Neben den Männern starten auch die 7er-Frauen des DRV am Wochenende (7./8. Juni) in die EM-Saison. Das Auftaktturnier der diesjährigen Grand Prix Series der Frauen in der olympischen Rugby-Variante steigt dabei in Moskau. DRV-Nationaltrainer Susanne Wiedemann blickt zuversichtlich auf die beiden Turniere in der russischen Hauptstadt und eine Woche später (14./15. Juni) im französischen Brive. Ihre Zielvorgabe: Ein Platz unter den Top Acht im Abschlussklassement.

Dabei hat es der Auftakt in sich. In Gruppe C trifft die DRV VII auf Frankreich, Spanien und Wales. Gegnerinnen, die Susanne Wiedemann allesamt hoch einschätzt. Doch ihre Mannschaft ist gewillt, die Gruppe mit einem guten Ergebnis abzuschließen. „Wir werden schauen, wie wir uns schlagen. Auf jeden Fall wollen wir mit einer guten Platzierung in den zweiten Turniertag gehen“, sagt die Nationaltrainerin. Dabei kann Susanne Wiedemann auf einen starken Kader zurückgreifen. „Seit einem Jahr läuft unser Projekt am Bundesstützpunkt in Köln. Und seitdem ist die Mannschaft zu einer echten Größe angewachsen“, sagt Wiedemann.

Der Olympiastützpunkt Rheinland bietet optimale Trainingsbedingungen. So haben die Verantwortlichen der Adler Sevens ein erfolgsorientiertes Netzwerk aus sportlicher und medizinischer Betreuung aufgebaut. „Wir haben uns in kurzer Zeit an dem Stützpunkt, wo der Hochleistungssport zu Hause, bereits einen Namen gemacht, den wir uns mit unser täglichen Arbeit erworben haben“, betont die DRV-Nationaltrainerin.

Neben Studium und Job absolvieren die Spielerinnen täglich zwei Trainingseinheiten, die mit Videoanalysen sowie regenerativen und medizinischen Maßnahmen verknüpft sind. Zudem trainieren die Nationalspielerinnen noch in ihren Heimatklubs, in denen sie an Vereinsspieltagen zum Einsatz kommen. „In Zusammenarbeit mit den Vereinen wollen wir ständig Talente entdecken, entwickeln und fördern. Dafür führen wir mit den Verantwortlichen viele Gespräche und treffen mit den Athletinnen entsprechende Vereinbarungen“, erklärt Susanne Wiedemann.

Bei der Sichtung baut Wiedemann ebenfalls auf ein funktionierendes Netzwerk und gute Kontakte, um bei Turnieren und Spielen weitere Talente zu scouten. Zwei Dinge sind dabei für die Spielerinnen, die eine erfolgreiche Nationalmannschaftskarriere anstreben, unabdingbar: Herzblut und Wille. „Beides muss vorhanden sein, um die gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen. Ohne dies funktioniert das nicht“, betont Wiedemann. Dabei werfen die DRV-Verantwortlichen aber auch einen Blick auf die persönlichen Lebensumstände der Spielerinnen. Denn der Wechsel aus einem eher Breitensport orientierten Umfeld an den Bundesstützpunkt Rugby, an dem alles auf Leistungsleistungssport ausgerichtet ist, erschwert manchen Athletinnen, sich am OSP Rheinland in Köln schnell zu akklimatisieren.

Doch neben einem schonenden Aufbau müssen sich die Spielerinnen schnell einleben und sich auf den Sport konzentrieren, denn „das 7er-Rugby entwickelt sich taktisch, strategisch und athletisch immer stärker. Daher müssen wir in unserer täglichen Arbeit immer wieder Anpassungen vornehmen und unser Trainingskonzept entsprechend fein justieren“, erklärt Nationaltrainerin Wiedemann. Daher hat die DRV VII in der Vorbereitung auf die kommende EM-Saison im Gegensatz zum Vorjahr auch mehr Turniere gespielt. „Die Erfahrungen und die Wettkampfhärte, die die Spielerinnen sich dort aneignen, sind im Training nur schwer zu simulieren“, sagt Wiedemann. „In den Spielen der Grand Prix Series müssen wir cool agieren und die Ruhe bewahren. Wir müssen das Vertrauen in unsere Stärke haben“, gibt die Nationaltrainerin die Marschroute für die beiden EM-Turnier vor.

Dabei bescheinigt sie ihren Spielerinnen, in den Bereichen Fitness und Athletik große Fortschritte gemacht zu haben – ein wichtiges Mosaiksteinchen in dem Gesamtpaket DRV VII. Denn die diesjährige Grand Prix Series ist nur ein weiterer Meilenstein auf dem beschwerlichen Weg nach Rio. DRV-Nationaltrainerin Susanne Wiedemann und ihre Mannschaft haben dabei schon die EM-Saison 2015 und die World Series im Blick, um nahe an der Qualifikation für die olympischen Spiele 2016 zu sein.