7er-EM: Wolfpack in Moskau wieder als Gruppensieger weiter

7er-EM: Wolfpack in Moskau wieder als Gruppensieger weiter

Das deutsche 7er-Rugbynationalteam der Männer hat auch beim zweiten Turnier der Rugby Europe Sevens Championship Series in der Vorrunde als Gruppensieger durchgesetzt. Allerdings gelangen – anders als noch zuletzt in Lissabon (POR) diesmal nur zwei Siege. Nach einem souveränen 31:7 zum Auftakt gegen Litauen musste man sich gegen Italien mit einem 7:7-Unentschieden zufriedengeben. Im abschließenden Spiel gegen Russland gelang dem Team von Bundestrainer Damian McGrath dann mit 22:12 wieder ein Sieg. Im Viertelfinale am Sonntag um 9.52 Uhr deutscher Zeit geht es gegen Polen. Interessant: Da der Gesamtführende Spanien die Gruppenphase „nur“ auf Rang zwei abschloss, könnte es schon im Halbfinale zur Neuauflage des Endspiels von Lissabon kommen.
 
Gegen LITAUEN gelang dem Wolfpack der erwartet souveräne Sieg. Nach einer nur kurzen "Aufwärmphase" übernahm man schnell die Spielkontrolle. Rückkehrer Bastian van der Bosch - mit Maske und Kopfschutz nach seiner Gesichtsverletzung - legte in der dritten gleiche den ersten deutschen Versuch des Turniers, den Fabian Heimpel sicher erhöhte. Wenig später schien Heimpel selbst den Ball abgelegt zu haben. Der Schiedsrichter hatte zuvor allerdings einen Regelverstoß gesehen und verwehret dem Versuch die Anerkennung. Das Wolfpack dominierte das Geschehen klar, verpasste es in dieser Phase aber, schon früh das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. Erst kurz vor der Pause fand Carlos Soteras Merz noch mal eine Lücke und legte den zweiten Versuch. Heimpel stellte mit dem Erhöhungskick den 14:0-Halbzeitstand her.
 
Nach Wiederanpfiff schalteten die Deutschen schnell wieder in den Angriffsmodus. Erste wuchtete Soteras Merz den Ball ganz rechts ins Malfeld (8.), dann brach Heimpel durch, gab aber noch ab an Ben Ellermann, der den Versuch verbuchte (9.), und in der 13. Minute war es dann endlich Heimpel selbst, der von der guten Vorarbeit von Robin Plümpe und Leon Hees profitierte, seinen Versuch selbt erhöhte und auf 31:0 stellte. Ärgerlich: Mit der letzten Aktion des Spiels betrieben die Litauer, die bis dahin nicht ein einziges Mal aussichtsreich in die Nähe des deutschen Malfelds gekommen waren, immerhin noch Ergebniskosmetik. Endstand: 31:7.
 
ITALIEN sollte im zweiten Spiel ein herausfordernderer Gegner werden. Von Beginn an bestimmten die beiden Abwehrreihen das Geschehen. So fand das Spiel über weite Strecken zwischen den 22-Meter-Linien statt, und beide Teams kamen kaum mal in die Position, um etwas für das Punktekonto tun zu können. Erst in der 7. Minute gelang Tim Lichtenberg mal ein Durchbruch. Der steckte den Ball aber noch durch auf Carlos Soteras Merz für den erhöhten Versuch zum 7:0.
 
Es blieb auch nach der Pause ein sehr intensives Spiel mit wenigen Szenen in der Nähe der Malfelder, das die Deutschen zwar insgesamt bestimmten, ohne das aber auch auf die Anzeigetafel bringen zu können. Nach Gelber Karte für Italien in Überzahl schien Deutschland in Person von Phil Szczesny auf dem Weg zum zweiten Versuch und damit zur möglichen Vorentscheidung. Der DRV-Sprinter wurde aber gerade noch eingeholt (11.). Stattdessen war es wieder die letzte Aktion des Spiels, die das Wolfpack ärgern sollte. In der Nachspielzeit gelang Italien doch noch ein Durchbruch zu einem erhöhten Versuch und zum am Ende auch nicht unverdienten 7:7-Ausgleich.
 
Mit Blick auf das schwierige Halbfinale von Lissabon erwartete man im abschließenden Gruppenspiel gegen RUSSLAND erneut einen harten Schlagabtausch. Das sollte sich auch bewahrheiten, denn die Russen gingen schnell in Führung und machten es mit kompromissloser Abwehrarbeit den Deutschen schwer, zu Punkten zu kommen. Dazu nutzten die Gastgeber auch gleich die erste Chance zum Versuch. In Überzahl nach Gelb für Russland schien Bastian van der Bosch zum Versuch abgelegt zu haben (3.), doch der Unparteiische hatte genau hingeschaut und gesehen, dass der Ball nicht korrekt abgelegt worden war. Das Wolfpack drückte weiter auf die ersten Punkte, doch Russland verteidigte das Malfeld leidenschaftlich, bis Jack Hunt endlich rechts freigespielt wurde und mit seinem Versuch auf 5:7 verkürzte. Wenig später bekam auch das DRV-Team eine Zeitstrafe gegen John Dawe, und die Russen nutzten ihrerseits den Platz, um mit einem weiteren Versuch den 12:5-Halbzeitstand herzustellen.
 
Die Pause schien den Deutschen allerdings sehr gut getan zu haben. Das Wolfpack startete wie ausgewechselt in den zweiten Spielabschnitt, agierte druckvoll, ließ keine russischen Versuche mehr zu und erzwang selbst die Punkte. Kurz nach Wiederanpfiff bediente Carlos Soteras Merz Mitspieler Bastian van der Bosch, der bis unter die Stangen sprintete (8.) – Fabian Heimpel erhöhte mühelos zum 12:12-Ausgleich. In der 10. Minute bejubelte man den nächsten Versuch von Dawe, doch wieder versagte der Schiedsrichter die Anerkennung. Doch auch wenn man sich gegen die weiter gut verteidigenden Russen alles hart erarbeiten musste: In der Schlussphase machten Phil Szczesny und Ben Ellermann den aufgrund der zweiten Halbzeit verdienten 22:12-Sieg klar.

Bundestrainer Damian McGrath: "Wir hatten einen guten Start in das Turnier, auch wenn die Temperaturen von 36 Grad auf dem Platz wirklich kräftezehrend waren. Leider konnten wir das Spiel gegen Italien nicht gewinnen, obwohl wir es dominiert haben. Es hat sich wie eine Niederlage angefühlt, aber es war ein Remis. Dann sind wir aber gegen Russland, das wieder stark verteidigt hat, gut zurückgekommen und haben klar gewonnen. Die Spieler wissen, dass sie es besser können, und wir hoffen, dass wir das morgen auch wieder zeigen können."