Die deutschen Rugby-Nationalmannschaft ist sich der Lage bewusst: Nur ein Sieg mit Bonuspunkt (vier und mehr gelegte Versuche) gegen Tschechien am Samstag (5. April, 15 Uhr) hält die DRV XV weiter im Rennen um den Aufstieg in die Division 1A des European Nations Cups sowie um die Qualifikation für die WM 2015 in England. Deshalb geht der Spitzenreiter der Division 1B hoch motiviert in das EM-Spiel gegen das Tabellenschlusslicht im Heidelberger Fritz-Grunebaum-Sportpark (Harbigweg 9). Zuversicht gibt auch das Hinspiel, das die deutsche Mannschaft in Prag mit 27:8 gewann.

Für das letzte Heimspiel in der laufenden EM-Saison nimmt DRV-Nationaltrainer Kobus Potgieter einige Veränderungen im Kader vor. Nach einer langen Pause im DRV-Dress kehren Rafael Pyrasch, Jannis Läpple und Mika Tyuemenv in das Team zurück. Mit Robert Hittel und Tim Biniak stehen zudem zwei Debütanten vor ihrem Einsatz für die DRV XV. „Durch Verletzungen einiger Stammspieler bin ich zu diesen Änderungen gezwungen. Aber ich will diesen Spielern auch eine Chance geben, sich für weitere Einsätze in der Nationalmannschaft zu beweisen“, sagt Kobus Potgieter. „Nun können sie zeigen, ob sie unser Spielsystem verstanden haben und mit den etablierten und erfahrenen Kräften harmonieren, die in den vergangenen Partien ihren Job gut erledigt haben.“

Besonders freut sich der Nationaltrainer auf die beiden Debütanten Hittel und Biniak. „Ich bin gespannt, wie die Jungs das Team verstärken”, sagt Potgieter. Ebenso glücklich ist er, wieder auf den Legionär Mika Tyumenev zurückgreifen zu können, der in Frankreich bei dem Zweitligisten Mont de Marsan aktiv ist. „Es ist großartig, dadurch mehr Tiefe im Kader zu haben, um aus allen Spielern noch mehr Leistung heraus zu kitzeln”, betont Potgieter. Für dieses Ansinnen steht auch die Trainingsgruppe in Heidelberg. „Diese gemeinsamen Einheiten sind sehr wichtig für unsere Vorbereitung, da wir nur wenig Zeit haben, mit dem gesamten Kader gemeinsam zu trainieren“, sagt der DRV-Nationaltrainer.

Und dieser Einsatz ist auf dem Feld sichtbar. „Wir können die Fortschritte bei jedem einzelnen Spieler sowie bei der Mannschaft in jeder Einheit beobachten“, betont Kobus Potgieter. Daher gibt es Pläne, dieses Konzept künftig auch im Norden zu etablieren. Entsprechende Ideen liegen dafür bei den DRV-Verantwortlichen bereits in der Schublade. Doch aktuell liegt der Fokus auf dem EM-Spiel gegen Tschechien. „Wir sind hoch motiviert und wissen, wie wichtig diese Partie ist. Nur ein deutlicher Sieg hält unseren Traum vom Aufstieg am Leben”, gibt Potgieter die Marschrichtung vor. Fehler in den Standards und in der Verteidigung, die zu der 15:30-Niederlage in Moldawien geführt haben, sollen gegen Tschechien daher vermeiden werden.

Daher schaut das Team auch nicht nach Polen, wo zu selben Zeit der Verfolger Moldawien antritt. „Wir haben es nicht in der Hand, was dort passiert. Daher konzentrieren wir uns voll und ganz auf unser Spiel. Wenn wir nicht gewinnen, spielt es sowieso keine Rolle, was in Polen passiert”, sagt der DRV-Nationaltrainer.