Auch im fünften Spiel der Rugby Europe Championship 2015 gelang der DRV XV kein Sieg. Im Madrider Universitätsstadion musste sich die deutsche Nationalmannschaft der spanischen Auswahl mit 16:48 (3:8) geschlagen geben. Damit beendet das DRV-Team die Europameisterschaft mit lediglich einem Punkt auf dem sechsten und letzten Tabellenplatz.

Dabei zeigte die deutsche Rugby-Nationalmannschaft im ersten Durchgang noch eine ansprechende Leistung und hielt mit großem Kampf die Partie bis zum Halbzeitpfiff offen. So kickte Verbinder Christopher Hilsenbeck die DRV XV mit einem verwandelten Straftritt (26. Minute) auf 3:8 heran. Zu mehr reichte es leider nicht, da die deutsche Mannschaft sich zwar Einlaufchancen erarbeitete, aber diese nicht in Punkte umsetzen konnte. Ein Manko, dass sich wie ein roter Faden durch alle EM-Spiele zog. In der zweiten Halbzeit setzten sich die physisch starken und spielfreudigen Spanier mit zunehmender Spieldauer dann immer deutlicher von der DRV XV ab.

„In den ersten 15 Minuten nach der Pause haben wir die entscheidenden Fehler gemacht. Wir waren nicht konsequent genug in den Standards sowie im Kickspiel und haben die falschen Entscheidungen getroffen, als wir die Spanier unter Druck setzen konnten“, zieht DRV-Nationaltrainer Kobus Potgieter (Foto) das Fazit. Folge: Die Spanier nutzen die Fehler der Gäste gnadenlos aus und legten bis zur 56. Minute drei Versuche zum 27:6. Chris Hilsenbeck gelang zwischenzeitlich ein verwandelter Straftritt zum 6:15 (50. Minute). Erst dann berappelte sich die deutsche Mannschaft und zeigte, dass auch sie Versuche legen kann, als Schluss Kieran Manwatu zum 11:27 im spanischen Malfeld ablegte (62. Minute). Doch danach zeigten die „Los Leones“ ihre ganze Klasse und nutzten jeden noch so kleinen Fehler der DRV XV gnadenlos aus. Denn die DRV-Auswahl leistete sich in den Gassen und im offenen Spiel zu viele Ballverluste, so dass die Hausherren ihre Führung mit drei weiteren erhöhten Versuchen auf 48:11 ausbauen konnten (74. Minute). Die deutsche Defensive fand zudem Zeitpunkt keine Mittel mehr, den spanischen Offensivwirbel zu unterbinden. Alan Kessen (#8) gelang lediglich in der Nachspielzeit nach einem Gedränge vor dem spanischen Malfeld noch ein wenig Ergebniskorrektur zum 16:48-Endstand aus deutscher Sicht (80.+5).

„Meine Jungs sind sehr enttäuscht. Denn sie wissen, dass sie besser spielen können, als es das Ergebnis widerspiegelt. Insgesamt müssen wir aber die positiven Dinge aus allen fünf Partien mitnehmen, in denen wir große Schritte in die richtige Richtung gemacht haben“, betont Kobus Potgieter. Um die Schwächen  auszumerzen, hat die DRV-Auswahl nun ein Jahr Zeit, um sich auf einen erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt in der Rugby Europe Championship vorzubereiten. Und Potgieter sieht zuversichtlich in die Zukunft: „Wir haben den Vorteil, dass wir gegen Portugal und Spanien zu Hause spielen. In diesen Begegnungen entscheidet sich der Abstiegskampf.“ Eine erfolgreiche EM-Kampagne im kommenden Jahr sind die Spieler nicht nur sich selbst, sondern auch den immer zahlreicher werdenden Unterstützern und Fans der DRV XV schuldig . „Es ist toll zu sehen, wie immer mehr Menschen in Deutschland gefallen am Rugby finden und uns in unterschiedlichster Weise unterstützen“, sagt Potgieter.

Alter und neuer Europameister ist Georgien nach einem 15:6-Sieg in Rumänien. Im dritten Spiel des Tages trennten sich Russland und Portugal 21:8

Abschlusstabelle Rugby Europe Championship 2015:

  1. Georgien (21 Punkte)
  2. Rumänien (15 Punkte)
  3. Spanien (14 Punkte)
  4. Russland (13 Punkte)
  5. Portugal (fünf Punkte)
  6. Deutschland (einen Punkt)

DRV XV:

  1. Arthur Zeiler (Samy Füchsel, 41.)
  2. Alexander Widiker (Dale Garner, 68.)
  3. Julius Nostadt (Marcus Bender, 75.)
  4. Michael Poppmeier (Johannes Läpple, 41.)
  5. Robert May
  6. Umberto Pilla
  7. Alan Kessen
  8. Timo Vollenkemper (Kehoma Brenner, 57.)
  9. Sean Armstrong (C)
  10. Christopher Hilsenbeck (Jeremy Te Huia, 61.)
  11. Phil Szczesny (Steffen Liebig, 53.)
  12. Paul Bosch
  13. Clemens von Grumbkow
  14. Hendrik van der Merwe
  15. Kieran Manawatu

Gelbe Karten:

Julius Nostadt (49.)

Dale Garner (79.)

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