Die deutschen 7er-Männer haben beim ersten Turnier der Grand Prix Series 2019 in Moskau einen durchwachsenen ersten Tag hingelegt. Zwar musste man sich in zwei von drei Gruppenspielen geschlagen geben, doch am Ende zog das Wolfpack doch als bester Gruppendritter trotzdem ins Viertelfinale ein, wo man am Sonntag um 10.22 Uhr direkt Revanche nehmen kann an Portugal, gegen das man in der Vorrunde knapp verloren hatte.

Zum Turnierauftakt hatte es noch ein souverän herausgespieltes 45:14 (19:7) gegen Außenseiter Polen gegeben. Deutschland trat von der ersten Minute an sehr dominant auf. Henrik Meyer gab sofort seinen Einstand mit dem ersten erhöhten Versuch. Polen konterte zwar kurz darauf, aber Ben Ellerman brachte das Wolfpack umgehend zurück auf die Siegerstraße. Und als Phil Szczesny kurz vor der Pause eine Lücke sah, nutzte er die zum verdienten 19:7-Pausenstand.

Es blieb eine eher einseitige Partie, in der Tim Lichtenberg und Niklas Koch, der einen freien Ball am Ruck aufnahm und ablegen konnte, den Vorsprung auf 31:7 ausbauten. Polens Chancen resultierten vor allem aus Flüchtigkeitsfehlern der Deutschen, so auch der Versuch zum 14:31, der aus einem ungenauen Pass in den DRV-Reihen enstand. Doch in der Schlussphase machten es Koch, Carlos Soteras Merz und Fabian Heimpel mit zwei Erhöhungen noch deutlicher.

Das erfahrene Weltserien-Team aus Wales war im zweiten Gruppenspiel schon ein merklich anderes Kaliber. Zwar legte Ben Ellerman gleich mit der ersten Aktion unter den Stangen ab, mit Erhöhung ein frühes 7:0. Doch danach verlor das deutsche Team sichtbar den Faden, hatte Probleme, eine Lücke in der walisischen Defensive zu finden. Die Mannen von der Insel hingegen begannen, ihre Chancen konsequent zu nutzen und hatten die Partie bis zur Pause mit zwei Versuchen in ein 7:14 aus DRV-Sicht gedreht.

So blieb es auch nach dem Seitenwechsel. Wales spielte vor allem cleverer, nutzte seine Möglichkeiten und erhöhte in der 9. Minute um einen erhöhten Versuch auf 21:7. Deutschland zeigte einige gute Ansätze, aber eben auch zu viele leichte Fehler, was in diesem Spiel den Unterschied ausmachte, auch wenn Bastian Himmer sein Team zwischenzeitlich noch mal um fünf Zähler näher heranbrachte (11.). Endstand: 12:21.

Ein ganz enges Spiel entspann sich im abschließenden dritten Match in der Gruppenphase gegen Portugal, das früh in Führung ging. Phil Szczesny aber kickte in der 4. Minuten den Ball schnell an, schaltete den Nachbrenner ein und glich rechts außen zum 5:5 aus. Das Wolfpack trug seine Angriffe zwar gut vor, spiele diese dann aber nicht sauber zu Ende und ließ so einige Punkte liegen. Stattdessen gingen die Portugiesen dank eines erhöhten Versuchs (6.) mit der 12:5-Führung in die Pause.

Eine Unterzahlphase nach Gelb für Anjo Buckman (10.) überstand man ohne Schaden, aber auch danach konnte man dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Erst in der Schlussminute gelang Zinzan Hees der Versuch zum 10:12. Die Erhöhung hätte den Ausgleich bringen können, doch der schwierige Kick von außen fand sein Ziel nicht.

„Es war heute sicher mehr drin“ konstatierte DRV-Co-Trainer Clemens von Grumbkow. „Vor allem das Spiel gegen Portugal hätten wir gewinnen können. Da haben wir zu viel liegenlassen und ermöglichten Portugal mit ein, zwei Verteidigungsfehlern Chancen. Wir werden den Tag jetzt genau analysieren und haben aber ja morgen im Viertelfinale gegen Portugal direkt die Chance, uns zu revanchieren.“

(Foto: Jan Perlich)