Ganz Rugby-Rottweil fiebert dem Samstag (28. Juni) entgegen. Dann trifft der heimische RC Rottweil im Finale (15 Uhr) des DRV-Pokals auf dem heimischen „Rugbyplatz beim Freibad“ auf den Heidelberger TV. Für die Kurpfälzer ist es im Pokal die zweite Endspielteilnahme in Folge. Vergangenes Jahr unterlag der HTV in Frankfurt dem TSV Handschuhsheim mit 10:42. Nun treffen die Heidelberger auf den „Überraschungsfinalisten“ RC Rottweil.

Turbulente Tage liegen hinter den Gastgebern: Nach dem Spiel gegen den RC Leipzig, dass Rottweil mit 10:17 beim RC Leipzig verloren hatte, legten die RCR-Verantwortlichen beim DRV-Sportgericht Einspruch gegen die Spielwertung ein. Grund: Leipzig hatte einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt. Das DRV-Sportgericht gab dem Einspruch statt und wandelte am grünen Tisch die Niederlage des RC Rottweil in einen 50:0-Sieg um. Daher gehen die Gäste des Heidelberger TV als Favorit in das Endspiel um den DRV-Pokal. Denn die Statistik spricht eindeutig für den HTV. Der Erstligist beendete die Vor- und Rückrunde um den DRV-Pokal ungeschlagen und kam dabei 13 Siege und ein Unentschieden. Die Schwarz-Gelben mussten sich nach dem Durchmarsch in der 2. Bundesliga Süd  im aktuellen Wettbewerb dagegen viermal gegnerischen Mannschaften geschlagen geben – darunter auch zweimal dem HTV. Interessant: Beide Partien wertete das DRV-Sportgericht mit 50:0 für den Heidelberger TV.

Der RCR hat sich nun mit intensiven Taktik- und Trainingseinheiten auf das Finale vorbereitet. Das Selbstbewusstsein ist daher groß. „Ich will diesen Pokal holen – auch für unseren Pierrino Tuulaki“, formulierte der Drei-Viertel-Spieler Christian Volkmann etwas nachdenklich. Tuulaki ist nach dem Spiel in Leipzig auf tragische Weise tödlich verunglückt. Ein Vorfall, der verständlicherweise die Freude beim RC Rottweil über den Finaleinzug trübt.  Nicht nur daher ist konzentriere sich die Spieler des RCR ein weiteres Kräftemessen mit dem Heidelberger TV zum Abschluss der Saison. „Es ist nicht nur der Jahresabschluss, nicht nur das Finale,  sondern für uns wäre das der wahre Meilenstein in der weiteren Entwicklung unserer jungen Mannschaft“, verdeutlicht RCR-Oldie Volker Frick.

„So ein Finale ist  für jeden Spieler, für jeden im Verein ein hochbrisantes Spiel – ein Prestige-Duell für beide Teams. Es geht um nicht weniger als den Titel im zweitwichtigsten Wettbewerb im deutschen Rugby“, sagt RCR-Vorstandsmitglied Gerhard Trick. „Natürlich kennen sich beide Mannschaften. Die Rivalität ist groß, aber wir wollen einfach das Spiel gewinnen“. Der Eintritt zu dem Endspiel im DRV-Pokal kostet fünf Euro/ermäßigt zwei Euro.