Wolfpack in Lissabon ungeschlagen ins Viertelfinale
Drei Spiele, drei Siege beim ersten Turnier der Sevens Championship Series. So kann es gern weitergehen für die deutschen Männer. (Foto: Jan Perlich)

Wolfpack in Lissabon ungeschlagen ins Viertelfinale

Das deutsche 7er-Rugbynationalteam der Männer hat im ersten Turnier der Rugby Europe Sevens Championship Series in Lissabon (POR) die ersten Hürden zum Teil sehr ordentlich gemeistert. In der Gruppenphase blieb das Team von Bundestrainer Damian McGrath gegen Litauen (26:5), Georgien (29:0) und Portugal (10:5) ungeschlagen und tritt damit am Sonntag um 12.30 Uhr deutscher Zeit als Gruppensieger im Viertelfinale auf Polen.
 
"Das war ein erfolgreicher Tag, was die Ergebnisse angeht, aber wir haben schon im ersten Spiel Fabian heimpel und Robert Haase mit Verletzungen verloren", resümierte Bundestrainer Damian McGrath. "Das und die hohen Temperaturen, die einigen Spielern zu schaffen machten, haben uns das Leben sicher nicht leichter gemacht. Aber wir konnten uns im Verlauf des Tages verbessern und hoffen nun, dass wir morgen daran anknüpfen können."

In der Auftaktpartie gegen Außenseiter LITAUEN tat sich das Wolfpack anfangs etwas schwer, richtig in Tritt zu kommen und lag nach zwei Minuten sogar nach einem Versuch der athletischen Litauer mit 0:5 zurück. Doch in der Folge bekam die DRV-Auswahl mehr Zugriff und erarbeitete sich dann auch die verdiente Pausenführung. Erst wurde Tim Lichtenberg nach einem sehenswerten Spielzug auf der rechten Seite freigespielt – die Erhöhung von Fabian Heimpel saß auch, und das Wolfpack führte (5.). Dann tanke sich Lichtenberg in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auch auf links noch mal durch und legte zum 12:5-Pausenstand ab.
 
Der zweite Durchgang war dann eine klare Angelegenheit, auch wenn sich Deutschland aufgrund einiger kleiner Fehler um die Chance auf einen noch klareren Sieg brachte. Das Wolfpack hielt den Druck hoch und konterte zum Versuch von Sam Rainger, den Carlos Soteras Merz uneigennützig noch bedient hatte. Die Erhöhung besorgte diesmal Phil Szczesny, weil sich Fabian Heimpel kurz zuvor am Ellenbogen verletzt hatte und ausgewechselt wurde. Und fast mit der Schlusssirene machte erneut Tim Lichtenberg nach einem gewonnenen Gasseeinwurf mit einem Versuch unter den Stangen, den Szczesny mühelos erhöhen konnte, alles klar. Endstand: 26:5.
 
Im zweiten Gruppenspiel gegen GEORGIEN brauchte es keine Anlaufphase. Deutschland bestimmte das Geschehen von der ersten Minute an und ließ den Georgiern nahezu keine Chance. Phil Szczesny eröffnete den Punktereigen, als er sich halbrechts durchtankte und mit dem langen Arm den Ball im Malfeld ablegte (3.). Auch danach lief das Spiel nur in eine RichtungJack Hunt (5.) und Anjo Buckman (6.) hatten bei ihren Versuchen freie Bahn. Hunt, diesmal angespielt von Buckman, erhöhte mit seinem zweiten Versuch schon zur Pause auf 22:0.
 
Georgien schien kurz nach Wiederanpfiff seinen ersten Versuch gelegt zu haben. Der Spieler war allerdings vorher offenbar im Aus. Es sollte die letzte nennenswerte Chance der Osteuropäer gewesen sein. Durch viele Unterbrechungen und Wechsel verlor die Partie jetzt etwas den Rhythmus, Deutschland nahm zudem einen Gang raus. Dennoch schraubten Tim Lichtenberg mit dem fünften Versuch und Phil Szczesny mit der Erhöhung für das Wolfpack das Endergebnis noch auf 29:0 herauf.
 
Von Beginn an deutlich umkämpfter war das abschließende Vorrundenspiel gegen die Gastgeber aus PORTUGAL. Beide Teams zeigten gute und vor allem lange Angriffsphasen bis jeweils kurz vor des Gegners Malfeld, belohnten sich jedoch dann nicht. Erst in der 6. Minute war es das Wolfpack, das erstmals auf die Anzeigetafel kam. Anjo Buckmann hatte Tim Lichtenberg angespielt, der sich zum ersten Versuch und zum 5:0 ins Malfeld warf. Kurz vor der Pause schien Jack Hunt für Deutschland erhöht zu haben, doch nach kurzer Rücksprache mit seinem Kollegen an der Seite nahm der Unparteiische die Entscheidung auf Versuch wieder zurück. Hunt habe den Ball nicht kontrolliert abgelegt. So blieb es bei der knappen Pausenführung.
 
Es blieb auch im zweiten Durchgang ein hart umkämpftes Spiel, in dem vor allem die Defensivreihen beherzt zupackten. In der 10. Minute allerdings fand Portugals Lourenco Lopes Cardoso die Lücke und war auf und davon zum Versuch, der den 5:5-Ausgleich brachte. Beide Teams hatten danach noch die Chance auf den Sieg, doch nur das Wolfpack nutzte seine. Kapitän Carlos Soteras Merz legte in der Schlussminute ganz links in der Ecke ab – wie alles in diesem Spiel ein hart erarbeiteter Versuch, der aber den 10:5-Endstand markierte.