Die deutsche 7er-Nationalmannschaft steht vor der wichtigsten Saison ihrer Geschichte. Denn der EM-Auftakt in die Grand Prix Series am Samstag mit dem zweitägigen Turnier (6./7. Juni) in Moskau ist zugleich der Startschuss in die Olympiaqualifikation für Rio 2016. Neben dem angepeilten sechsten Platz in der Endabrechnung der drei EM-Turniere (13./14. Juni in Lyon und 11./12. Juli in Exeter) setzt die Mannschaft vom DRV-Trainerduo Rainer Kumm und Chad Shepherd alles daran, sich den Traum von den olympischen Spielen zu erfüllen.

Der Auftakt in die Europameisterschaft gestaltet sich für die DRV VII aber als schwierig. Nach den Ausfällen von sieben Stürmern hat es mit Tim Lichtenberg (RG Heidelberg) nun auch einen Spieler der Hintermannschaft erwischt. „Tim hat sich im Vereinstraining ein Schleudertrauma zugezogen und wird für Moskau leider nicht rechtzeitig fit. Hoffentlich haben wir jetzt das Gröbste überstanden und bleiben von weiterem Verletzungspech verschont“, sagt DRV-Leistungssportreferent Manuel Wilhelm. Fraglich ist allerdings der Einsatz von Halbspieler Sam Rainger (RK Heusenstamm), der an einem grippalen Infekt leidet: „Wir hoffen, dass Sam rechtzeitig wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein wird. Auf der Halbposition haben wir aber glücklicherweise etwas Tiefe, auch wenn hier mit Leonard Becker und Oliver Paine  bereits zwei potenzielle Vertreter ebenfalls nicht zur Verfügung stehen“, so Wilhelm. In der EM-Vorbereitung haben Athletiktrainer Raphael Gessenharter sowie das Physioteam Alfred Rücker und Waldemar Perlefein zudem hart daran gearbeitet die lange 15er-Saison aus den Beinen der Spieler zu schütteln.

In der Grand Prix Series ist Deutschland an Nummer zehn unter zwölf Mannschaften gesetzt. Damit trifft die DRV VII in Moskau in Gruppe C auf Gastgeber Russland, Spanien und Italien. Durch den Rückzug Schottlands hat der europäische Verband Rugby Europe die Vorrundengruppen nochmals neu zusammengesetzt – zum Nachteil der DRV VII. „Spanien ist aktuell stärker als Portugal und das Entwicklungsteam der Engländer einzuschätzen, die wir vorher in unserer Gruppe hatten. Und gegen Italien sind es immer enge Duelle”, sagt Manuel Wilhelm. England ist dabei das einzige europäische Team, das sich als Großbritannien über die Sevens World Series bereits für Rio qualifiziert hat.

Der Sieger der Grand Prix Series 2015 wird den Briten nach Brasilien folgen. Der Zweitplatzierte muss den Umweg über den World Qualifier 2016 nehmen. Die folgenden acht Mannschaften nehmen zudem am europäischen Qualifikationsturnier in Lissabon teil (18./19. Juli). Dort qualifizieren sich drei besten Nationen ebenfalls für den World Qualifier, in dem sich der Sieger den letzten Platz unter zwölf Teams für Rio sichert. Die DRV VII hat also einen langen Weg bis Brasilien vor sich. Der erste Schritt dorthin will die Mannschaft aber in Moskau machen.

Kader der DRV VII für das GPS-Turnier in Moskau:

Hannover 78: Phil Szczesny

Heidelberger RK: Clemens von Grumbkow, Robert Hittel, Niklas Hohl

RG Heidelberg: Fabian Heimpel, Bastian Himmer, Marvin Dieckmann

TG 75 Darmstadt: Johannes Schreieck

TV Pforzheim: Carlos Soteras-Merz

RK Heusenstamm: Tim Biniak, Sam Rainger

Trinity College (IRE): Sebastian Fromm