Am Samstag, den 30. Juni, geht es für die deutsche 15er-Rugbynationalmannschaft der Männer in die nächste Runde in der Qualifikation zum Rugby World Cup 2019 in Japan. In Samoas Hauptstadt Apia trifft man im Hinspiel auf die starken Gastgeber, die dann zwei Wochen später, am 14. Juli zum Rückspiel nach Deutschland kommen. Der Sieger aus diesen zwei Partien qualifiziert sich direkt für die Rugby-Weltmeisterschaft. Doch auch der Verlierer bekommt im Herbst dieses Jahres noch eine letzte Chance. Für die erste Begegnung mit „Manu Samoa“ bauen die Nationaltrainer Pablo Lemoine und Kobus Potgieter auf nahezu das gleiche Team, das zuletzt in Heidelberg Portugal geschlagen hatte. (Foto: Tobias Keil)

Lediglich Ayron Schramm, Hagen Schulte und Mathieu Ducau mussten verletzt oder aus beruflichen Gründen absagen. Und so reisen folgende Spieler mit nach Samoa:

Heidelberger RK: Sean Armstrong, Marcel Coetzee, Jarrid Els, Sebastian Ferreira, Samy Füchsel, Steffen Liebig, Pierre Mathurin, Jaco Otto, Raynor Parkinson, Jörn Schröder, Timo Vollenkemper
TSV Handschuhsheim: Marcus Bender
RG Heidelberg: Antony Dickinson
RK 03 Berlin: Falk Duwe
Neckarsulmer SU: Mark Fairhurst, Marcel Henn
Hannover 78: Pascal Fischer
SC Neuenheim: Nikolai Klewinghaus
RC Vannes (FRA): Christopher Hilsenbeck, Tim Menzel
Aurilliac (FRA): Julius Nostadt
Carcassonne (FRA): Maxime Oltmann
RC Strasbourg (FRA): Mika Tyumenev
La Rochelle (FRA): Eric Marks

Die Mannschaft und der Staff machen sich am Freitagnachmittag auf die fast 40 Stunden lange Anreise ans andere Ende der Welt. Die Partie findet am 30. Juni in Samoas Hauptstadt Apia statt. Ankick ist laut World Rugby voraussichtlich 15.10 Uhr Ortszeit (MESZ +11 Stunden). In Deutschland wäre es dann 04.10 Uhr nachts.

Das Team „Manu Samoa“ ist nach wie vor zu den Weltklasseteams zu zählen, auch wenn man zuletzt einige weniger gute Ergebnisse erzielt hatte. Die Pazifikinsulaner, die in der Weltrangliste derzeit Platz 17 belegen, waren seit 1991 bei allen Weltmeisterschaften dabei und sind wohl auf einem Level anzuordnen wie Georgien, Rumänien oder Italien.

In dem Land mit der vermutlich höchsten Anzahl von Rugbyspielern im Vergleich zur Einwohnerzahl (knapp 200.000), wird das Rugbynationalteam innig geliebt, Rugby ist Nationalsportart Nummer eins. Die Spieler, zumeist hervorragend in Neuseeland ausgebildet, sind als Rugbyprofis in Top-Ligen auf der ganzen Welt aktiv. Samoa pflegt eine sehr physische Spielweise, ist gefürchtet für harte Kontakte und Tacklings. Dennoch sind sie, wie für polynesische Teams typisch, spielstark, schnell und kreativ im Spiel nach vorn.

„Natürlich ist das ein sehr starker Gegner, auch wenn sie zuletzt gegen Fidschi und Tonga knapp verloren haben“, weiß Trainer Kobus Potgieter. „Unsere Aufgabe ist nun, den Gegner genau zu analysieren und Kleinigkeiten zu finden, wo wir sie unter Druck setzen können. Dazu müssen wir an unserem eigenen Spiel noch ein paar Dinge verbessern im Vergleich zum Spiel gegen Portugal. Es wird sehr schwer, aber an einem guten Tag  ist alles möglich.“ Doch unabhängig von Sieg oder Niederlage sind die beiden Spiele gegen Samoa für die Entwicklung der Mannschaft ganz wichtig. „Unser Ziel ist es, sich künftig regelmäßig mit Teams dieser Kategorie messen zu können. Da werden uns die Erfahrungen, die wir jetzt machen, sicher einen guten Schritt nach vorn bringen.“

Bislang gab es ein einziges Spiel eines deutschen 15er-Rugbynationateams gegen Samoa. Im September 1989 unterlag West-Germany in Bonn deutlich mit 9:54. Und auch diesmal, muss man konstatieren, geht Deutschland als klarer Außenseiter in diese beiden Spiele.

Der Sieger aus diesen beiden Playoff-Spielen qualifiziert sich direkt für den Rugby World Cup und kommt in die Vorrundengruppe A mit Irland, Schottland, Japan und Russland.

Das unterlegene Team muss im Herbst im Repechage-Turnier um den letzten zu vergebenen WM-Startplatz spielen. Dort geht es gegen Kanada, den Sieger des Asien-Ozeanien-Playoffs zwischen Hongkong und den Cook Islands sowie den Zweitplatzierten des afrikanischen Gold Cups 2018. Wer sich in diesem Turnier durchsetzt, dem winken in WM-Pool B Vorrundenspiele gegen die neuseeländischen All Blacks, die Springboks aus Südafrika sowie Italien und dem besten afrikanischen Team.