Der Deutsche Rugby-Verband in Person von Colin Grzanna, im DRV Cheftrainer für Athletik und Medizin, möchte aus gegebenem Anlass die aktuellen Informationen übermitteln.

Wir werden weiterhin die Situation analysieren und entsprechende Empfehlungen für die kommende Zeit aktualisieren. (Aktueller Stand: 10.03.2020)

UPDATE 11.03.2020: Mittlerweile hat der DRV den kompletten Spielbetrieb ausgesetzt!!! (https://www.rugby-verband.de/information-spielbetrieb-ausgesetzt/)

Aktuelle Lage
Das Corona-Virus breitet sich aktuell in einer noch überschaubaren Geschwindigkeit aus. Was sich jedoch deutlich schneller ausbreitet sind Verunsicherung und Angst.

Auch den Deutschen Rugby-Verband erreichen zunehmend viele Anfragen bezüglich Spielabsagen oder Anfragen in Bezug auf den Umgang mit Spielen gegen Mannschaften aus vermehrt betroffenen Regionen.

Fakt ist, das Virus breitet sich weiterhin aus und die „Gefahr“ wurde damit noch nicht abgewendet. Eine expontentielle Ausbreitung mit sprunghaftem Anstieg MUSS abgewendet werden.

Fakt ist, dass die Wahrscheinlichkeit für junge und gesunde Menschen – das betone ich hier erneut – am Virus wirklich ernsthaft zu erkranken, weiterhin als gering eingeschätzt werden muss. Viel größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass junge Gesunde zu symptomlosen Trägern werden, was die Situation für Risikogruppen potenziell verschärft.

Es gilt, die Epidemie zum Schutz der Risikogruppen durch entsprechende Maßnahmen einzudämmen und dadurch aufzuhalten.

 

Corona1003 - Corona-Epidemie: Update 10. März

Empfehlungen der Bundesregierung/ Lokale Gesundheitsämter
Derzeitig empfiehlt Bundesgesundheitsminister Spahn, Großveranstaltungen mit Teilnehmerzahlen über 1000 Personen abzusagen/ zu verschieben. Auch weiten sich die Empfehlungen mittlerweile auf Veranstaltungen unter 1000 Personen aus.

Auch lokale Gesundheitsämter haben bis dato für Sportveranstaltungen KEINE Verbote ausgesprochen. Die Stadt Heidelberg hat heute diesbezüglich ein Update verfasst, in dem öffentliche Sportplätze, Bäder und Hallen vorerst offen bleiben.

 Diese Zahl kann und wird sich nach meiner Einschätzung und durch zahlreiche Gespräche in den nächsten Tagen (noch nach unten) verändern.

Der Deutsche Rugby-Verband ordnet zunächst KEINE Spielabsagen an (*), sondern rät vielmehr zu einem besonnenen und informierten Umgang mit der aktuellen Situation. Aus den derzeitigen Informationen des Robert-Koch-Institut und lokalen Gesundheitsämter.

Auf Grund der uns vorliegenden Informationen ergeben sich nun folgende Empfehlungen:

EMPFEHLUNGEN

Länderspiel Deutschland – Litauen

Zum aktuellen Zeitpunkt wurde bereits mit Rugby Europe kommuniziert, dass uns o.g. Empfehlungen der Bundesregierung vorliegen. Diese nehmen wir ernst. Sollte sich die Lage weiterhin verschärfen, gibt es insgesamt vier (4) mögliche Szenarien:

  1. Spielen Sie wie geplant und ohne Zuschauerbeschränkungen (unwahrscheinlich)
  2. Planmäßiges Spiel mit einer Begrenzung der Zuschauerzahl entsprechend den Entscheidungen der lokalen oder nationalen Behörden (noch möglich)
  3. Spielen Sie wie geplant hinter verschlossenen Türen entsprechend den Entscheidungen der lokalen oder nationalen Behörden (wahrscheinlich)
  4. Das Spiel verschieben, wenn die lokalen oder nationalen Behörden dies beschließen (derzeit unwahrscheinlich).

Allgemeine Empfehlungen für Clubs/ Wettbewerbe
Derzeit liegen uns keine Empfehlungen zu Spielabsagen vor. Nichtsdestotrotz raten wir zu folgendem Vorgehen:

  • Kontaktaufnahme zu Gesundheitsämtern der Region (Spielort) sollte im Vorfeld der Anreise der Teilnehmer*innen geschehen. Zuständig ist das Gesundheitsamt des Landkreises, in dem die Veranstaltung stattfindet. Über diesen Link können Sie das zuständige Gesundheitsamt ermitteln.
  • Gegebenenfalls wird über das Gesundheitsamt eine Quarantänemaßnahme und / oder eine Testung veranlasst. Solchen Vorgaben ist dann verpflichtend Folge zu leisten.
  • Zudem ist das Zuschaueraufkommen zu berücksichtigen. Mit wenigen Zuschauern ist ein Wettkampf eher möglich als mit vielen Zuschauern. Auch hier gilt es, bestmöglich das zuständige Gesundheitsamt zu befragen, um Klärung und Absicherung zu erreichen.
  • Spiele die grenzüberschreitend sind (Beispiel Luxemburg), sollten vermieden werden. Hier gibt es eine klare und deutliche Empfehlung seitens des Gesundheitsamtes in Heidelberg.

https://tools.rki.de/PLZTool/

Austragung von Bundesliga-Spielen
Der Deutsche Rugby-Verband rät auf Grund des nicht überschaubaren Risikos von einer Teilnahme an Spielen und Austragung von Spielen in Risikogebieten ab.

Auch wie oben genannt, raten wir dringend von grenzüberschreitenden Spielen ab.

Aussicht
Die Situation in Deutschland scheint derzeit eine noch lineare und nicht exponentielle Entwicklung zu durchlaufen. Das ist zwar zum einen auf Grund der steigenden Fallzahlen nicht gut. Auf Grund der eingeschlagenen Maßnahmen gibt es aber derzeit noch keine exponentielle Vermehrung mit schlagartigem, unkontrollierbaren Anstieg.

Der Deutsche Rugby-Verband wird die Lage entsprechend der Empfehlungen von DOSB und Robert-Koch-Institut (RKI) beobachten und an seine Mitglieder kommunizieren.

Ich betone, wie in jedem Update, dass die aktuellen Maßnahmen ein Kollektivschutz darstellen, heißt, wir möchten die Übertragungs- und Ausbreitungsraten eindämmen ja sogar verlangsamen, damit Risikogruppen geschützt sind, d.h. es soll verhindert werden, dass plötzlich eine riesige Anzahl an Menschen durch den Erreger, Atemwegskomplikationen und potenzielle Superinfektionen krankenhaus- und/oder beatmungspflichtig werden, es aber durch einen Ressourcenmangel sowohl an Geräten als auch Bettenkapzitäten entsteht.

Menschen, die zu Risikogruppen gehören wird eine Pneumokokken-Impfung empfohlen.

Für weitere tagesaktuelle Informationen ist die umfängliche Webs-ite des RKI empfehlenswert:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZU SARS-CoV-2 (COVID 19)

Allgemeine Empfehlungen

  • Menschen mit unspezifischen Symptomen sollten sich umgehend bei einem Arzt mit entsprechender infektiologischer Erfahrung melden.
  • Spieler mit Infektzeichen müssen vom aktuellen Spiel- und Trainingsbetrieb ausgeschlossen werden.
  • Einhaltung von Basis-Hygienemaßnahmen mit Verzicht auf Händeschütteln und regelmäßigem Händewaschen mit Seife (Desinfektion alleine ist nicht so effektiv, wie die mechanische Reinigung).

Übertragungswege
Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Das Virus wurde aber auch in anderen Körperflüssigkeiten und Körperhöhlen nachgewiesen, weshalb auch eine Infektion über Aerosole möglich ist.

Dies kann direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

Auch leicht Infizierte ohne offensichtliche Infektionssymptome können den Erreger übertragen.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tage betragen kann, im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage. (Quelle: RKI)

Symptome
Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus führt der WHO zufolge zu Symptomen wie Fieber, trockenem Husten und Abgeschlagenheit, in China wurden bei einigen Patienten auch Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost berichtet. Einige Betroffene litten an Übelkeit, einer verstopften Nase und Durchfall (Quelle: RKI)

Risikogruppen
Bei dem COVID-19-Ausbruch in China lag der WHO zufolge das Alter der Betroffenen im Mittel bei 51 Jahren, gut Dreiviertel der Fälle trat in der Altersgruppe der 30- bis 69-Jährigen auf. Schwangere scheinen KEIN erhöhtes Risiko zu haben, am Coronavirus zu erkranken. Ebenfalls haben Kinder- und Säugline KEIN erhöhtes Risiko am Corona-Virus zu erkranken sondern sind in den beschriebenen Fällen asymptomatische Träger des Virus (asymptomatisch aber trotzdem potenziell ansteckend!!)

(Quelle: RKI).

Schutz vor Übertragung

Husten- und Nies-Etikette, gute Händehygiene (regelmäßiges Händewaschen mit einer Dauer von 20-30s) sowie Abstand zu Erkrankten (ca. 1 bis 2 Meter) schützen auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten.

Ich wünsche allen gute Gesundheit.

Colin Grzanna

Head of Physical Performance – Cheftrainer Athletik/Medizin
Deutscher Rugby-Verband