Nahe Edinburgh im schottischen Melrose steht die Wiege des 7er-Rugbys. Die Variante, die 2016 in Rio zum olympischen Sommerprogramm gehört. In Melrose gab es dieses Jahr aber bereits Grund zum Feiern. Denn es stand die 125. Auflage der Melrose Sevens auf dem Programm. Mit dabei: Die deutsche 7er-Nationalmannschaft der Herren. Und die hinterließ mit dem zweiten Platz in dem Turnier einen bärenstarken Eindruck im Rahmen ihrer Vorbereitung auf die EM-Saison in der Grand Prix Series (Juni/Juli) und das Olympiaqualifikationsturnier (18./19. Juli in Lissabon).

Zwei Besonderheiten machen das Turnier in Melrose aus: Es ist ein Ein-Tages-Trunier und vom ersten Spiel an wird im K.o.-Modus gespielt. Als gesetztes Team griff die DRV VII aber erst ab der zweiten Runde in das Geschehen auf dem Platz ein. gegen Ay gab einen 24:10-Sieg. Im Viertelfinale konnte sich die Mannschaft von Nationaltrainer Rainer Kumm mit 22:14 gegen Watsoninas durchsetzen. Und im Halbfinale folgte schließlich ein 22:12-Erfolg gegen den Gastgeber Melrose. Nach einem verschlafenem Anfang und zwei Gegenversuchen musste das DRV-Team dann aber schließlich gegen die Profis des Titelverteidigers Glasgow Warriors mit 21:36 vor 15.000 Zuschauern die Segel streichen. Doch die DRV VII überzeugte mit ihren Auftritten restlos. Zumal die Mannschaften nach dem ersten Spiel auf Marvin Dieckmann (RG Heidelberg, Gehirnerschütterung) und nach der zweiten Partie auf Timo Vollenkemper (TV Pforzheim, Knie) verzichten musste und so für die restlichen Spiele nur noch ein Auswechselspieler zur Verfügung stand.

„Das Turnier war eines der hochklassigsten, an dem wir je teilgenommen haben. Es gab keinen schwachen Gegner und das K.o.-System ab dem ersten Spiel sorgte für zusätzliche Spannung“, sagte DRV-Leistungssportreferent Manuel Wilhelm nach dem Finale. „Die Atmosphäre in dem engen Stadion war unbeschreiblich. Wir haben uns mit unserem Auftreten jede Menge Respekt verdient, zumal wir das Turnier nach den zwei verletzungsbedingten Ausfällen mit nur einem statt drei Ersatzspieler zu Ende spielen mussten.“