Wenn am kommenden Wochenende (3./4. Juni) in Moskau (RUS) das erste Turnier der europäischen Grand Prix Series startet, dann geht es für das deutsche 7er-Rugbyteam der Herren um mehr als nur eine bestmögliche Platzierung in der Europameisterschaft. Zugleich geht es um die Qualifikation zu den Rugby World Cup Sevens 2018 in San Francisco sowie um die neuerliche Chance, sich 2018 bei den Hong Kong Sevens einen Startplatz in der Sevens World Series zu erspielen.

Nach dem starken Abschneiden im Vorjahr, als man in der Endabrechnung Vierter wurde, will man auch 2017 wieder oben angreifen. „Wir müssen uns mit Sicherheit auch in diesem Jahr nicht verstecken“, sagt DRV-Leistungssportreferent Andreas Eckert. „Die Jungs sind gut vorbereitet und absolut optimistisch, erneut ein gutes Ergebnis erreichen zu können.“ Allerdings ist das Starterfeld in diesem Jahr durchaus noch etwas stärker einzuschätzen, denn anstelle des Teams Great Britain werden diesmal die britischen Nationen England und Wales jeweils mit separaten Teams antreten. Zudem ist damit zu rechnen, dass Irland als Aufsteiger in die Grand Prix Series gleich eine nennenswerte Rolle spielen wird. „Wir wollen natürlich gern an den Erfolg aus dem letzten Jahr anknüpfen, wissen aber auch um die Herausforderung. In Moskau wird es darum gehen, sich eine gute Ausgangsposition für die noch folgenden drei Turniere zu erspielen. Danach wird man dann etwas klarer sehen“, erklärt Eckert.

Für das erste der vier GPS-Turniere müssen die Nationaltrainer Chad Shepherd und Chris Lane allerdings verletzungsbedingt auf einige Stammkräfte verzichten. Tim Biniak fällt mit seinem in Hong Kong erlittenen Kreuzbandriss für die komplette Turnierserie aus. Bei Pierre Mathurin (Knöchel), Anjo Buckman (Rippenbruch) und Phil Szczesny (Handgelenk) und Clemens von Grumkow (Gehirnerschütterung) besteht zumindest die Hoffnung, dass sie in Lodz (10./11. Juni), St. Etienne (1./2. Juli) oder in Exeter (15./16. Juli) noch eingreifen können. Für den kurzfristig ausfallenden Szczesny rückt in Moskau der junge Handschuhsheimer Joshua Tasche nach.

Für das Auftaktturnier in Moskau haben die Coaches also folgende Spieler nominiert:

Heidelberger RK:                           Steffen Liebig

SC Germania List:                         Jarrod Saul

RG Heidelberg:                              Fabian Heimpel, Bastian Himmer, Tim Lichtenberg, Robin Plümpe, Johannes Schreieck

RK Heusenstamm:                        Sam Rainger

TSV Handschuhsheim:                 Joshua Tasche

Tuks Rugby (RSA):                       Max Calitz

Trinity College (IRL):                     Sebastian Fromm

TV Pforzheim:                                Carlos Soteras Merz

 Auf Abruf: Robert Haase (RG Heidelberg), Niklas Hohl (Heidelberger RK)

Nachdem die Teams aus England, Wales und Frankreich bereits für die Weltmeisterschaft 2018 qualifiziert sind, muss das deutsche Team in der Grand Prix Series noch mit acht weiteren Herausforderern um die beiden noch zu vergebenden europäischen Startplätze kämpfen. Das sind in dieser Saison Georgien, Irland, Italien, Russland, Spanien, Portugal, Polen und Belgien.

Für einen der beiden offenen Startplätze bei den kommenden Hong Kong Sevens, wo es dann um die Qualifikation zur Sevens World Series 2019 geht, könnte ein sechster bzw. siebenter Platz im GPS-Gesamtranking bereits ausreichen, weil die Teams aus England, Frankreich, Wales, Russland und Spanien bereits zu den so genannten „core teams“ gehören.

(Foto: Jan Perlich)