Dubai 7s: DRV-Junioren gewinnen U19-Turnier
Die DRV-Junioren präsentierten sich in Dubai stark und bekamen von Fidschis Olympiasieger-Coach Ben Ryan den Siegerpokal der U19-Konkurrenz überreicht.

Dubai 7s: DRV-Junioren gewinnen U19-Turnier

Für den großen Jubel in Reihen des DRV sorgten bei den diesjährigen Dubai 7s diesmal die U19-Junioren. Das Team um die Nationaltrainer Jan Ceselka und Max Pietrek blieb in fünf Spielen ungeschlagen und durfte am Ende auf der Tribüne des „The Sevens Stadium“ von Fidschis Olympiasieger-Coach Ben Ryan den Siegerpokal entgegennehmen. Für die beiden anderen deutschen Teams in Dubai lief es nicht so gut. Die Damen beendeten das International Invitation Tournament auf dem siebten Platz. Und das Development-Team der Männer blieb diesmal deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück und wurde am Ende nur Elfter.
 
„Es war toll für die Jungs, das Finale im großen Stadion zu spielen und diese Erfahrungen hier gemacht zu haben“, so Coach Max Pietrek, der neben den U19-Junioren auch das Frauen-Team betreut hat. „Wir freuen uns sehr über die Entwicklung des Teams und darüber, was für Leistungen die Jungs hier zeigen konnten.“ Trainerkollege Jan Ceselka ergänzte: „Das Team aus drei Jahrgängen musste sich hier ja erst finden, aber das ist sehr gut gelungen. Auch die jüngeren Spieler haben sie ohne größere Probleme gut eingefügt, alle Akteure haben merklich Impact gebracht, wenn sie auf dem Platz standen. Wir haben auch gesehen, worauf wir künftig noch einen Fokus legen müssen, aber insgesamt war es eine tolle Mannschaftsleistung und am Ende auch ein verdienter Turniersieg.“
 
In der Gruppenphase hatten die DRV-Junioren zum Auftakt gegen körperlich starke North American Barbarians zunächst einige Probleme, ging durch einen Versuch von Niklas Bechtel dennoch in Führung. Nach der Pause lief es dann dank starker Verteidigung und guter Offensive deutlich besser. Und so schraubten das Ergebnis in die Höhe. Bennet Veil, Felix Meesmann, Jakob Dipper und Tom Hill sowie Jon Caister mit zwei Erhöhungen das Ergebnis noch auf 29:0.
 
Gegen das belgische Team Brussels Sevens Development genügte im zweiten Spiel schon eine solide Leistung, um am Ende mit 31:5 klar als Sieger vom Platz zu gehen. In einer eher zerfahrenen Partie, in der man noch einige gute Möglichkeiten zu Punkten ausließ, besorgten Nick Hittel, Felix Meesmann, Bennet Veil sowie Jon Caister mit zwei Erhöhungen die klare 10:0-Führung. Die Belgier legten nach der Pause zwar auch einen Versuch, doch Ben Surblys und Jakob Dipper sowie Cedric Eichholz mit einem Erhöhungskick machten das Ergebnis dann doch deutlich.
 
Der stärkste Gegner war dann das Team North American Lions, wohinter sich die U19 des US-amerikanischen Verbandes verbarg. Nach einem nervösen Start, bei dem man Probleme hatte, Spielkontrolle zu erlangen, und einem 0:12-Rückstand kämpfte sich das DRV-Team mit toller Moral zurück und erreichte noch ein 19:19-Remis. Die deutschen Versuche besorgten Dipper, Hittel und Alexander Galushkin. Eichholz und Caister trafen je eine Erhöhung. Dank des besseren Punkteverhältnisses zog man als Gruppensieger vor den Lions ins Halbfinale ein, wo es erneut gegen das Brüsseler Team ging.
 
Das agierte gegen eine etwas fahrig ins Spiel startende deutsche Mannschaft diesmal durchaus mit mehr Feuer als noch im Gruppenspiel. Dennoch setzte sich die größere Klasse im DRV-Kader durch, und Veil, Caister und Eichholz, der auch noch einmal erhöhte, besorgten den ungefährdeten 17:0-Sieg.
 
Im Endspiel traf man erwartungsgemäß wieder auf die U19 der USA. Im großen „The Sevens Stadium“ vor begeisterten Fans bewahrten die deutschen Junioren aber kühlen Kopf, verteidigte viele Phasen gut und fand mit lauf- und kontaktstarkem Spiel auch offensiv seine Linie. Früh ging man in Führung, als Cedric Eichholz den Versuch von Jakob Dipper zum 7:0 erhöhte. Danach drehten die US-Boys die Partie zwar, doch in der Schlussphase gelang erst an der Eckfahne der Versuch von Leon Everts und dann der schwierige Erhöhungskick zum Sieg vom starken Kicker Eichholz.
 
Deutsche Rugbyfrauen in Dubai Siebente
 
Für die deutschen 7er-Frauen begann das Turnier durchaus ernüchternd. Gegen Polen bekam man direkt ein 0:40 eingeschenkt und gegen Frankreichs Development-Team ein 5:31, wobei Gesine Adler immerhin mal den ersten Versuch gelegt hatte. „Die Ergebnisse haben aber nicht ganz die Leistungen widergespiegelt. Ich war in beiden Spielen sehr zufrieden mit einigen Phasen“, sagte Coach Max Pietrek. „Wir sind mit mehr Energie auf den Platz gegangen als zuletzt, hatte aber einige Probleme im Passspiel, was uns etwa gegen Polen Punkte und ein knapperes Ergebnis gekostet hat.“
 
Gegen die Französinnen hätte man sich merklich besser verkauft, hätte aber in entscheidenden Phasen zu hektisch agiert und auch falsche Entscheidungen getroffen – wohl die Folge mangelnder Erfahrung auf diesem Niveau.
 
Gegen überforderte Damen aus Georgien allerdings konnte man andeuten, was in dem Team steckt. Man lief harte Angriffe, konnte gute Phasen spielen und auch das Passspiel funktionierte besser. „Da war eine klare Steigerung zu sehen.“ Und so stand am Ende nach Versuchen von Gesine Adler, Josephine Pora (2), Annika Nowotny, Mette Zimmat, Steffi Gruber und Johanne Hacker sowie drei erfolgreichen Erhöhungen von Julia Braun ein deutlicher 41:0-Erfolg zu Buche.
 
Im letzten Gruppenspiel gegen das kanadische Development-Team, welches sich in Dubai Phoenix Rugby 7s nannte, präsentierten sich die DRV-Damen nochmals sehr ordentlich, fand offensiv wie defensiv gut ins System und ließ den Ball laufen. Doch die Kanadierinnen nutzten ein, zwei Verteidigungsfehler konsequent aus. Zwar konnte Gesine Adler einen frühen 0:5-Rückstand noch wettmachen, doch die Gegnerinnen legten zwei weitere Versuche zum 15:5, was Sophie Hacker in der Schlussphase nur noch mit einem weiteren Versuch zum 10:15-Endstand kontern konnte.
 
Im abschließenden Spiel um Rang sieben wartete der russische Meister ZSKA aus Moskau. Dort zeigten die DRV-Frauen noch mal ein schönes Spiel, setzten sich dank einer disziplinierten Leistung und der Versuche von Hille Jansen, Steffi Gruber, Katharina Epp und Johanna Hacker sowie einer Erhöhung von Julia Braun am Ende auch verdient mit 22:7 durch.
 
„Das war ein guter und positiver Abschluss für ein Turnier, dass uns wieder einen Schritt weiter in die richtige Richtung gebracht hat. Alle Spielerinnen haben wichtige Spielzeit bekommen, und vor allem darum ging es hier“, so Coach Pietrek abschließend. „Jetzt gilt es, das gescheit zu verarbeiten und über die Winterpause nicht nachzulassen, sondern im Heimtraining weiter an unseren Work-ons zu arbeiten, dass wir beim nächsten Turnier gleich wieder anknüpfen können.“
 
Development-Team der Männer hinter den eigenen Erwartungen
 
Für das deutsche 7er-Männerteam lief es im International Invitation Tournament diesmal gar nicht so, wie man das von sich selbst erwartet hatte. „Natürlich sind wir enttäuscht über unser Abschneiden hier, aber in einem Entwicklungsprozess gehören auch Rückschläge dazu“, so Coach Clemens von Grumbkow. „Im Großen und Ganzen hatten wir uns hier mehr erhofft, aber es war in erster Linie wichtig, dass die jungen Spieler Spielpraxis auf hohem Niveau bekommen, weil man manche Dinge einfach im Training nicht abbilden kann. Wir nehmen hier also viel mit, an dem wir mit den Jungs in nächster Zeit noch arbeiten können und müssen.“
 
Schon im Auftaktspiel gegen den von Ex-Bundestrainer Vuyo Zangqa trainierten Club-Europameister Zastava 7s aus Russland, bei dem auch Wolfpack-Star Jonathon Dawe unter Vertrag steht, wurde deutlich, dass das DRV-Team noch nicht zu 100 Prozent da war. Man musste früh einem Rückstand hinterherlaufen, machte zu viele Fehler, verlor zudem viele Bälle im Kontakt und musste sich trotz zweier später Versuche von Oluwasey Ajeigbe unnötig deutlich mit 10:27 geschlagen geben.
 
Im zweiten Spiel gegen das Team Monaco Impi’s konnte die DRV-Development-Auswahl sein Potenzial deutlich besser abrufen. Aber trotz dreier erhöhter Versuche von Philip Gleitze, Oluwasey Ajeigbe und Ben Ellermann unterlag man am Ende knapp mit 21:24. Insgesamt lag, wie auch im ersten Spiel, durchaus ein Sieg im Bereich des Möglichen.
 
Highlight und, was die Performance angeht, Lichtblick war das dritte Gruppenspiel gegen das top besetzte Einladungsteam LAR Speranza22, das gleich mehrere Nationalspieler Fidschis und sogar einige Olympiasieger von 2016 aufbieten konnte. Gegen die Siebener-Elite präsentierten sich die Deutschen stark, gestalteten die Partie vor allem dank einer guten Verteidigung ausgeglichen. Nach Versuchen von Philip Gleitze und Benedikt Spieß sowie einem erfolgreichen Erhöhungskick von Niklas Koch stand es kurz vor Schluss unentschieden 12:12, bevor die Fidschi-Stars mit der Schlusssirene noch den erhöhten Versuch zum 19:12 legten. „Das war ein sehr guter und couragierter Auftritt. Auf die Leistung können die Jungs stolz sein“, lobte Coach von Grumbkow.
 
In der Bowl-Runde traf man im Viertelfinale auf das englische Einladungsteam Apache 7s, gegen das man sich wieder deutlich schwerer tat als nötig. Dennoch stand dank der Versuche von Jack Hunt, Anton und Philip Gleitze sowie Oluwasey Ajeigbe am Ende ein 20:5-Sieg zu Buche. Und auch im Halbfinale blieb das DRV-Team unter seinen Möglichkeiten, auch wenn es gegen das erfahrene französische Einladungsteam Froggies ging Niklas Koch (2) und Oluwasey Ajeigbe sorgten für drei Versuche, aber am Ende hieß es 15:31 aus deutscher Sicht. So verpasste man das Bowlfinale um Rang neun, und weil die weiteren Platzierungen nicht ausgespielt wurden, belegte das DRV-Development-Team am Ende einen eher enttäuschenden geteilten elften Platz.