Das deutsche 7er-Rugbynationalteam der Männer hat auch beim dritten Turnier der Sevens Grand Prix Series im englischen Exeter das Viertelfinale erreicht. Zwar musste man in der Vorrunde eine knappe Niederlage gegen das World-Series-Team von Wales hinnehmen, doch Siege gegen Spanien und Portugal genügten, um im Rennen um den Turniersieg weiter dabei zu bleiben. Am Sonntag geht es um 13.36 Uhr (CET) im Viertelfinale gegen Gastgeber England weiter. Auch der komplette zweite Turniertag ist bei DAZN live zu verfolgen. (Foto: Jan Perlich)

„Das war ein sehr durchwachsener Tag, mit dem wir nicht so richtig zufrieden sind“, gab DRV-Co-Trainer Clemens von Grumbkow zu. „Wir sind nicht gut gestartet, obwohl es am Ende ein klarer Sieg gegen Spanien war. Zudem haben wir da schon Anjo Buckman verloren, der sich die Leiste gezerrt hat. Gegen Wales war die erste Halbzeit ganz daneben, und dann haben wir nicht intelligent genug gespielt, um das noch aufzuholen. Und auch gegen Portugal haben wir es uns unnötig schwer gemacht, obwohl wir das Spiel eigentlich dominiert haben. Am Ende muss man mit zwei Siegen zufrieden sein, es waren aber auch drei Siege drin. Jetzt heißt es, Kräfte sammeln für den zweiten Turniertag. Wir werden versuchen, auch Anjo wieder hinzukriegen für das wichtige Viertelfinale. Und dann schauen wir, was uns gelingt.“

Deutschland – Spanien              31:15 (14:10)
Die erste deutsche Angriffsserie verlief zwar etwas holprig, führte aber dennoch um ersten Versuch, als sich Carlos Soteras Merz ins Malfeld wuchtete (2.) – Andrew Nurse erhöhte sicher auf 7:0. Doch im Anschluss zeigte sich weiter, dass man noch ein paar Minuten brauchte, um den Rhythmus zu finden. Bis dahin hatte sich allerdings Spanien die Führung geholt. Erst hatten die Iberer eine Überzahl auf rechts geschaffen für den Versuch durch Javier Carrion (4.), dann wehrte Javier De Juan die Attacke von Soteras Merz mit dem ausgestreckten Arm ab und legte den zweiten Versuch zum 7:10 aus deutscher Sicht (6.). Doch die DRV VII blieb im Aufbau ruhig, suchte seine Chance und fand sie, als Jonathon Dawe Andrew Nurse bediente und der durch die Mitte zum Versuch einlief. Bastian Himmer erhöhte zum Halbzeitstand von 14:10 (7.).

Im zweiten Durchgang übernahm Deutschland die Initiative komplett, ließ den Ball gut laufen. Nach Zuspiel von Bastian Himmer war es in der 9. Minute Tim Lichtenberg, der für gleich zwei Spanier zu schnell war und unter den Malstangen ablegen konnte. Der mittlerweile eingewechselte Fabian Heimpel erhöhte mühelos a8f 21:10. Spanien hatte in dieser Phase kaum etwas entgegenzusetzen. Heimpel mit dem tiefen Ankick, der zur Gasse für Spanien wurde. Die gewann das deutsche Team in Person von Robert Haase, der erst in der Luft die Hand am Ball hatte und ihn dann am Boden aufnahm, um ihn die wenigen Meter ins Malfeld zu tragen (11.). Und auch in der nächsten Szene wurde die Überlegenheit deutlich: Spanien hatte zwar mal den Ball erobert, geriet aber sofort wieder unter Druck, sodass sie den Ball unkontrolliert wegwarfen. Niklas Koch nahm ihn auf und legte den Versuch zum 31:10 (12.). Die Spanier bekamen aber gerade noch eine Chance und wussten die zur Ergebniskosmetik zu nutzen. Inaki Mateu verkürzte – unnötigerweise aus deutscher Sicht – noch auf 15:31 (14.).

Deutschland – Wales                           12:17 (5:17)
Knappe Niederlage im zweiten Spiel gegen das World-Series-Team von Wales: Die DRV VII hatte im ersten Durchgang offenbar einige Abstimmungsprobleme in der Defensive. So konnten Owen Jenkins (2.), Lloyd Williams (4.) und Will Talbot-Davies (5.) viel zu leicht und praktisch immer auf die gleiche Art und Weise über die rechte Seite drei Versuche zur zwischenzeitlichen 17:0-Führung legen. Erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs gelangen mehrere gute Angriffsphasen, die dazu führten, dass am Ende nach gutem Pass- und Laufspiel Niklas Koch auf der linken Seite für den ersten deutschen Versuch ins Malfeld lief (7.). Die Erhöhung ging knapp vorbei.

Die zweite Halbzeit begann sehr positiv: Wales konnte den deutschen Ankick nicht sichern. Der Ball fiel praktisch in die Hände des gut nachsetzenden Carlos Soteras Merz, der ungehindert zum Versuch ablegen konnte (8.). Der Erhöhungskick fand sein Ziel, und beim Stand von 12:17 schien wieder alles drin für das deutsche Team. Erst recht, als Cai Devin erfolglos versuchte, einen Ball herauszufangen und dafür mit Gelb bestraft wurde. Es blieb aber trotzdem ein enges und sehr intensives Spiel, weil Wales nun mit vielen Kontaktsituationen versuchte, Zeit von der Uhr zu nehmen. Beide hatten noch Chancen auf weitere Punkte, doch schlussendlich blieb es bei dem knappen Erfolg der Waliser.

Deutschland – Portugal             21:17 (14:7)
Das deutsche Team zeigte sich von Beginn an hoch konzentriert, setzte selbst Akzente und ließ Portugal andererseits nicht ins Spiel kommen. Die DRV VII machte sofort Druck und arbeitete sich konsequent in Richtung Malfeld vor. Carlos Soteras Merz legte vor der Linie noch auf Tim Lichtenberg ab, der den Versuch verbuchte (3.), den Andrew Nurse sicher erhöhen konnte. So ging es weiter. Max Calitz bekam den Ball und machte ordentlich Meter, bevor auch er den mitgelaufenen Tim Lichtenberg bediente, der wiederum zum Versuch ablegte (4.), den Nurse erneut zum 14:0 erhöhte. Für den Gegner gab es bis dahin kein Durchkommen. Doch in dne letzten Sekunden der ersten Hälfte gab es den Durchbruch. Bastian Himmer und Tim Lichtenberg holten den Portugiesen noch ein, aber Deutschland konnte den Ball nicht unter Kontrolle bringen, sodass Conceicao mit einem erhöhten Versuch noch auf 7:14 verkürzen konnte.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs bestimmte Deutschland das Geschehen. Himmer und Calitz sorgten auf der linken Seite für Unruhe in Portugals Verteidigung, dann kam der Ball zu Robert Haase, der mit einem Step die Lücke nutzte und mit einem erhöhten Versuch auf 21:7 stellte (9.). Die Iberer allerdings blieben gefährlich. Vom Ankick weg gelang der Konter, der zum Versuch von David Carvalho führte (10.). Und in der 13. Minute machte es Tiago Fernandes, der zwei Tackles ausweichen konnte und dann etwas zu leicht den Versuch legen konnte, noch einmal spannend. Doch Bastian Himmer beendete die Partie mit einem Kick ins Seitenaus.