Die deutschen 7er-Rugbyfrauen haben beim Olympic Qualifier im russischen Kazan die erhoffte Viertelfinal-Teilnahme letztlich deutlich verpasst. Nach zwei erwarteten klaren Niederlagen gegen die Topteams aus England und Russland hatte sich das deutsche Team mit einem Sieg gegen die erst ins Starterfeld nachgerückten Schwedinnen und damit die Chance erhofft, als einer der besten Gruppendritten in die Runde der besten Acht einziehen zu können. Doch die DRV-Auswahl unterlag den Skandinavierinnen und verfehlte damit das selbst gesteckte Ziel. Morgen in der Runde um die Plätze neun bis zwölf kann es das DRV-Team besser machen. Um 10.28 Uhr (CET) geht es gleich wieder gegen die Schwedinnen.

„Wir wussten, dass es eine schwere Gruppe ist, aber zufrieden sind wir mit diesem Tag sicher nicht. Das ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagten die Coaches Max Pietrek und Rafael Pyrasch. „Wir waren sichtlich überfordert mit den beiden Topteams, und dann konnten wir die hohen Scores nicht schnell genug wegstecken. Gegen Schweden hatten wir Probleme mit der Zuordnung und konnten offensiv zu selten den Ball behaupten, was sich durch den ganzen Tag gezogen hat. Insgesamt merkte man schon die Unerfahrenheit dieses jungen Teams. Aber jetzt müssen wir aufstehen und das Beste rausziehen. Der Fokus liegt auf dem Lernprozess, wir wollen die Fehler möglichst abstellen, und morgen starten wir bei Null.“

Schon im Auftaktspiel gegen den Weltserien-Sechsten aus England wurde deutlich, wie hoch die Trauben an Europas Spitze hängen. Das deutsche Team war dem haushohen Favoriten in allen Belangen klar unterlegen und hatte so auch kaum etwas entgegen zu setzen. England dominierte von Beginn an nach Belieben, fand scheinbar mühelos immer wieder die Lücken in der deutschen Verteidigung und lag schon zur Halbzeit mit 26:0 vorn. Und auch nach dem Seitenwechsel kam Deutschland kaum mal an den Ball, geschweige denn damit aus der eigenen Hälfte heraus. Stattdessen schraubte England das Ergebnis noch auf ein auch in der Höhe nicht unverdientes 59:0 hinauf.

Ganz ähnlich verlief das Spiel gegen die Gastgeberinnen aus Russland, immerhin Zweiter des ersten Turniers der europäischen Grand Prix Series 2019. Das deutsche Team war den Gegnerinnen vor allem in puncto Physis, Athletik und Handlungsschnelligkeit nicht gewachsen und kassierte schon im ersten Durchgang fünf Versuche zum Halbzeitstand von 0:29. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es mal eine gute deutsche Angriffsphase, die aber mit einem Ballverlust im Ruck und einem ungehinderten Lauf über das ganze Feld für Russland endete. Danach hingen Schultern und Köpfe bei resignierenden deutschen Spielerinnen, die dann auch noch einige unnötige Fehler machten und es den Russinnen, die sich mit ihrer Schnelligkeit zumeist ohnehin dem Zugriff der DRV-Verteidigung entzogen, zu einfach machte, zu weiteren Versuchen zu kommen. Endstand: 0:55 aus deutscher Sicht.

Für das abschließende Vorrundenspiel gegen Schweden hatte man sich viel vorgenommen. Doch die DRV-Frauen fanden von Beginn an nicht zu dem Spiel, dass sie zum Sieg in der Rugby Europe Trophy und zum Aufstieg ins europäische Oberhaus gebracht hatte. Die deutsche Verteidigung fand im gesamten Spiel kein Mittel gegen die schwedischen Angriffe, und offensiv machte man aus den wenigen Ballbesitzphasen zu wenig. So stand es schon zur Halbzeit 0:17 aus deutscher Sicht. Schweden legte direkt nach Wiederanpfiff nach einem neuerlich verpassten Tackling nach. Positiv: Die DRV-Auswahl steckte nicht auf und kam durch einen Lauf von Amelie Harris über die linke Seite zum ersten und einzigen Versuch des Tages (12.). Doch die Skandinavierinnen waren es, die den Schlusspunkt setzten mit och einem weiteren erhöhten Versuch zum 29:5-Endstand.

(Foto: Rugby Europe/Anastasia Osipova)