Am kommenden Samstag (9. März) startet auch die deutsche 15er-Rugbynationalmannschaft der Frauen in die Europameisterschaft. Da diese bei den Frauen nur mit vier Mannschaften gespielt wird, beginnt das Turnier praktisch direkt mit dem Halbfinale, das das Team um die Nationaltrainer Dirk Frase und Paul McGuigan ab 15.45 Uhr in Amsterdam gegen die Niederlande bestreiten wird.

„Wir wissen natürlich, dass es gegen die Niederlande eine ganz schwere Aufgabe sein wird, aber wir gehen optimistisch in dieses Spiel und hoffen, den Gegner überraschen zu können“, so Dirk Frase mit Blick auf das EM-Auftaktspiel am Samstag. „Die Niederländerinnen haben ein sehr gut funktionierendes 15er-Programm und werden ein eingespieltes und gut ausbalanciertes Team aufbieten können.“ Sie verfügen über eine starke Sturmreihe und hat mit 7er-Spielerinnen in der Hintermannschaft auch schnelle Läuferinnen im Team. „Wir werden vor allem physisch dagegenhalten müssen und in der Verteidigung schnell auf den Beinen sein, um die Hintermannschaft früh zu stoppen.“

Dabei können die Nationaltrainer selbst nicht aus dem Vollen schöpfen. „Wir haben durch die Stützpunkt-Trainings zwar mehr Tiefe in den Kader bekommen, aber für das erste EM-Spiel werden uns vor allem in der Hintermannschaft einige wichtige Spielerinnen wie etwa Spielmacherin Vivian Bahlmann aus beruflichen Gründen oder wegen Verletzungen fehlen.“ Die Vorbereitung allerdings sein sehr zufrieden stellend verlaufen. „Da war vor allem das Testspiel in England bei der British Army XV sehr wichtig. Da konnten wir sehr viel ausprobieren und haben am Ende ja auch sehr deutlich gewonnen“, so Dirk Frase.

Mit diesem Kader tritt der Deutsche Rugby-Verband am Samstag in Amsterdam an:
FC St. Pauli: Marlene Lorenz, Josephine Pora, Catharina Rickel
Heidelberger RK: Mona Bieringer, Johanna Hacker, Friederike Löhr, Susanne Pfisterer
RSV Köln: Mareike Bier
SC Germania List: Gesine Adler, Katharina Epp
SC Neuenheim: Lisa Bohrmann, Anja Czaika, Marlis Gerigk, Amelie Harris, Franziska Holpp, Jessica Neuss, Lea Predikant, Denise Schweiger, Laura Schwinn, Elisa Trick, Monica Yee
SG Dortmund-Aachen: Kristina Reinbold
SG Rhein-Main: Luise Lauter, Corinna Völker
Wasps RFC (ENG): Nora Baltruweit

Das letzte Duell gegen die klar favorisierten Niederländerinnen, die im World Ranking auf Platz 14 und damit fünf Plätze vor den Deutschen geführt werden, gab es 2010. Damals setzte es eine deutliche Niederlage. „Wir haben das Team aber in der letzten EM gesehen, als sie gegen Belgien souverän 84:12 siegten“, erinnert sich Frase. Gegen die Belgierinnen hatte das deutsche Team dann mit 24:5 den Klassenerhalt perfekt gemacht.

Sollte sich das deutsche Team am Samstag gegen die Niederländerinnen durchsetzen können, würde es am letzten März-Wochenende in Spanien um den EM-Titel gehen. Die erneut topfavorisierten Titelverteidigerinnen von der iberischen Halbinsel hatten bereits vor zwei Wochen das erste Halbfinale gegen Aufsteiger Russland mit 41:0 deutlich für sich entschieden. Ginge das Halbfinale für Deutschland in Amsterdam verloren, würde voraussichtlich ebenfalls am 30. März gegen Russland das Spiel um den Verbleib in der Rugby Europe XV Women Championship folgen.

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