Die 7er-Nationalmannschaft der Männer ließ dem gelungenen EM-Auftakt vor Wochenfrist einen weiteren Paukenschlag folgen. Beim zweiten Turnier der Grand Prix Series (GPS) in Lyon belegte die DRV VII einen sensationellen vierten Platz – und erzielte damit das bisher beste Ergebnis einer deutschen 7er-Auswahl in der europäischen Eliteliga. Durch diesen Erfolg klettert die Mannschaft aktuell um einen Platz auf den fünften Rang im GPS-Gesamtklassement. Die Frauen des DRV taumeln dagegen dem Abstieg aus der Women Grand Prix Series (WGPS) entgegen. Zum Auftakt der EM-Serie in Kazan blieb das Team sieglos und rangiert nach dem ersten von zwei Turnieren auf dem zwölften und damit letzten Platz der Tabelle.

Mit dem sechsten Platz in Moskau verschafften sich die DRV-Männer eine gute Ausgangsposition, in Lyon im Gesamtklassement weiter nach oben zu klettern. Und diese Chance nutzte die Mannschaft von Nationaltrainer Rainer Kumm. Gegen Aufsteiger Litauen gelang zum Turnierstart ein 28:10-Sieg. Gegen Tabellenschlusslicht Rumänien behielt die DRV VII mit 28:12 die Oberhand. Lediglich dem aktuellen GPS-Zweiten Spanien musste sich die DRV-Auswahl zum Abschluss der Gruppenphase mit 7:26 beugen. Lohn der couragierten Auftritte war der Einzug in das Viertelfinale. Dort traf die deutsche 7er-Nationalmannschaft auf den bis dahin Gesamtzweiten Russland. In einem spannenden Spiel zog die DRV VII mit einem 17:10-Sieg in das Halbfinale von Lyon ein. Dort wartete der EM-Favorit und spätere Turniersieger Frankreich. Nach einer verschlafenen ersten Halbzeit, verlor Deutschland das Spiel mit 14:28 und traf so im kleinen Finale auf Belgien. Und dieses Spiel entwickelte sich zu einem Krimi.

Nach einem 7:14-Halbzeitrückstand konnten die DRV-Jungs das Spiel drehen und führten bis kurz vor Ende der Partie mit 21:14. Doch mit der Schlusssirene konnten die Nachbarn ausgleichen. Was folgte war eine Verlängerung. Und dort kassierte die DRV VII im „sudden death“ den Versuch zur unglücklichen 21:26-Niederlage. Doch trotz dieser Niederlage verbesserte sich das deutsche Team in der GPS-Gesamtwertung mit aktuell 24 Punkten auf den fünften Platz. Nun hat die Mannschaft einen Monat Zeit, sich auf das abschließende Turnier der Grand Prix Series in Exeter (11./12. Juli) vorzubereiten und dort den nächsten Coup zu landen, um sich in eine gute Position für das europäische Olympia-Qualifikationsturnier in Portugal (18./19. Juli) zu bringen. Dort werden drei Plätze für das Welt-Qualifikationsturnier Mitte 2016 vergeben, bei dem der letzte Platz im Teilnehmerfeld für Rio 2016 ausgespielt wird.

Ernüchternd verlief der EM-Auftakt und Start in die Olympiaqualifikation für die Frauen des DRV. In Kasan gelang der Mannschaft von Nationaltrainer Michael Hooke kein einziger Sieg. Folge: Nach dem ersten von zwei Turnieren rangiert die DRV VII der Frauen auf dem zwölften und somit letzten Platz im Gesamtklassement und ist damit dem Abstieg aus der Grand Prix Series gefährlich nahe.

In der Gruppenphase verlor das Team gegen England mit 7:40, gegen die Niederlande mit 5:33 und gegen Wales mit 7:28. Und in den Spielen um die Plätze neun bis zwölf setzte es gegen Portugal eine 21:31- und gegen die Ukraine eine 10:12-Niederlage. Beim abschließenden Turnier kommende Woche in Brive (20./21. Juni) muss nun ein Kraftakt her, damit die Frauen-Nationalmannschaft die Klasse in der Women Grand Prix Series hält.

GPS Gesamtklassement Männer (nach zwei von drei Turnieren):

1. Frankreich 40 Punkte
2. Spanien 38
3. Russland 28
4. England 26
5. Deutschland 24
6. Portugal 20
7.Belgien 19
8. Wales 10
9. Litauen 9
10. Georgien 8
11. Italien 8
12. Rumänien 2

Gruppe A GPS-Turnier Exeter (11./12. Juli):

Deutschland
Frankreich
Portugal
Rumänien

WGPS-Gesamtklassement Frauen (nach einem von zwei Turnieren):

1. Russland 20 Punkte
2. Frankreich 18
3. England 16
4. Spanien 14
5. Irland 12
6. Niederlande 10
7. Italien 8
8. Wales 6
9. Schottland 4
10. Portugal 3
11. Ukraine 2
12. Deutschland 1

Gruppe WGPS-Trunier Brive (20./21. Juni):

Deutschland
England
Irland
Schottland