Wieder hat die deutsche Rugby-Nationalmannschaft bravourös gekämpft, aber wieder einmal hat es nicht zum Sieg gereicht. Gegen den Vize-Europameister Rumänien musste sich die DRV XV erst in den letzten Minuten des EM-Spiels in Heidelberg mit 12:17 (6:8) geschlagen geben. Zumindest konnte die Mannschaft angesichts der knappen Niederlage mit weniger als sieben Punkten einen defensiven Bonuszähler einstreichen. Dennoch bleibt die DRV-Auswahl Tabellenletzter in der Rugby Europe Championship 2015.

Vor 3.138 Zuschauern im Fritz-Grunebaum-Sportpark waren es dieses Mal die Gäste, die durch einen Straftritt 3:0 (2.) in Führung gingen. Doch die deutsche Mannschaft ließ sich von dem frühen Rückstand nicht schocken, drückte selber aufs Gas und setzte die Marschrichtung von DRV-Nationaltrainer Kobus Potgieter um, mit langem Phasenspiel die rumänische Verteidigung zu attackieren. Und in der 17. Minute gelang dann folgerichtig der 3:3-Ausgleich. Hakler Dale Garner (Stourbridge RFC) gelang dabei das seltene Kunststück, als Stürmer per Dropkick drei Punkte zu erzielen. Danach entwickelte sich zwischen beiden Mannschaften ein offener Schlagabtausch, in dem besonderes die Sturmreihen Schwerstarbeit verrichten mussten. Nur ein einziges Mal schaffte es Rumänien mit der Hintermannschaft Gefahr auf das deutsche Malfeld auszuüben  – und nutzte die seltene Einlaufchance, mit schnellem Passspiel durch einen Versuch mit 8:3 in Führung (20.) zugehen. Doch die DRV XV ließ eine schnelle Antwort folgen: In der 23. Minute verkürzte Verbinder Jeremy Te Huia (TV Pforzheim) mit einem Straftritt zum 6:8-Pausenstand.

In der zweiten Halbzeit dann ein ähnliches Bild wie im ersten Durchgang: Die Stürmer dominierten das Geschehen, die Hintermannschaften beider Teams konnten nur seltene Entlastungsangriffe starten. So war es wiederum Te Huia vorbehalten, für die erste Führung der deutschen Mannschaft zu sorgen. Mit einem abermals verwandelten Strafftritt kickte der Pforzheimer die DRV XV 9:8 in Front. Wer nun mit wütenden Angriffen der Rumänen gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Die deutschen Spieler standen wie eine Mauer in der Verteidigung und ließen ihren Gegnern keinen Raum, sich offensiv zu entfalten. Nur durch einen verwandelten Straftritt gingen die Rumänen mit 11:9 (69.) abermals in Führung. Doch nur sechs Minuten später wechselte die Führung wieder – wieder durch Jeremy Te Huia, wieder durch einen Straftritt (12:11, 75.). Doch nach jeweils zwei eingebrochenen Gedrängen entriss Rumänien der DRV XV den Überraschungserfolg. Die anschließenden Straftritte (76. & 78.) verwandelte der rumänische Kicker zum 17:12-Erfolg des Vize-Europameisters.

Letztendlich scheiterte der Sensationscoup der deutschen Nationalmannschaft nur an Kleinigkeiten: Verlorene Gassen tief in der Hälfte der Gäste und die eine oder andere falsche Entscheidung im Spiel nach vorne. „Die Spieler müssen ihre herausgespielten Chancen einfach besser nutzen“, bemängelte DRV-Nationaltrainer Kobus Potgieter nach Schlusspfiff die mangelnde Durchschlagskraft seiner Mannschaft. Hängenden Köpfen folgte aber auf der anschließenden Pressekonferenz aber gleich eine Kampfansage. „Das Spiel ist abgehakt. Jetzt schauen wir nach vorne auf die nächste Partie“, gab Kapitän Sean Armstrong (Heidelberger RK) die Devise aus. Denn in Madrid will die DRV XV kommenden Samstag (21. März) gegen Spanien endlich den ersten Sieg in der laufenden EM-Serie landen.

DRV XV:

1. Arthur Zeiler (Matthias Schösser, 66.)

2. Dale Garner (Mikail Tyumenev, 59.)

3. Samy Füchsel (Chris Howells, 66.)

4. Johannes Läpple (Benedikt Scherrer, 59.)

5. Robert May

6. Alan Kessen

7. Umberto Pilla

8. Timo Vollenkemper (Kehoma Brenner, 66.)

9. Sean Armstrong (C) (Tim Menzel, 72.)

10. Jeremy Te Huia

11. Phil Szczesny

12. Anjo Buckman (Carlos Soteras-Merz, 59.)

13. Clemens von Grumbkow

14. Hendrik van der Merwe (Steffen Liebig, 76.)

15. Kieran Manawatu