz“, analysierte Hans-Joachim Wallenwein. Und die DRV-Auswahl stand zudem auch im zweiten Durchgang in der Verteidigung sattelfest und ließ nichts anbrennen. So gelang Verbinder Hilsenbeck nach einer Drangperiode der Portugiesen mit einem Strafkick der 3:5-Anschluss (55. Minute).

In der Folgezeit begegnete die deutsche Auswahl mit guter Defensivarbeit und offensiven Nadelstichen dem variablen Spiel der Portugiesen. Doch am Ende konnte Portugal das Spiel mit zwei Straftritten für sich entscheiden (76./80. Minute). Der letzte Straftritt war dann symptomatisch für das gesamte Spiel. Nach einem zusammengebrochenem Gedränge entrissen die Hausherren aus 50 Metern der deutschen Mannschaft mit dem Schlusspfiff den defensiven Bonuspunkt. “In der ersten Halbzeit waren wir absolut gleichwertig. Im zweiten Spielabschnitt waren wir unter Druck und konnten insbesondere in den Standards nicht mehr mithalten. Schade, in diesem Spiel war mehr drin”, zog der enttäuschte DRV-Vizepräsident Hans-Joachim Wallenwein das Fazit nach dem Schlusspfiff. Nun geht es für die DRV XV am 14. März (14.30 Uhr) im Heidelberger Fritz-Grunebaum-Sportpark gegen Rumänien, das am Wochenende überraschend mit 13:16 gegen Russland verlor.

DRV XV:

  1. Arthur Zeiler(Julius Nostadt, 41. Minute)
    2. Alexander Widiker(Dale Garner, 49. Minute)
    3. Samy Füchsel (Christopher Howells, 66. Minute)
    4. Michael Poppmeier
    5. Robert May (Benedikt Scherrer, 66. Minute)
    6. Kehoma Brenner
    7. Umberto Pilla
    8. Robert Hittel (Anjo Buckman, 60. Minute)9. Sean Armstrong (C)
    10. Christopher Hilsenbeck
    11. Hendrik van der Merwe (Phil Szczesny, 60. Minute)
    12. Paul Bosch
    13. Clemens von Grumbkow
    14. Steffen Liebig
    15. Kieran Manawatu

Foto: Rugby Europe