Colin Grzanna neu im Rugby Europe Player Welfare Committee

Colin Grzanna neu im Rugby Europe Player Welfare Committee

Das deutsche Rugby arbeitet ab sofort auch ganz direkt mit an einer verbesserten medizinischen Betreuung der aktiven Spielerinnen und Spieler. Dafür wurde nun Colin Grzanna, im DRV der Head of Physical Performance, in das Player Welfare Committee des europäischen Rugby-Verbandes aufgenommen.
 
Colin, wie kam es dazu, dass du nun in diesem für unsere Aktiven so wichtigen Gremium dabei bist?
Grundsätzlich arbeiten wir ja bereits auf nationaler Ebene intensiv in diesem Bereich. Wir wollen dafür sorgen, dass die medizinische Versorgung am und auf dem Platz sich weiter verbessert, dass wir mehr über Art und Intensität der Verletzungsgefahren in einem Kollisionssport wie Rugby lernen. Das gleiche Ansinnen verfolgen natürlich auch die anderen nationalen Verbände. Und nun kam der Rugby Europe Chairman Antonio Ferreira auf mich zu und fragte, ob ich nicht im Player Welfare Committee mitarbeiten könnte. Dann habe ich mich auf diese Position beworben und wurde ausgewählt. Bislang ist bei uns in Deutschland noch zu keinen wirklich schwerwiegenden Fällen gekommen. Aber durch die zunehmende Athletik steigt auch die Verletzungsgefahr. Und da wollen wir, nicht nur in Deutschland, gut vorbereitet sein.
 
Wie sieht dieses Komitee genau aus, und worum geht es in dessen Arbeit?
Eigentlich haben wir uns schon vor zwei Jahren zum ersten Mal zusammengesetzt und unter der neuen Führung die Notwendigkeit identifiziert, dass es allgemeingültige Standards braucht, um die Versorgung der Spieler und Spielerinnen am Feld nachhaltig zu verbessern. Das betrifft in erster Instanz die Wettbewerbe von Rugby Europe, aber natürlich wird auch den nationalen Verbänden nahegelegt, sich mit dem Thema intensiver zu befassen und nach Verbesserungsmöglichkeiten zu schauen. Das Komitee besteht nun neben mir auch aus Vertretern der Verbände aus Frankreich, Georgien, Schweden, und Portugal, um nahezu alle Spielklassen abzudecken. Wir sind zuständig für die Player Welfare im Allgemeinen, wir erstellen entsprechende Konzepte wie zum Beispiel für das Load Management, das Return to play oder auch die Injury surveillance.
 
Etwas mehr ins Detail bitte.
Es benötigt zum Beispiel ein umfassendes Monitoring: Welche Verletzungen haben wir denn eigentlich auf dem Platz? Und welche Rahmenbedingungen stehen bereit, um sich adäquat um den verletzten Spieler oder die verletzte Spielerin zu kümmern? Da wird es künftig auch vermehrt die Mitarbeit der Verbände, Vereine und der Spieler brauchen, um genauer zu ergründen, wie man sich verletzt und wie man bestmöglich versorgt werden kann. Das Ziel ist es, gemeinsam an einer nachhaltigen Verbesserung zu arbeiten, damit auch das Umfeld Schritt halten kann mit der künftig zunehmenden Professionalisierung in unserem Sport. Wir sind eine Sportart, in der es Verletzungen geben kann. Wir wollen dazu auch Aufklärung betreiben und Vereine wie auch Aktive dafür sensibilisieren, sodass niemand Angst vor eine Verletzung haben muss, weil das Umfeld besser im Umgang damit geschult ist. Wir werden dazu sicher auch die eine oder andere Umfrage tätigen, um den Status quo feststellen zu können und Verbesserungspotenziale auszumachen, die dann nicht nur auf europäischer Wettbewerbsebene, sondern auch bei uns im nationalen Spielbetrieb Auswirkungen haben werden.