Die deutschen 7er-Männer haben beim ersten von zwei Turnieren der Rugby Europe Grand Prix Series in Moskau (RUS) am Ende Rang vier belegt. Damit hat sich das Wolfpack nicht nur eine gute Ausgangsposition im Kampf um die Medaillen in der Europameisterschaft im olympischen 7er-Rugby verschafft. Zudem ist in der Wertung um die Qualifikation zum World-Series-Qualifier in Hongkong bereits klarer Führender, und auch die Aussicht, als bestes nicht Weltserien-Team zu den Turniere in London und Paris eingeladen zu werden, ist sehr gut. Die aus dem Abschneiden in Moskau resultierende Setzliste für das anstehende Olympia-Qualifikationsturnier am 13./14. Juli in Colomiers (FRA) hat den Deutschen allerdings eine anspruchsvolle Gruppe eingebracht. (Foto: Jan Perlich)

Im französischen Colomiers wird man nun in der Vorrunde erneut auf England, auf Georgien und den Sieger der zweitklassigen Rugby Europe Sevens Trophy, also den Aufsteiger in die Grand Prix Series, treffen. „Das ist sicher keine einfache Gruppe“, gibt DRV-Co-Trainer Clemens von Grumbkow zu. „Aber wir werden uns gut vorbereiten und dann in Colomiers attackieren, um das für uns bestmögliche Ergebnis zu holen.“

In Moskau hatte man sich nach einer eher holprigen Vorrunde, die man zwar mit einem erwartungsgemäßen Sieg gegen Außenseiter Polen (45:14) startete, wo man dann aber zwei Niederlagen gegen das Weltserienteam aus Wales (12:21) und Portugal (10:12) einstecken musste, als bester Gruppendritter dennoch für das Viertelfinale qualifiziert.

Dort wartete am Sonntagmorgen direkt wieder Portugal zur Revanche. Diesmal zeigte Deutschland eine sehr konzentrierte und dominante Leistung, ließ den Portugiesen kaum eine Chance und fertigte den Gegner mit 45:0 (26:0) ab. „Das war ein fast perfektes Spiel“, konstatierte da Co-Trainer Clemens von Grumbkow. „Als Trainer kann man sich nicht mehr wünschen, als dass die Jungs so fokussiert spielen. Sie waren sich ihrer Chance bewusst, und es hat alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Im Halbfinale wartete dann Europameister Irland auf das Wolfpack. Es entwickelte sich ein ungemein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Doch schlussendlich hatte die DRV VII den drei Versuchen der Iren nur zwei von Phil Szczesny und Tim Lichtenberg entgegenzusetzen. Endstand 10:17 (5:10) aus deutscher Sicht. „Wir waren etwas unglücklich mit ein, zwei Schiedsrichterentscheidungen. Trotzdem war durchaus ein Sieg möglich, und der wäre auch nicht unverdient gewesen.“

Der aktuelle Weltserien-Fünfte aus England war dann Gegner im Spiel um Platz drei. Die Favoriten machten sofort Druck. Deutschland konnte den ersten Ansturm noch gut verteidigen, doch dann war England auf der linken Seite erstmals durch und legte zum Versuch ab (3.). Doch die Deutschen hatten schnell eine Antwort parat: Niklas Koch schnappte sich den Ball in einem Ruck nahe am englischen Malfeld und legte ab (5.). Weil die Erhöhung von Fabian Heimpel passte, lag der DRV nun mit 7:5 vorn. Doch England holte sich noch vor der Pause mit einem weiteren Versuch auf der linken Seite – ähnlich dem ersten – die Führung zurück, 10:7 (7.).

Es blieb ein enges Spiel, allerdings mit leichten Vorteilen für die erfahrenen Engländer. Superstar Dan Norton hatte in der 10. Minute Glück, dass er den Ball unter Kontrolle behielt und mit seinem erhöhten Versuch auf 17:7 stellen konnte. Und nur zwei Minuten später machte England mit dem vierten Versuch den Sack zu. Doch die Deutschen wollten sich damit nicht verabschieden und setzten durch einen Versuch von Ben Ellermann und die Erhöhung von Fabian Heimpel zum 14:21-Endstand aus DRV-Sicht den Schlusspunkt.

„So richtig zufrieden sind wir nicht, schließlich haben wir hier nur zwei von sechs Spielen gewonnen“, gab Co-Trainer Clemens von Grumbkow zu. „Insgesamt war hier sicher mehr möglich, insbesondere im Halbfinale – das ist natürlich schade. Insgesamt war es ein sehr durchwachsenes Turnier, bei dem wir am ersten Tag nicht gerade geglänzt haben. Am zweiten war es dann besser. Ich denke, bei dem aktuellen Verletztenstand können wir auf das Abschneiden hier für die nächsten Turniere aufbauen.“

Mit diesem vierten Platz in Moskau allerdings hat sich das deutsche Team in eine hervorragende Ausgangsposition für die neuerliche Teilnahme am World-Series-Qualifier in Hongkong im kommenden Frühjahr gebracht. Die Verfolger aus Portugal und Italien belegten in Russlands Hauptstadt lediglich die Ränge sieben beziehungsweise acht und haben damit schon etwas Rückstand auf die DRV VII. Und auch die Einladung zu den Weltserien-Turnieren in London und Paris, die man als bestes europäisches Team, das nicht auf der Weltserie spielt, bekommt, ist somit in Reichweite.

Abschlussklassement GPS in Moskau (RUS):
1. Frankreich (20 Punkte), 2. Irland (18), 3. England (16), 4. Deutschland (14), 5. Wales (12), 6. Spanien (10), 7. Portugal (8), 8. Italien (6), 9. Russland (4), 10. Georgien (3), 11. Polen (2), 12. Rumänien (1)