Deutschlands 7er-Rugbyfrauen haben die direkte Rückkehr ins europäische Oberhaus des olympischen Siebener-Rugbys letztlich souverän geschafft. Nach dem Sieg beim ersten Turnier der Rugby Europe Women’s Sevens Trophy in Budapest (HUN) genügte den deutschen Frauen in Lissabon (POR) ein zweiter Platz, um den Trophy-Gesamtsieg und damit den direkten Wiederaufstieg feiern zu können. Das bedeutet zugleich, dass die Auswahl des Deutschen Rugby-Verbandes auch beim Olympia-Qualifikationsturnier am 13. und 14. Juli im russischen Kazan startberechtigt ist.

Die DRV-Frauen hatten bereits das Turnier in Budapest ungeschlagen für sich entscheiden können. Und daran knüpfte das Team auch in Lissabon nahtlos an. Die Gegner schienen zwar insgesamt etwas besser eingestellt als noch in der ungarischen Metropole, aber das deutsche Team ließ auch in Portugal nichts anbrennen und gewann alle Spiele – inklusive des Endspiels.

Dort traf man – wie schon beim ersten Turnier – erneut auf Rumänien. Und wieder hatte das DRV-Team den besseren Start. In der 3. Minute wurde Lea Predikant schon mit einem Pass überworfen, doch sie konnte den Ball noch aufnehmen und hatte dann links außen freie Bahn zum ersten Versuch. Doch in der Folge wurde Rumänien stärker, während die erschöpft wirkenden DRV-Frauen den spielerischen Faden verloren. Zwar verteidigte das deutsche Team weiter aufopferungsvoll, doch irgendwann zahlte sich der Druck für die Rumäninnen aus. Zur Pause hatten die mit zwei Versuchen die Partie in ein 12:5 gedreht.

Rumänien erhöhte nach dem Seitenwechsel den Druck sogar noch mal, während die Deutschen ihre defensive Ordnung etwas verloren. So schafften es die Osteuropäerinnen, das Ergebnis noch bis auf den 22:5-Endstand auszubauen.

Zuvor hatte man im Viertelfinale die beste Turnierleistung abgerufen und Norwegen beim 22:0 (17:0) praktisch keine Chance gelassen. Und im Halbfinale war gegen die deutschen Rugbyfrauen für Finnland Endstation – auch wenn es mit 20:12 vergleichsweise knapp war.

In der Vorrunde hatte man gegen Israel noch einen etwas holprigen Turnierauftakt, doch mit 22:5 war er dennoch erfolgreich. Das engste Spiel war dann das zweite Gruppenspiel gegen die Gastgeberinnen aus Portugal, die sich stark präsentierten. Die Ibererinnen legten zweimal vor, doch die Deutschen konnten die Partie in der Schlussminute zum 12:12 ausgleichen. Der Erhöhungskick von Laura Schwinn musste passen für den Sieg – und er passte zum 14:12-Sieg. Schon im letzten Gruppenspiel hatte man es dann mit den wehrhaften Norwegerinnen zu tun. Doch insgesamt war das DRV-Team die Mannschaft mit der reiferen Spielanlage und verdiente sich so den 22:5-Erfolg.

„Wir sind natürlich super zufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn wir das Finale jetzt leider verloren haben gegen ein starkes rumänisches Team“, sagten die Coaches Rafael Pyrasch und Max Pietrek. „Die Mädels waren am Ende wirklich platt, denn dieser Kader hat jetzt in den letzten sechs Wochen 24 Spiele absolviert. Aber über die gesamte Serie gesehen waren wir sicher das beste Team im Wettbewerb, und der Gesamtsieg ist damit auch verdient. Ich denke, die Leistungen der Mannschaft konnten sich absolut sehen lassen, und die Mädels werden auch an so einer Finalniederlage wachsen. Das ist auch wichtig, denn in Kürze startet dann ja auch schon die Vorbereitung auf den Olympic Qualifier in Kazan.“