Der Deutsche Rugby-Verband (DRV) hat ab sofort zwei neue Vorstände an der Spitze des  olympischen Dachverbandes. Der Engländer Kieran Lees (links, Foto: Colin Grzanna) übernimmt als Vorstandsvorsitzender (CEO) die Gesamtverantwortung für die Führung des DRV. Benjamin Heine aus Leipzig verantwortet künftig als CFO den Bereich Finanzen.

DRV-Präsident Robin J. Stalker: „Das deutsche Rugby befindet sich an einem wichtigen Wendepunkt, der für die Zukunft unseres Sports in Deutschland von großer Bedeutung ist. Unsere 7er-Herren stehen an der Schwelle zur Rugby 7s World Series, die 15er-Herren verpassten im Herbst die erstmalige Qualifikation zum Rugby World Cup nur knapp. Unsere Jugend-Nationalteams schneiden nach wie vor hervorragend ab und auch die Deutschen Rugby-Frauen machen deutliche Fortschritte. Vor diesem Hintergrund und bei den Möglichkeiten, die das deutsche Rugby bietet, ist es unerlässlich, dem Verband eine erfahrene kaufmännische Führung voranzustellen. Und ich bin sicher, dass wir nun mit Kieran und Benjamin ausgesprochen kompetente Persönlichkeiten haben, die diesen wichtigen strukturellen Schritt des DRV mit Blick auf die Umsetzung unserer Strategie, zur Sicherung der notwendigen Ressourcen sowie der Entfaltung unseres sportlichen Potenzials vollziehen. An dieser Stelle möchte ich selbstverständlich den scheidenden Vorständen für ihr großes Engagement danken, das sie in der Vergangenheit zu Gunsten des deutschen Rugbysports gezeigt haben.“

Kieran Lees ist ein erfahrener Unternehmensleiter, der in seiner bislang 30-jährigen Laufbahn sowohl etablierte wie auch junge Unternehmen geführt hat. Er verfügt über zwei erstklassige Master-Abschlüsse (MBA und MSc) und steht zudem unmittelbar vor der Promotion mit dem Schwerpunkt auf Hochleistungsorganisationen. Bereits in den vergangenen sieben Monaten hatte er die beiden Herren-Nationalteams des DRV dabei unterstützt, ihre Leistung durch individuelle mentale Stärke und die Entwicklung eines belastbaren Teamgefüges zu steigern. Lees begann seine Karriere als Offizier der Royal Navy und spielte insgesamt 15 Jahre lang Rugby in England.

„Die Zusammenarbeit mit den beiden deutschen Nationalteams hat mich einerseits Demut gelehrt, aber zugleich hat es mich auch inspiriert. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein Team mit diesem Mut, mit so einer Einheit und einer solchen Entschlossenheit gesehen zu haben, wie ich es hier erlebt habe“, sagt Kieran Lees. „Es ist wichtig, dass wir diese Leidenschaft und das Engagement in allen Bereichen nutzen. In dieser Form müssen wir unser Denken und Handeln so aufeinander abstimmen, dass wir auch im Frauen- und Jugendrugby sowie auf regionaler und auf Vereinsebene nachhaltig davon profitieren. Das Wachstumspotenzial von Rugby in Deutschland ist enorm. Und wenn wir es richtig anpacken, können wir das in Bezug auf Leistungsfähigkeit und Popularität auch heben. Für mich ist es eine Ehre und ein Privileg, dass man mir nun das Vertrauen schenkt, den DRV als CEO zu leiten.“

Der 31-jährige Benjamin Heine bringt als Finanzexperte ebenfalls umfangreiche Expertise mit in den DRV. Der Leipziger ist Betriebswirt, war zuletzt in der Steuerberatung tätig und schließt derzeit ein MBA-Studium mit dem Schwerpunkt Sportmanagement ab. Seine Forschungsarbeit über die Anforderungen an Controlling-Systeme in Nonprofit-Organisatoren führte dazu, dass er Konzepte und Verfahren für einen deutschen Spitzensport-Dachverband entwickelte, die Möglichkeiten zu nachhaltigem Wachstum eröffneten. Heine war als aktiver Spieler im Rugby-Club Leipzig zu Hause, wo er zudem das Ehrenamt des Vizepräsidenten für Finanzen und Presse innehatte.

Benjamin Heine: „Es ist eine aufregende Zeit für das deutsche Rugby, und wir müssen nachhaltig sicherstellen, dass unsere Finanzplanung und unser ständiger Umgang mit den Ressourcen es uns ermöglicht, unseren hohen Ambitionen und das große Potenzial, die wir bei Spielern und Trainern haben, gerecht zu werden – ebenso wie den Anforderungen, die der Weltverband World Rugby, der Deutsche Olympische Sportbund sowie unsere Sponsoren und Partner an uns stellen. Ich freue mich darauf, auf der bisherigen Arbeit im DRV aufzubauen und zugleich Kieran, die Trainer im DRV und auch allen Rugbyfans bei der Realisierung unserer Ziele und Träume zu unterstützen.“