Die deutschen Siebener-Rugbyherren haben beim ersten Turnier der europäischen Grand Prix Series in Moskau (RUS) als Gruppenerster des schweren Pools A das Viertelfinale erreicht. Nachdem die Auftaktpartie der Ersatz geschwächten DRV VII gegen Georgien noch knapp mit 12:17 (5:5) verloren gegangen war, zeigte man sich in den darauf folgenden Partien deutlich stärker und legte gegen Irland (28:21) und World-Series-Teilnehmer Wales (33:5) überzeugende Siege nach. Im Viertelfinale geht es nun am Sonntagmorgen um 9 Uhr (MESZ) gegen Spanien weiter.

DRV Leistungssport-Referent Andreas Eckert: „Man hat gerade im ersten Spiel gemerkt, dass hier einige starke Spieler fehlen und dass sich die ‚Neuen’ erst noch einfügen müssen. Das hat aber im Turnierverlauf immer besser funktioniert, was dann j a auch die Ergebnisse gezeigt haben. Jetzt sind die Jungs heiß auf das Viertelfinale gegen Spanien, mit denen wir ja noch die eine oder andere Rechnung offen haben. Mit Ausnahme von Max Calitz, der vermutlich für Sonntag ausfallen wird, sind alle Jungs fit und guter Dinge für die morgigen Aufgaben.“

Deutschland – Georgien  12:17 (5:5)

Es war von Beginn an das erwartet schwere Spiel, das von Beginn an auf Augenhöhe stattfand. Gute Angriffaktionen wechselten sich jedoch auf beiden Seiten mit einigen Fehlern ab, sodass es bis zur 5. Minute dauerte, bis Jarrod Saul erstmals ganz rechts im Malfeld ablegen konnte. Die schwierige Erhöhung misslang. Es blieb auch danach ein enges und vor allem von den Abwehrreihen bestimmtes Spiel. Mit der Pausensirene glichen Georgiens Ramaz Kharazishvili allerdings noch zum 5:5 aus.

Kurz nach Wiederanpfiff schlüpfte Guram Shengelia zwischen Fabian Heimpel und Robin Plümpe hindurch und markierte mit seinem erhöhten Versuch unter den Stangen die erste georgische Führung (8.). Nun war es das DRV-Team, was einem Rückstand hinterherlief, doch Mit einem sehenswerten Angriff war es Tim Lichtenberg, der auf der rechten Seite durchkam und gemeinsam mit dem Erhöhungskick durch Heimpel ausglich. In der Nachspielzeit sah es lange danach aus, als wäre Deutschland am Drücker, doch nach einem Straftritt beendeten die Georgier mit einem Versuch zum 17:12 die deutschen Hoffnungen auf einen Auftaktsieg.

Deutschland – Irland                  28:21 (14:7)

Gegen die stark eingeschätzten Iren, die diesen Eindruck zuvor mit einem klaren Sieg gegen Wales bestätigt hatten, lief es trotz eines frühen 0:7-Rückstandes (1.) deutlich runder im deutschen Team. Man hatte viel Ballbesitz, fand in dem körperlichen Spiel aber zunächst keine Lücke. Ein leichtfertiger Ballverlust brachte Irland in der 4. Minute erneut in gute Position, doch die DRVer befreiten sich geschickt, und Tim Lichtenberg brachte sein Team mit einem langen Lauf seinerseits in eine aussichtsreiche Lage. Sam Rainger versuchte es mit einem flachen Kick, der Steffen Liebig erlaufen konnte und zum Versuch verwertete. Heimpels Erhöhungskick war gut und der Ausgleich damit geschafft (6.). Die Deutschen machten gleich weiter Druck, eroberten den Ball im Ankick. Erneut Rainger brachte den Ball in die Nähe des gegnerischen Malfelds. Tim Lichtenberg wurde anschließend zwar noch gestoppt, aber er wurde den Ball noch an Robin Plümpe los, der mit seinem von Heimpel erhöhten Versuch den 14:7-Pausenstand herstellte.

In den Ankicks war der DRV heute stark, und so holte der lange Steffen Liebig gleich wieder den Ball und leitete so eine gute Angriffsphase ein, an dessen Ende Plümpe Mitspieler Sebastian Fromm fand, der die Führung gemeinsam mit Kicker Heimpel weiter ausbauen konnte. Die Iren verkürzten noch mal, nachdem ein Stürmer gleich drei deutsche Tacklings gebrochen hatte, auf 14:21, doch kurz darauf passte Bastian Himmer auf Johannes Schreieck, der mit seinem erhöhten Versuch den alten Abstand wieder herstellte und damit die Vorentscheidung markierte. Denn auch die Iren legten in der Schlussphase zwar noch einen erhöhten Versuch, doch das reichte nicht mehr, um den ersten Turniersieg der DRV VII noch zu gefährden.

Wales – Deutschland                 5:33 (0:21)

Gegen das World-Series-Team aus Wales waren die deutschen Herren von Beginn an voll im Spiel. NHach einem kluegn Überkick von Sam Rainger auf die rechte Seite war es Jarrod Saul, der den ersten erhöhten versuch legte (3.). Ähnlich versuchten es die Waliser kurz darauf auch, doch Fabian Heimpel fing den Ball ab und fand sich kurz darauf völlig allein auf dem Weg zu den walisischen Stangen. Dort wartete er sekundenlang, bis ein Waliser kam und ihn zum Ablegen zwang. Heimpel erhöhte den Versuch selbst zum 14:0. Die Mannen aus dem Königreich fanden keinen Zugriff auf das Spiel. Und so stahlen die Deutschen kur vor der Pause den Ball aus einer walisischen Gasse, und Robin Plümpe hatte freie Bahn zum dritten Versuch, den wiederum Heimpel zum aus in dieser Höhe völlig verdienten 21:0-Halbzeitstand erhöhte.

Und so ging es weiter: Deutschland fing den Ball aus Wales’ erstem Angriff ab. Der durchgestartete Bastian Himmer hatte allerdings Pech, dass der nach vorn gekickte Ball versprang (9.). In der nächsten Szene allerdings verbuchte Himmer seinen Versuch, nachdem er von Robin Plümpe auf rechts freigespielt wurde. Heimpel erhöhte, und die weitestgehend chancenlosen Waliser lagen bereits mit 0:26 hinten. Und es kam noch dicker. Bezeichnenderweise wuchtete sich Carlos Soteras Merz in der 12. Minute ins Malfeld, obwohl gleich drei Gegner ihn zu hindern versuchten – 33:0 aus deutscher Sicht. Wales fehlten die Ideen und heute auch die Mittel, um sich gegen die DRV VII durchzusetzen, und war jederzeit gut bei der deutschen Verteidigung aufgehoben. So war der nicht erhöhte Versuch mit der Sirene auch nicht mehr als Ergebniskosmetik.