Die deutschen 7er-Herren haben beim zweiten Turnier der europäischen Grand Prix Series im polnischen Lodz als Gruppenzweiter das Viertelfinale erreicht. Am ersten Turniertag musste man sich in der Vorrunde lediglich dem Turnbiersieger von Moskau vor einer Woche, Irland, geschlagen geben (7:26). Das Auftaktmatch gegen Portugal wurde mit 21:7 ebenso klar gewonnen wie das abschließende Gruppenspiel gegen Gastgeber Polen mit 31:12. Im Viertelfinale geht es nun am Sonntag um 10.44 Uhr gegen Wales.

Nationaltrainer Chad Shepherd: „Wir sind happy mit dem ersten Tag. Wir hatten einen guten Start und einen guten Abschluss. Lediglich mit dem zweiten Spiel gegen Irland können wir nicht ganz zufrieden sein, weil wir da nicht in unser Spielsystem gefunden haben. Aber die Jungs haben sich danach gut gefangen und ein gutes drittes Spiel abgeliefert. Es war nicht perfekt, aber wenn wir morgen über 14 Minuten unsere Performance abliefern können, dann können wir uns gegen Wales in eine gute Position für den Sieg bringen.“

Portugal – Deutschland             7:21 (0:14)
Die deutschen Männer zeigten gegen Portugal von der ersten Minute an eine konzentrierte Leistung, hatten die Spielkontrolle und viel Ballbesitz. Jarrod Saul fand bereits nach zwei Minuten erstmals die Lücke und legte mittig zum ersten Mal ab. Fabian Heimpels Erhöhungskick war somit Formsache – 7:0. Heimpel war es dann, der die nächsten Punkte einsammelte. Er entschied sich für einen Überkick, den er selbst erlief, ihn mit dem Fuß noch mal bis ins Malfeld verlängerte und sich dann zum selbst erhöhten Versuch auf den Ball warf (4.). Die Portugiesen hatten im ersten Durchgang nur eine echte Chance auf Punkte, doch Sebastian Fromm hatte den durchgebrochenen Gegner noch eingeholt (5.). Doch auch Deutschland ließ noch ein, zwei gute Gelegenheiten aus, die Führung noch vor der Pause auszubauen.

Auch nach der Pause wurde die erste Chance vergeben, als sich Jarrod Saul gegen einen Offload entschied, im Tackling dann aber den Ball verlor (10.). Besser machte es kurz darauf Routinier Clemens von Grumbkow, der unter den Stangen ablegte. Heimpel erhöhte sicher auf 21:0. Zwei Minuten später hatte auch Robin Plümpe nach einer gewonnenen Gasse auf der linken Seite vermeintlich zum Versuch abgelegt, doch der Schiedsrichter hatte die Situation zuvor abgepfiffen. So kam Portugal in der Schlussminute doch noch zu einem „Ehrenversuch“, als Fabio Conceicao drei Verteidiger aussteigen ließ und dann freie Bahn für einen erhöhten Versuch hatte.

Irland – Deutschland                           26:7 (21:0)
Die Iren zeigten sich im zweiten Gruppenspiel taktisch deutlich besser eingestellt auf das deutsche Team als noch vor einer Woche in Moskau, wo man dem DRV in der Vorrunde noch unterlegen war. Deutschland hatte gute erste zwei Minuten, in denen Anjo Buckman den Ball nach einer guten Angriffsphase dann aber verlor. In der Folge bekam man dann aber kaum noch Zugriff auf das Spiel, sodass die Iren bis zur Pause den Druck enorm hoch hielten und gleich drei erhöhte Versuche legen konnten.

„Vertraut auf unser System“, hatte Coach Chad Shepherd in der Pause gefordert, und das war bei den Spielern offenbar angekommen. Denn das Geschehen auf dem Platz war nun deutlich ausgeglichener, und Fabian Heimpel hatte bereits in der 8. Minute eine Lücke gefunden. Er schaute sich noch einmal um und spurtete dann los, um den Ball unter den Stangen abzulegen und den Versuch gleich selbst zum 7:21 zu erhöhen. Doch die Iren ließen schlussendlich nichts mehr anbrennen, blieben selbst weiter gefährlich und entschieden die Partie endgültig mit einem Versuch über die linke Seite zum letztlich auch verdienten 26:7-Endstand (14.)

Deutschland – Polen                  31:12 (12:5)
So musste ein Sieg gegen die Gastgeber her, um sich das Ticket für das Viertelfinale zu sichern. Die Polen wehrten sich vor eigenem Publikum leidenschaftlich, waren aber der spielerischen Überlegenheit des deutschen Teams zumeist nicht gewachsen. Nach einem schnell ausgeführten Straftritt entwischte Phil Szczesny zum ersten Versuch (5.). Nach einem Ballgewinn passte Sebastian Fromm auf Clemens von Grumbkow, der zwar noch eingeholt wurde, aber auf Jarrod Saul abgeben konnte, der den Ball zum zweiten Versuch ablegte. Diesmal erhöhte Daniel Koch sicher (7.). Taktisch waren die Polen deutlich unterlegen, und so war es eine Einzelaktion des schnellen Szymon Sirocki, der mit dem Pausenpfiff die Zuschauer mit einem Versuch zum Jubeln brachte.

Doch schon die erste Aktion im zweiten Durchgang brachte Deutschlands nächsten Versuch, als Sebastian Fromm alle Gegner stehen ließ und einen Sprint aus der eigenen 22-Meter-Zone bis ins polnische Malfeld anzog. Mit Kochs Erhöhung stand es nun 19:5. Deutschland hatte nun deutlich die Spielkontrolle, ohne dabei aber wirklich zu glänzen. Immerhin gab es weitere Punkte, als Bastian Himmer Tim Lichtenberg auf der linken Außenbahn für Versuch Nummer vier bediente (10.). Himmer selbst war für den nächsten Versuch verantwortlich. Seinen Überkick erlief er selbst, und Fabian Heimpel erhöhte sicher. Den Schlusspunkt aber setzte wieder Polen, und wieder war Sirocki der Wegbereiter, wenn auch nicht der Vollstrecker zum 12:31-Endstand.

(Foto: Jan Perlich)