Liebe Rugbyfreund/innen,

Das neue Jahr fing unten an, aber dafür ganz gut. Einige großzügige Spenden und Darlehen aus der Führungsriege gewährleisten den Fortbestand. Die Weiterexistenz des Verbandes ist vorläufig gesichert, der Notfallmodus besteht fort. Wie machen wir weiter?

Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner!

Es ist nicht einfach zu akzeptieren, dass uns keiner mehr Geld schenkt. Eigeninitiative ist für manche ein unangenehmes Wort, macht aber unabhängig und in der Folge stolz. Bei der RBA-Sitzung am 18. Januar wurde deutlich, dass die anwesenden Vertreter zu einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge tendieren, während Erhöhungen im Lizenz- und Passbereich keinen Anklang fanden.

Bei der Ermittlung eines Grundbedarfes im nichtolympischen Bereich wurde errechnet, dass dazu eine Verdoppelung des durchschnittlichen Mitgliedsbeitrages notwendig ist. Damit wären wir autark, die peinliche Bettelei hätte ein Ende. Jeder Euro, auf den wir uns darüber hinaus einigen könnten, bedeutet 16 000 Euro mehr. (Dieser Betrag ist schon bereinigt um die Anzahl vermutlicher Austritte, welche – wie die Vergangenheit zeigt – als Folge einer Erhöhung zu befürchten sind.)

Mit nur drei Euro mehr hätten wir genau den Betrag, um die U18 als dringendste Maßnahme zu reaktivieren. Diese muss bis Juni verbindlich für nächstes Jahr gemeldet werden. Das ist ein Minimalziel. Alles andere folgt in gemeinsam beschlossener Priorisierung, und dazu brauchen wir einen Außerordentlichen Deutschen Rugbytag (ADRT).

Dieser ist kurzfristig für den 21. März um 11 Uhr vor dem Länderspiel gegen Litauen in Heidelberg angesetzt – mit der Hoffnung, dadurch zugleich die Zuschauerzahl im nachfolgenden Spiel deutlich zu erhöhen. Bei entsprechenden Vorgesprächen müsste es kurz und knackig über die Bühne gehen. Auch hier gilt nach wie vor die Devise, dass jeder gute Vorschlag im Vorfeld Gehör findet. Mit etwas nicht einverstanden zu sein, muss bedeuten, eine bessere Idee zu haben. Die offizielle Bekanntgabe erfolgt in gewohnter Weise.

Geht diese Eigeninitiative durch, dann wird uns eine spektakuläre Verbandssanierung innerhalb weniger Monate gelungen sein. Das macht attraktiv. Damit können wir überzeugender Sponsoren ansprechen. Dann hätten wir im Verband die Werte, auf die wir auf dem Sportplatz so stolz sind. Ich hoffe, mit dem nächsten Rundbrief erste Erfolge aus unseren Sponsoring Bemühungen mitteilen zu können.

Wenn die weisen Mitglieder jetzt einwenden, das sei wieder keine Strategie, dann haben sie recht! Aber: Erst das Schiff retten, dann auf See betanken und erst dann kann man sich um den weiteren Verlauf der Reise und die Befindlichkeiten der Damen und Herren auf dem Sonnendeck kümmern.

Und nicht vergessen, wofür wir diesen Aufwand betreiben: Für eine der geilsten Sportarten, die es gibt. Falls jemand vergessen hat, warum: Ruft 0151 25226475 an oder lest „111 Gründe, Rugby zu lieben“ von Denis Frank.

Einige sind im Moment die Ballträger, alle andern nicht das Publikum, sondern die unterstützenden Mitspieler. Das potenzielle Publikum sind zum größten Teil die, welche noch gar nicht wissen, dass es diese Sportart gibt. Da gibt es noch viel zu tun, da müssen wir ran!

 

Herzliche Grüße,

Harald Hees

Präsident Deutscher Rugby-Verband

(Foto: Colin Grzanna)