Die Führung der Deutschen Rugby-Jugend und die Trainer der DRJ-Nationalmannschaften trafen sich im Hannover zum Jugendleistungsausschuss. Dieser Ausschuss koordiniert die sportliche Planung der DRV-Nachwuchsorganisation. Trainer und Funktionäre nutzen dieses Gremium zum Austausch und Abstimmung untereinander. Dazu stellte DRV-Nationaltrainer Kobus Potgieter ein Modell zur langfristigen Förderung von Spielerinnen und Spielern vor.

Im Herrenbereich wird in 2016 eine U20 eingeführt, betreut vom DRV in Kooperation mit der Wild Rugby Academy, die bei der Europameisterschaft antreten wird. Mit einer solchen Zwischenstufe soll es den heranwachsenden Spielern einfacher fallen, sich in die Herren-Nationalmannschaft zu integrieren. Im Rahmen der Diskussion wurde beschlossen, eine gemeinsame Strategie zur Ausbildung eines Identitätsmodells des deutschen Rugbys zu entwickeln. Mit dieser „Spielidentität Rugby Deutschland“ soll Schritt für Schritt ein eigenes Profil erarbeitet werden, das den Spielertypen entspricht, die wir hier vorfinden.

In der Vergangenheit wurde zunehmend die mangelnde Abstimmung kritisiert. Es wird in Zukunft eine gemeinsame Kommunikationsplattform geben, um den Datenfluss zu Spielern, Material und Trainingsplänen zu verbessern. Für den stellvertretenden Jugendwart Sport Dieter Hanf steht fest, „ dass wir ein Tool brauchen, mit dessen Hilfe sich die Trainer informativ über Trainingspläne sowie Trainingsinhalte austauschen können.“

Die hohen sportlichen Ziele, die die Deutschen Rugby-Jugend mit ihren Nationalteams gesetzt hat erfordern eine gute Basis an qualifiziert ausgebildeten Spielern. Die DRJ-Nationaltrainer mussten auf ihren Lehrgängen verstärkt feststellen, dass es Mängel in der Ausbildung der Spieler gibt. „Defizite in der allgemeinen sportlichen Ausbildung als auch in Beziehung auf Rugby spezifische Fähigkeiten waren feststellbar. Hinzu kommt die fehlende Spielerfahrung durch verschiedene Faktoren, wie wenig und/oder unzureichender Schulsport, kaum Spielverkehr oder mangelnde technische Ausbildung“, so Hanf. Die Nationalmannschaften können den Spielverkehr der Landesverbände weder auffangen noch ersetzen. Zum Vergleich sagt Hanf: „Im 15er-Rugby haben die U18 Spieler Rumäniens pro Saison etwa 20 Spiele. In Wales bis zu 60 und in Deutschland je nach Landesverband maximal 10 Spiele pro Saison.“ Die Deutsche Rugby-Jugend versucht nun mittels regelmäßiger Trainerkonferenzen auf verschiedenen Ebenen weitere Maßnahmen zu ergreifen. Am Ende müssen Kenntnisse z.B. über die Landes- oder Kadertrainer allen Clubtrainern zur Verfügung gestellt werden.

Die DRJ-Nachwuchsteams erwartet in allen Altersklassen in 2016 fordernde Wettkämpfe. Die Verantwortlichen haben nun die Weichen gestellt und werden in den nächsten Monaten mit allen Beteiligten die erläuterten Maßnahmen durchführen, um die Mannschaften zu maximalen Erfolgen zu führen.