Das deutsche 7er-Perspektivteam hat die Howard Hinton Sevens im französischen Tours auf einem ordentlichen siebenten Platz abgeschlossen. Nach der knappen Viertelfinal-Niederlage am zweiten Turniertag gegen Georgien ging es für die DRV-Auswahl am Sonntag in die Platzierungsspiele um die Ränge fünf bis acht. Dort unterlag man zunächst der französischen Regional-Auswahl Comité Midi-Pyrénées, bevor man mit dem Sieg im Spiel um Platz sieben gegen das Team Les Bleus mit Spielern des französischen Development-Teams und verschiedener Hauptstadt-Clubs einen versöhnlichen Abschluss schaffte.

Gegen das Comité Midi-Pyrénées ging die deutsche Auswahl nach einem Versuch von Benjamin Fromm und der Erhöhung von Daniel Koch mit 7:0 in Führung und verteidigte diese bis zur Pause, auch wenn die Franzosen mit einem nicht erhöhten Versuch antworten konnten. Nach dem Seitenwechsel lag plötzlich der Gegner mit 12:7 vorn, doch die Deutschen steckten nicht auf, erspielten sich in der Folge leichte Vorteile und holten die Führung mit einem erneut von Koch erhöhten Versuch von Jarrod Saul zurück. Doch die Franzosen entschieden die Partie noch mit der letzten Aktion, die einen Versuch zum 19:14-Endstand einbrachte.

Mindestens genauso spannend verlief das Spiel um Platz sieben gegen das Team Les Bleus, gegen das vor Wochenfrist bei den Stanislas Sevens in Nancy auch der A-Kader bereits verloren hatte. Das DRV-Perspektivteam übernahm schnell die Initiative, erspielte sich klare Vorteile und lag nach jeweils erhöhten Versuchen von Niklas Koch und Jarrod Saul zur Halbzeit verdient mit 14:0 in Führung. Doch der spielerische Faden war nach dem Seitenwechsel  weg, die Franzosen holten auf und glichen erst zum 14:14 und nach einem erhöhten Versuch von Nicolas Müller auch noch zum 21:21 aus, sodass die Partie im Sudden Death entschieden werden musste. Hier hatte am Ende die DRV-Auswahl den besseren Ausgang für sich. Niklas Hohl brachte mit seinem Versuch zum 26:21 die Entscheidung zu Gunsten der Deutschen.

Nationaltrainer Chris Lane: „Wir sind absolut glücklich mit diesem Wochenende. Wir hatten hier ein unerfahrenes Team, das zuvor praktisch kein richtiges gemeinsames Training in dieser Konstellation hatte. Die Jungs sollten sich in diesem Turnier als Rugbyspieler weiterentwickeln. Sie haben über die drei Tage ihre Fähigkeiten gezeigt. Viel wichtiger war jedoch, dass sie Charakter gezeigt haben, und dass sie eine viel versprechende Zukunft für das deutsche Siebener-Programm sein können. Besonders im letzten Spiel haben sie noch mal viel Herz gezeigt, als das Momentum bei den Gegnern lag, wir die Partie aber in der Verlängerung noch gewinnen konnten. Das war sehr erfreulich.“

Unterdessen hatte die deutsche U18-Siebener-Auswahl, die am zweiten Turniertag nur noch einen dezimierten Kader aufbieten konnte, das Junioren-Turnier im Rahmen der Howard Hinton Sevens auf dem achten Platz abgeschlossen. Nach der Viertelfinal-Niederlage am Vorabend ging es nun im Playoff um die Plätze fünf bis acht zunächst erneut gegen die Akademie Beziers, die man bereits in der Gruppenphase hatte schlagen können. Diesmal jedoch hatten die DRVer mit 5:19 das Nachsehen. Im abschließenden Spiel um Platz sieben ging es dann ebenfalls zum zweiten Mal gegen die Akademie aus Dijon, wo man in letzter Minute mit 12:17 unterlegen war.

Die vier Spiele am ersten Turniertag hatten offenbar Kraft gekostet. Außerdem war man mit einigen angeschlagenen Spielern in die Platzierungsspiele gegangen. So unterlag man dem Team aus Bezier, diesmal deutlich mit 5:19. Den einzigen deutschen Versuch hatte Liam Böse gelegt, und nach der Partie waren mit Philip und Anton Gleitze sowie Spielmacher Hugo Kellaway bereits drei Ausfälle zu verzeichnen. Im Spiel um den siebenten Platz stand ebenfalls ein Team, das man bereits in der Gruppenphase gespielt hatte. Wieder verkaufte man sich gegen die Akademie Dijon über weite Strecken gut und lag bis kurz vor Schluss nach Versuchen von Jack Hunt und Luis Diel sowie einer Erhöhung von Simon Rosbach sogar vorn. Doch mit der letzten Aktion drehte Dijon die Partie noch in einen 17:12-Sieg.

Trainer Jan Ceselka zog dennoch ein gutes Turnierfazit: „Wir hatten hier mit den französischen Akademie-Teams wirklich starke Gegner. Vor allem in puncto Matchhärte und Spieltempo konnten wir hier viel mitnehmen. Leider hatten wir im Turnierverlauf einige verletzte oder angeschlagene Spieler – am Ende waren es sogar fünf – was uns in unseren Wechselmöglichkeiten sehr eingeschränkt hat. Ziel für diese Maßnahme war es jedoch, allen Spielern die Möglichkeit zu geben, sich auf diesem Niveau zu präsentieren und zu beweisen. Dazu wollten wir die eine oder andere Konstellation ausprobieren, und auch hier haben wir weitere Erkenntnisse gewinnen können. Der nächste Schritt muss es aber sein, gerade die engen Spiele, die wir hier noch aus der Hand gegeben haben, künftig für uns zu entscheiden und damit den nächsten Lernschritt zu gehen.“