Die große Überraschung des vergangenen Testspielwochenendes war mit Sicherheit die Nominierung von DRV Nationalspieler Eric Marks für die 1. Mannschaft von Stade Rochelais, die im Anschluss an die Partie der DRV XV auf Brive im Stade Marcel Deflandre traf. Die WRA hat sich mit Eric über die ersten Wochen in La Rochelle unterhalten.

WRA: Eric, hinter dir liegen einige turbulente Wochen. Der Umzug nach La Rochelle, der direkte Trainingseinstieg mit der 1. Mannschaft und dann als Krönung das erste Spiel vor fast 15.000 Zuschauern im heimischen Stadion. Wie kam es zu diesem Raketenstart?

Eric Marks: In den letzten Wochen ist in der Tat sehr viel passiert und das ich schon nach wenigen Wochen das erste Mal im Kader der 1. Mannschaft stehen würde, das hätte ich wirklich nie erwartet. Das Debüt vor heimischem Publikum in einem fast ausverkauften Stadion geben zu dürfen, auch wenn es nur wenige Minuten auf dem Platz waren, ist natürlich noch umso schöner.

WRA: Du bist nun also seit dem 1. Juli in der Espoirs von Stade Rochelais unter Vertrag. Wie kam der Kontakt zu Stande?

Eric Marks: Die Trainer wurden vergangenen Herbst auf mich aufmerksam, als ich derer Meinung nach eine gute Leistung im Testspiel gegen La Rochelle zeigte. Daraufhin wurde ich zu einem einwöchigen Probetraining eingeladen und konnte dort überzeugen, weshalb ich nun in den kommenden drei Jahren für die Espoirs von Stade Rochelais auflaufen werde.

WRA: Dein Testspieldebüt kam dennoch für alle überraschend – auch für dich selbst. Wie kam es dazu?

Eric Marks: Nun ja, als ich hier ankam hatte die Espoirs noch rund 3 Wochen Sommerpause, weshalb ich von Anfang an mit der 1. Mannschaft trainieren durfte. Doch auch nach dem Start der Espoirs sollte ich weiterhin bei den Herren dabei bleiben, da noch einige Spieler verletzt waren oder erst verspätet ins Training eingestiegen sind. Als ich dann in der letzten Woche immer noch nicht mit der Nachwuchsmannschaft trainieren sollte, wurde mir so langsam klar, dass ich eventuell doch gegen Brive spielen könnte. Am Tag vor dem Spiel stand mein Name dann tatsächlich im Testspielkader.

WRA: So ein Start weckt natürlich Hoffnungen. Was sind deine persönlichen Ziele für die kommende Saison?

Eric Marks: Natürlich macht so ein Einsatz Lust auf mehr, jedoch sehe ich das ganze realistisch. Einige Spieler auf meiner Position haben vergangene Woche noch gefehlt, sodass ich mich nun erstmal in der Espoirs beweisen möchte. Der Sprung von der 2. Liga in Aachen, auch wenn ich schon für die Nationalmannschaft und den HRK im Challenge Cup gespielt habe, ist riesig, weshalb ich mich an das hohe Tempo und die hohen technischen Anforderungen erst noch gewöhnen muss. Klar wäre es ein Traum bereits in meinem ersten Jahr auch einmal in die TOP 14 schnuppern zu können, gute Leistungen in der Espoirs haben jedoch erst einmal Priorität.

WRA: Du hast diesen krassen Sprung von deinem Heimatverein RC Aachen hin zu Stade Rochelais eben selbst angesprochen, bist aufgrund deiner Einsätze für die DRV XV jedoch auch schon höheres Niveau gewohnt. Was ist deiner Meinung nach der größte Unterschied?

Eric Marks: Meiner Meinung nach macht die Intensität und Schnelligkeit einen großen Unterschied, aber auch die detaillierte Arbeit an technischen Aspekten habe ich bis jetzt in dieser Weise noch nicht erlebt. In einem professionellen Klub ist dies natürlich auch leichter umzusetzen, da man hier ja wirklich die Zeit hat, die im Training in Deutschland fehlt. Die Tatsache, dass die Trainingseinheiten auf dem Rugbyfeld fast nie länger als 60 Minuten dauern, hat mich aber dennoch ein wenig überrascht.

WRA: Am kommenden Freitag geht es für die DRV XV bereits gegen Straßburg zum nächsten Testspiel. Stade Rochelais spielt jedoch gleichzeitig ein weiteres Testspiel gegen Bordeaux. Wo werden wir dich erleben dürfen und machst du dir in diesem Zusammenhang sorgen um deine Freigabe für die anstehenden Länderspiele im November und Frühjahr 2017?

Eric Marks:  Für die Länderspiele hoffe ich natürlich freigestellt zu werden, jedoch muss ich mich auch erstmal mit guten Leistungen für beide Kader empfehlen. So oder so freue ich mich auf die kommende Saison, sowohl mit dem DRV als auch mit Stade Rochelais!