Die deutschen 7er-Rugbyfrauen haben den angestrebten Klassenerhalt in der European Women’s Grand Prix Series nicht geschafft. Das junge Team von Nationaltrainer Melvine Smith muss damit direkt den Weg zurück in die zweitklassige Women’s Sevens Trophy antreten, aus der man erst in der letzten Saison aufgestiegen war. Die Entscheidung stand schon nach dem ersten Turniertag beim zweiten Turnier der Serie im russischen Kazan fest, weil die direkten Konkurrenten aus Polen und Italien überraschend den Sprung ins Viertelfinale geschafft hatten, während Deutschland alle drei Vorrundenspiele verlor und die Runde der besten Acht klar verpasste.

Nationaltrainer Melvine Smith: „Wir sind natürlich sehr enttäuscht, weil wir hier mit höheren Erwartungen angereist waren. In dieser Mannschaft steckt eigentlich mehr, als wir zeigen konnten. Aber ganz realistisch gesehen konnten wir auf diesem Level nur phasenweise mithalten. Die Mannschaft war gut genug, um in die GPS aufzusteigen. Aber wir haben auch gesehen, dass der Schritt nach oben doch ein ziemlich großer ist, zumal uns vor der Saison fünf, sechs Stammspielerinnen ausgefallen sind. Da fehlt uns einfach die Tiefe im Kader, um die adäquat zu ersetzen. Wir werden uns jetzt hinsetzen müssen, uns Zeit nehmen für eine ausführliche Analyse und dann entscheiden, wie wir uns für die Zukunft aufstellen und wie wir einen Kader entwickeln können, der auf Sicht auf diesem Niveau bestehen kann.“

Frankreich – Deutschland                  22:0 (12:0)
Gleich im Auftaktspiel ging es gegen die favorisierten Französinnen, die das Turnier in Marcoussis (FRA) gewonnen hatten. Deutschland packte defensiv zwar ganz ordentlich zu, konnte bei eigenem Ballbesitz aber keine Chancen kreieren. So musste man sich in der 4. Minute erstmals dem Druck Frankreichs beugen. Cyriele Banet brach durch und Jessy Tremouliere erhöhte den Versuch zum 7:0. Zwei Minuten später verlor die DRV-Auswahl nach einem Befreiungskick die defensive Ordnung, Banet lief Slalom zum zweiten Versuch im ersten Durchgang.

Frankreich hatte auch nach dem Seitenwechsel mehr vom Spiel, das zumeist in der deutschen Spielhälfte stattfand. Doch das Spiel war von beiden Seiten recht fehlerhaft, sodass es bis zur 12. Minute dauerte, bis Julie Annery den dritten Versuch legte. Deutschland zeigte im zweiten Durchgang einige gute Ansätze, kam allerdings weiter nicht in eine aussichtsreiche Position für Punkte. Stattdessen setzte Valentine Lothoz den Schlusspunkt zum 22.0 (14.).

Belgien – Deutschland              40:0 (21:0)
Deutschland hatte einen guten Start, legte gleich den Vorwärtsgang ein, verlor dann aber im Gedränge den Ball. Daraus entstand der erste Angriff der Belgierinnen, den Cecile Blondiau zu leicht zum ersten erhöhten Versuch verwertete (2.). Dass schien das DRV-Team aus der Bahn geworfen zu haben. Belgien kam mehrfach zu leicht in Ballbesitz und fand die Lücken im deutschen Defensivverbund, um schon bis zu Pause auf 21:0 zu erhöhen.

Als dann Margaux Lalli direkt nach Wiederanpfiff den vierten Versuch für Belgien legen konnte, war die Partie entschieden, zumal sich Deutschland durch eine Gelbe Karte selbst schwächte. In Überzahl gab es Versuch Nummer fünf, und in der Schlussminute sogar noch den sechsten zum zu leicht herausgespielten 40:0-Endstand.

Spanien – Deutschland             26:0 (12:0)
Auch im dritten Spiel der Vorrunde in Kazan (RUS) gab es letztlich nichts zu holen für die deutsche Mannschaft. Zwar hielt man defensiv gegen bessere Gegnerinnen wieder gut dagegen, sodass die erst in der 6. Minute zu ihrem ersten Versuch kamen. Aber selbst in Punktereichweite schaffte man es nur ein einziges Mal, als Ulrike Borchardt in der 7. Minute mal durchgebrochen war. Doch sie wurde noch eingeholt, es folgte ein Ballverlust, aus dem prompt noch in der ersten Hälfte der zweite Gegenversuch zum 0:12-Pausenstand resultierte.

Auch in der zweiten Halbzeit hielt man zwar zunächst defensiv gut stand, aber irgendwann brachte der spanische Druck auch Zählbares ein. Iera Etxebarria schaltete bei einem Straftritt schneller als das komplette deutsche Team und lief ungehindert zum Versuch ein (13.). Und als Spanien in der langen Nachspielzeit noch nicht genug hatte, legte eben diese Etxebarria auch noch den erhöhten Versuch Nummer vier zum 26:0-Endstand.