Am kommenden Wochenende (8./9. September) geht es für die deutsche 7er-Rugbynationalmannschaft der Männer im polnischen Lodz ins vierte und damit letzte Turnier der diesjährigen europäischen Sevens Grand Prix Series. Nach dem Ausrutscher mit Rang acht beim dritten Turnier im englischen Exeter soll diesmal wieder eine Top-Platzierung her, um endgültig das Ticket für das Qualifikationsturnier zur Sevens World Series in Hongkong 2019 zu lösen. Dafür hat Bundestrainer Vuyo Zangqa einen Kader nominiert, der durchaus einige Überraschungen zu bieten hat.

Gleich drei GPS-Debütanten stehen im Aufgebot des Wolfpacks für das entscheidende Turnier um die wichtige Hongkong-Qualifikation. Morne Laubscher aus Köln hatte zuletzt bei den Amsterdam 7s sein Debüt im deutschen Nationaltrikot gegeben und dort einen so guten Eindruck hinterlassen, dass die Coaches jetzt auch in der Grand Prix Series auf ihn setzen.

Ebenfalls erstmals auf EM-Parkett dabei ist der Hamburger Ben Ellermann. Der 20-Jährige gehörte schon häufiger zum erweiterten Kader, hatte bislang den Sprung zu einem GPS-Turnier – oft aus Verletzungsgründen – nicht geschafft. Gänzlich neu im deutschen Kader ist der auf Fidschi geborene und in Nürnberg beheimatete Onisimo Nayato Seremaia, der zuletzt im Development-Team des DRV bei den Deutschen 7er-Meisterschaften auf sich aufmerksam gemacht hatte. Auch er stand schon eine Zeit auf dem Zettel des Bundestrainers, hatte aber im vergangenen Jahr aufgrund von Verletzungen sein Debüt mit dem Adler auf der Brust verpasst.

Nach längeren Verletzungspausen zurück im Kader sind Kapitän Sam Rainger und DRV-Sprinter Phil Sczcesny, die nicht nur Qualität, sondern auch wichtige Erfahrung auf internationalem Top-Level mitbringen. Im Gegenzug verzichten die Trainer bei diesem Turnier auch auf einige Spieler, die zuletzt zum Stamm gehört hatten. Fabian Heimpel, Tim Biniak und Carlos Soteras Merz bekommen aus verschiedenen Gründen für dieses Turnier eine Pause verordnet beziehungsweise sie stehen auf Abruf bereit. 

Mit diesem Kader reist der DRV nach Lodz (POL):

FC St. Pauli: Ben Ellermann
Hannover 78: Phil Sczcesny
RG Heidelberg: Bastian Himmer, Tim Lichtenberg
RK Heusenstamm: Sam Rainger (Cap.)
TGS Hausen: Robert Haase
TSV Handschuhsheim: Anjo Buckman
TSV Nürnberg 1846: Onisimo Nayato Seremaia
RSV Köln: Morne Laubscher
Vereinslos: Max Calitz
Bridgend Ravens (WAL):Jonathan Dawe
Cardiff University(WAL): Andrew Nurse

Auf Abruf: Fabian Heimpel (RG Heidelberg), Tim Biniak (RK Heusenstamm)

„Wir sind absolut zufrieden mit dieser Nominierung“, unterstreicht Co-Trainer Clemens von Grumbkow. „Wir machen damit auch keine Experimente, sondern wir sind überzeugt davon, dass wir mit diesem Kader in Lodz unsere Ziele absolut erreichen können. Die Jungs haben sich bei den letzten Maßnahmen und im Training nachhaltig empfohlen. Das heißt selbstverständlich nicht, dass die anderen Spieler nicht weiterhin enorm wichtig für uns sind. Wir haben glücklicherweise im Moment einen so tiefen Kader, dass wir bei Nominierungen auch mal vor solchen Entscheidungen stehen.“

Das deutsche Team bekommt es in Lodz schon in der Vorrunde mit starken Gegnern zu tun. Zunächst geht es gegen den WM-Elften aus Wales, dann gegen Russland, einen der schärfsten Konkurrenten um einen Startplatz in Hongkong. Abschließend kommt es noch zum Duell mit Abstiegskandidat Polen.

(Foto: Jürgen Keßler)