Brief von Präsidium und Vorstand zum Jahresende
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Brief von Präsidium und Vorstand zum Jahresende

Liebe Rugbyfreund*innen,
 
vor der Weihnachtspause melden wir uns mit einem kurzen Rückblick aus der Sicht des Präsidiums auf ein Jahr, das in vielerlei Hinsicht anders verlaufen ist, als die meisten von uns es geplant hatten.
 
Nachdem Anfang des Jahres die Zuversicht überwog, dass die Sanierungsmaßnahmen greifen und eine Nullrunde die sichere Haushaltsführung für 2020 sichern würde, kam der Ehrgeiz auf, schnell zurück sein zu wollen, wieder mitzumischen, die wichtigen Funktionen eines Verbandes zu reaktivieren. Dazu war bereits für Februar ein ADRT geplant, welcher in Absprache mit den teilnehmenden Vereinen und Verbänden aus eigenen Anstrengungen Gelder generieren sollte, um mehr zu können, als nur über die Runden zu kommen.
 
Was damals schon offensichtlich war, ist die Tatsache, dass der Hauptsponsor so schnell nicht wiederzugewinnen sein wird, dass uns World Rugby niedriger einstufen wird und dass wir nur in einer gemeinsamen Kraftanstrengung den Verband wieder flott bekommen. Corona-bedingt musste dieser ADRT jedoch verschoben werden.
 
Die Deadline von Rugby Europe, bis Ende Juli alle Teams für 2021 zu melden, brachte die Dringlichkeit, zügig im Juli, trotz Corona, einen ADRT einzuberufen. Ein weiteres Jahr ohne teilnehmende Mannschaften im europäischen Wettbewerb hätte uns um Jahre zurückgeworfen und einen umfassenden Neuanfang bedeutet. Der ADRT brachte den erhofften Erfolg: Trotz Corona-Dämpfers für die meisten Vereinskassen wurde mit deutlicher Mehrheit beschlossen, dass eine Sonderumlage für zwei Jahre erhoben wird. Danach soll ab 2022 eine angepasste Finanzordnung sowohl den Grundbedarf des Verbandes decken, als auch Vereine mit guter Jugendarbeit und abgestellten Nationalspielern entsprechend berücksichtigen.
 
Aufgrund von Corona musste auch der Spielbetrieb in der aktuellen Saison zunächst auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden. Selbst regional vereinbarte Spiele fielen der Pandemie zum Opfer. Die Verantwortlichen in den Vereinen reagierten mit großem Engagement und Kreativität. Die Verantwortlichen in den Landesverbänden hatten Zeit, das neue System Clubee einzuführen. Die Geschäftsstelle wurde neu organisiert und neu besetzt. Die Verantwortlichen für den Leistungssport planten ein Spiel nach dem anderen, nur, um kurzfristig wieder absagen zu müssen. Und trotzdem wurde jede Phase der Lockerung genutzt, um ein sportliches Ereignis zu platzieren.
 
Die Verantwortlichen für die Gesundheit der Spieler orientierten sich an den ständig wechselnden Vorgaben der Behörden, stellten eigene Konzepte auf, welche zeitweilig in europäischen Nachbarländern als beispielhaft bezeichnet wurden. Das Siebener-Programm, das als Profisport gilt, durfte unter strengen Auflagen fortgeführt werden. Die Verantwortlichen für Satzung und Ordnung nutzten den Leerlauf, um nachzubessern, zu harmonisieren und zu modernisieren. Jeder, der sich für die anstehenden Veränderungen interessierte, hatte die Möglichkeit, an Informationsveranstaltungen teilzunehmen. Die Verantwortlichen für die Finanzen begannen, die Rückzahlung der Darlehen zu planen, denn auch das muss irgendwann geschehen, will man nicht seinen Nachfolgern permanent Altlasten hinterlassen.
 
Ein DRT mit anspruchsvollem Programm war für Anfang November geplant. Auch dieser konnte nicht stattfinden und wird nun als virtueller DRT mit stark reduzierter Tagesordnung am 5.3.2021 stattfinden.
 
Bis dato haben knapp 90 % der Vereine solidarisch ihre Sonderumlage bezahlt. Vorstand und Präsidium bedanken sich für diese Kraftanstrengung und sind sich der Verantwortung bewusst, mit den erhobenen Geldern gewissenhaft umzugehen. Einige Vereine zögern aus unterschiedlichen Gründen noch, dem Beschluss des ADRT zu folgen und die Sonderumlage zu leisten.
 
Soviel zum Rückblick und dem Stand der Dinge.
 
Im neuen Jahr wird die Wiederaufnahme des Trainingsgeschehens mit anschließendem Spielbetrieb die spannende Frage für die nächsten Wochen und Monate sein. Rugby Europe plant, erste Aussagen erst Ende Februar machen zu können. Dies scheint sehr optimistisch. Auch für den Spielbetrieb in Deutschland wird sich vor März nichts planen lassen. Bis dahin müssen wir innerlich am Ball bleiben, äußerlich gegen die Wand passen – der neue Trainingsball macht's möglich – fit und hungrig bleiben und uns in Geduld üben. Vielleicht aber auch ganz bewusst mal die Spannung und den Ehrgeiz für einige Wochen rausnehmen, um im Frühjahr mit neuer Kraft wieder anzugreifen.
 
Vorstand und Präsidium wünschen allen Freund*innen des ovalen Balls besinnliche Weihnachtstage, einen friedlichen Jahresausklang und einen nicht nachlassenden Optimismus, vor allem aber eine unverwüstliche Gesundheit.