Angefeuert von den zahlreichen deutschen Fans unter den mehr als 2500 Zuschauern im Stadion lieferte die deutsche Rugby-Nationalmannschaft gegen WM-Teilnehmer Namibia einen beherzten Kampf ab. Doch am Ende musste sich die DRV-Auswahl der spielerischen Klasse der Welwitschias mit 20:58 (6:36) geschlagen geben. Dennoch konnten die deutschen Spieler das Feld des Trustco United Club mit erhobenem Kopf verlassen. Zwar liegt noch harte Arbeit vor der Start, bevor es im Februar im European Nations Cup los geht, das Spiel war eine gute Vorbereitung für die kommenden schweren Aufgaben und ebenso wichtig für die Entwicklung als Einheit.

Die Hausherren legten los wie die Feuerwehr, gönnten der DRV XV mit ihren schnellen Angriffen in der Verteidigung kaum Verschnaufpausen. Die schnelle und starke Hintermannschaft von Namibia breitete dabei die Angriffe des eigenen Sturms gekonnt vor, der immer wieder Meter um Meter eroberte. In dieser Phase konnte Verbinder Chris Hilsenbeck mit lediglich zwei verwandelten Straftritten offensiv dagegenhalten – und seine Mannschaft mit 6:5 in Führung kicken. Es dauerte rund 20 Minuten und einige verpasste Tackles, bis sich die deutsche Mannschaft auf den Angriffswirbel der Gastgeber einstellen konnte. „Wenn wir den Ball hatten, waren wir druckvoll. Doch anfänglich haben wir unseren Ballbesitz durch zu viele kleine Fehler wieder hergeschenkt und Namibia zum Kontern eingeladen“, sagt DRV-Nationaltrainer Kobus Potgieter. Die Folge: Seine Mannschaft konnte im ersten Durchgang nur wenig Ballbesitz verzeichnen, kaum eine Gasse gewinnen.

Anfang der zweiten Halbzeit bot sich den Zuschauern ein nahezu identisches Bild: Namibia kam zu schellen Versuchen, die deutsche Mannschaft verschenkte die wenigen Bälle, die sie hatte durch zu riskantes Spiel Bild. Doch langsam berappelte sich die Mannschaft und stand mit anhaltender Spieldauer sicherer in der Verteidigung und konnte die eigenen Gassen erfolgreicher gestalten. „Dadurch haben wir den Ball wesentlich länger behalten und konnten Namibia durch mehrere Phasen unter Druck setzen“, beton Kobus Potgieter. Mit einem Paket im Anschluss an eine Gasse gelang Flanker Kehoma Brenner so auch der erste deutsche Versuch des Spiels. Gedrängehalb und Kapitän Sean Armstrong legte kurze später mit dem zweiten Versuch nach einem Gedränge in der gegnerischen 22 nach. Beide Erhöhungen verwandelte Hilsenbeck sicher, der dadurch auf eine blitzsaubere Kickquote von 100 Prozent kam. „Wenn wir unsere Bälle wie in der zweiten Halbzeit behalten, sind wir auch gegen Teams wie Namibia gefährlich. Aber auf diesem Niveau wird jeder kleinster Fehler sofort bestraft“, zieht DRV-Nationaltrainer Potgieter das Fazit dieser Partie

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft hat in Namibia dennoch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So gab es am Rande der Partie erfreuliche Gespräche der Delegationsverantwortlichen: Namibia würde dieses Testspiel gerne zu einem festen Bestandteil im Rugby-Kalender machen und die Partie gegen Deutschland alle zwei Jahre austragen.

Spielstatistik Namibia – Deutschland