Ein unebener Platz, 30 Grad im Schatten, 95 Prozent Luftfeuchtigkeit, zwölf Stunden Zeitumstellung und Gegner auf höchstem internationalen Niveau – für die Spieler der deutschen 7er-Nationalmannschaft boten die Coral Coast 7s auf Fidschi zahlreiche Möglichkeiten, auf und neben dem Platz Erfahrung zu sammeln. Sportlich bot das Turnier Herausforderungen, denen sich die DRV VII bisher nur selten gegenüber gesehen hat. Mit dem alten und neuen Titelträger Police, dem Klubweltmeister Shangri-La Daveta sowie die mit zahlreichen Nationalspielern Fidschis gespickten Westfield Dragons erwischte die DRV-Auswahl eine äußerst starke Vorrundengruppe, in der sich die die Mannschaft aber teuer verkaufte.

Los ging es zum Turnierauftakt gegen Titelverteidiger Police. Dabei entwickelte sich eine engere Partie als von vielen Experten vor Ort angenommen. Die DRV VII spielte sich mit Fortdauer der Begegnung mit ihrer mutigen Spielweise in die Herzen der fachkundigen Zuschauer, die den erhöhten Versuch der deutschen Mannschaft lauthals bejubelten. Doch die Unterstützung half leider nichts – Police entschied am Ende das Spiel mit 21:7 für sich. Und auch in der zweiten Vorrundenpartie hielt die DRV VII gegen den amtierenden Klubweltmeister Shangri-La Daveta das Geschehen beim Stanfdvon 7:7 lange offen und musste erst sich zum Schluss hin mit 7:14 geschlagen geben. Dennoch hatte es die von Nationaltrainer Chad Shepherd betreute Mannschaft noch selbst in der Hand, im letzten Gruppenspiel mit einem Sieg gegen die Westfield Dragons in das Cup-Viertelfinale der Coral Coast 7s einzuziehen. Doch daraus wurde nichts. Trotz großen Einsatz bei schwül-warmer Witterung musste die DRV VII der Mannschaft aus Fidschi mit 14:35 den Vortritt. Damit ging es im Shield-Wettbewerb um die Plätze 13 bis 16 gegen den Redrock Rugby Club um 7er-Star William Ryder. Dies sollte der letzte sportliche Auftritt der deutschen 7er-Nationalmannschaft werden. Denn nach zwischenzeitlicher Führung fand die Mannschaft aus Fidschi zusehends ihren Rhythmus und Ryder erlegte die DRV VII mit drei Versuchen und vier verwandelten Erhöhungen fast im Alleingang.

Doch trotz der Niederlagen hatte sich die DRV-Auswahl den Respekt und die Anerkennung der Zuschauer erspielt, die nach dem Schlusspfiff gegen Redrock die deutsche Mannschaft mit laustarkem Applaus und Anfeuerungsrufen verabschiedeten. Und auch den einheimischen Medien blieben die guten Auftritte der DRV VII nicht verborgen. So berichtete die Fiji Times drei Mal über die 7er-Nationalmannschaft aus dem Land, das Trainer und Rugby-Fans bisher nur mit dem Fußball in Verbindung gebracht hatten. Doch nun weiß man auch auf Fidschi, wo 7er-Rugby die Sportart Nummer 1 eins ist und man hofft, dass die Nationalmannschaft in Rio das erste olympische Edelmetall – möglichst Gold schimmernd – für den Inselstaat holt, dass auch in Deutschland ein gepflegter (ovaler) Ball gespielt wird.

Doch die DRV-Verantwortlichen bleiben in ihrer Analyse des Turniers sachlich. „Wir haben mehr Erfahrung als Punkte gesammelt“, bilanziert DRV-Leistungssportreferent Manuel Wilhlem. „Spielerisch haben wir zu den Top vier des Turniers gehört, waren aber mental nicht stark genug, unser Können in den Spielen entsprechend umzusetzen. Daran werden wir nach unser Rückkehr in Deutschland in Zusammenarbeit mit den Sportpsychologen des Olympiastützpunktes Rhein-Neckar intensiv arbeiten.“