7er-EM: In Moskau fallen die Entscheidungen
In Moskau (RUS) geht es für das Wolfpack weiter um den Titel, für die Frauen gegen den möglichen Abstieg. (Foto: Jan Perlich)

7er-EM: In Moskau fallen die Entscheidungen

In Russlands Hauptstadt Moskau findet am kommenden Wochenende das jeweils entscheidende zweite Turnier der Rugby Europe Sevens Championship Series der Männer und Frauen statt. Während es für das Team von Männer-Bundestrainer Damian McGrath am 26. und 27. Juni weiter um die Mission Titelverteidigung geht, spielen die Frauen schon ab Freitag (25. Juni) darum, als Aufsteigerinnen in der höchsten europäischen Spielklasse zu verbleiben.
 
Nach einem ordentlichen siebten Platz beim ersten Turnier in Lissabon (POR) ist die Ausgangslage für die deutschen RUGBY-FRAUEN zumindest keine schlechte. „Unser Ziel ist das gleiche wie in Lissabon“, unterstreicht Nationaltrainer Max Pietrek. „Wir wollen in der ersten Gruppenphase ein Spiel gewinnen, um dann möglichst in der Platzierungsrunde um die Plätze vier bis sechs zu spielen.“
 
Die sicher bessere Möglichkeit dafür bietet sich wohl im zweiten Vorrundenspiel gegen Portugal, denn zum Turnierauftakt dürfte man gegen Gastgeber Russland, immerhin Titelverteidiger und auch in Lissabon Turniersieger, nur Außenseiterchancen haben. „Gegen Portugal ist ein Sieg absolut möglich. Sie verfügen über etwas mehr Spielwitz als zuletzt Rumänien, arbeiten mit mehr Offloads. Aber unsere Leistungen vom zweiten Turniertag in Lissabon geben uns auch ein gutes Gefühl, dass wir auf diesem Niveau – mit Ausnahme der drei, vier Topteams – eigentlich mithalten können“, so Coach Pietrek. Dafür habe man im Training zuletzt neben der Fitness auch intensiv an den Basics wie dem Tackling, dem Fangen hoher Bälle sowie dem Passspiel unter Druck gearbeitet. „Wenn wir diese Basics besser anwenden und mit einem kühleren Kopf in die Spiele gehen, dann können wir durchaus optimistisch sein, dass wir gleich am ersten Tag besser performen und dann zumindest unsere Platzierung aus Lissabon wiederholen können.“
 
Dafür kann der Nationaltrainer beinahe auf den gleichen Kader bauen wie zuletzt in Portugal. Lediglich Lea Predikant, die sich im Training eine Knieverletzung zugezogen hat, wird in Moskau nicht dabei sein können. Für die Außenspielerin nominierte Pietrek mit Amelie Harris allerdings eine Stürmerin nach. „Klar ist es schade, dass Lea ausfällt, und wir hätten sie gern wieder dabeigehabt. Aber nach dem, was wir an Erfahrungen aus Lissabon mitgenommen haben, passt das für mich so jetzt aber auch sehr gut.“
 
Folgende Spielerinnen sind für das Turnier in Moskau (RUS) nominiert:
 
RK 03 Berlin: Julia Braun
TSV Handschuhsheim: Katalina Bechtel, Annika Nowotny
SC Neuenheim: Steffi Gruber, Amelie Harris, Sarah Gossmann
Heidelberger RK: Johanna Hacker, Zoe Würmli, Sophie Hacker, Lara Bürger
SC Germania List: Katharina Epp, Gesine Adler
 
Auf Abruf: Elena Korn (SC Germania List), Clara Tauschek (RG Heidelberg)
 
Nach dem denkbar knapp verlorenen Finale beim ersten EM-Turnier der HERREN in Lissabon (POR) ist Titelverteidiger Deutschland in Moskau (RUS) einen Tick im Hintertreffen im Kampf um die EM-Krone. „Wir haben es in Portugal als Team sehr gut gemacht, haben vor allem sehr gut verteidigt“, resümierte Bundestrainer Damian McGrath. „Wir müssen aber jetzt in Moskau wieder unsere beste Leistung zeigen, um den Rückstand auf Spanien in der Gesamtwertung noch aufholen zu können.“ Dafür hat der Coach vor allem in der Offensive noch Verbesserungspotenzial identifiziert. „Vor allem da können wir noch ein paar Prozent drauflegen, wir wollen stärker angreifen.“
 
In der Gruppenphase bekommt man es zunächst erneut mit Litauen zu tun, bevor es gegen Italien und Russland geht. Litauen war bereits in Lissabon Auftaktgegner des Wolfpacks. „Die verfügen über physisch starke, große Spieler“, weiß McGrath. „Wir müssen da vor allem besser ins Spiel kommen, um nicht in Bedrängnis zu geraten. Italien und Russland haben sehr erfahrene Teams. Italien kann mit seinem sehr klassischen 7er-Rugby an einem guten Tag jedes Team schlagen. Und wir haben in dem hart umkämpften Halbfinale gegen Russland gesehen, was uns erwarten kann. Da müssen wir sicher wieder an dieses Niveau heranreichen, um da erneut zu bestehen.“
 
Personell geht das Wolfpack nahezu unverändert in das zweite EM-Turnier:
 
RG Heidelberg: Carlos Soteras Merz, Robin Plümpe, Tim Lichtenberg, Fabian Heimpel
RK Heusenstamm: Samuel Rainger, Leon Hees
BSC Offenbach: Robert Haase
FC St. Pauli: Ben Ellermann
Hannover 78: Bastian van der Bosch, Phil Szczesny
Old Wesley RFC (IRL): Jack Hunt
Taunton Titans (ENG): Jonathon Dawe
 
Lediglich der Handschuhsheimer Anjo Buckman, der sich in Lissabon verletzt hatte, wird in Moskau nicht dabei sein. „Anjo ist eigentlich auf einem guten Weg, aber wir wollen das Risiko nicht eingehen, dass er in Moskau gleich wieder ausfällt“ erklärt der Bundestrainer seine Entscheidung. Zudem sei man bei den Stürmern insgesamt gut aufgestellt, weshalb mit Bastian van der Bosch auch ein Spielmacher für Buckman in den Kader kommt. „Bastian bringt viel Erfahrung mit und einige Qualitäten, die uns in Moskau sicher helfen werden.“
 
Insgesamt gehe man erneut sehr selbstbewusst und zuversichtlich in das Turnier, so Damian McGrath. „Wir wissen, dass wir ein gutes Team haben, und wenn wir unsere beste Leistung abrufen können, sind wir nur sehr schwer zu schlagen.“