Die deutsche 7er-Rugbynationalmannschaft ist bereits in Hong Kong angekommen, wo sie ab Freitag (5. April) einen neuerlichen Anlauf auf die Qualifikation zur World Rugby Sevens Series unternehmen wird. In den beiden vergangenen Jahren war man jeweils im Finale, also praktisch noch im letzten Moment an der Qualifikation zu der insgesamt zehn Turniere umfassenden Serie der weltbesten Teams gescheitert. Diesmal – so unterstreicht es Bundestrainer Vuyolwetu Zangqa (Foto: Jürgen Kessler), ehemals selbst Weltklasse-7er-Rugbyspieler Südafrikas – sei das Wolfpack absolut bereit dazu, den Sprung unter die besten 15 der Welt zu schaffen.

Vuyo, der Kader hat eine intensive Vorbereitung absolviert mit mehreren Trainingscamps und diversen Turnieren und Testspielen. Wie zufrieden sind Sie mit dem Leistungsstand des Teams nach dieser Vorbereitung?
Die Vorbereitung war wirklich großartig. Wir hatten zwei große Trainingslager in Südafrika und Spanien. Wir hatten Spiele gegen Irland, Uruguay oder die SA Academy in Südafrika und wir haben in Madrid gegen Spanien gespielt. Glücklicherweise hatten wir nicht mit nennenswerten Verletzungen zu kämpfen. Und jetzt habe ich das Gefühl, dass wir auf die Herausforderung in Hong Kong sehr gut vorbereitet sind.

Worauf lag in den letzten Wochen und Monaten der Fokus für das Team? In den letzten Jahren fehlte ja nicht viel zum Sprung in der Weltserie.
Es ging hauptsächlich darum, unser Spiel in höchstem Tempo durchziehen zu können, um sicherzugehen, dass wir mit den besten Teams mithalten können. Wir haben es geschafft, das auch effektiv zu tun. Jetzt liegt es schlussendlich an den Spielern zu zeigen, was sie können.

Im Vergleich zum letzten Jahr gab es im Kader für Hong Kong einige Veränderungen. Anhand welcher Aspekte haben Sie das Team zusammengestellt?
Ich bin ausgesprochen zufrieden mit unserer Auswahl und dem Mix, den wir in der Mannschaft haben. Ich bin überzeugt, das ist das beste Team, das wir hätten auswählen können – und es ist aus meiner Sicht definitiv besser als das im letzten Jahr. Wir haben fünf Stürmer, sechs Mann in der Hintermannschaft und mit Tim Biniak einen variabel einsetzbaren Spieler. Es gab ein paar kleinere Schwierigkeiten, die dafür gesorgt haben, dass Spieler nicht an Maßnahmen teilnehmen konnten. Das ist schade, aber ich bleibe dabei: Wir haben das bestmögliche Team nominiert.

Ein kurzer Blick auf die Gegner in Hong Kong: Was erwartet das Wolfpack?
Grundsätzlich betrachten wir alle Gegner gleich, und wir wissen genau, was uns abverlangt wird. Aber es wäre unfair, Vorrundengegner Chile nicht etwas hervorzuheben. Das war in der Vergangenheit immer ein sehr starker Gegner, und es hat sich kürzlich auf der Weltserie in Las Vegas und Vancouver gut präsentiert. Aber schon unser erstes Gruppenspiel gegen Uganda wird eine Herausforderung, immerhin haben sie es letztes Jahr auch ins Viertelfinale geschafft. Was dann nach den Poolspielen passiert, wird auch davon abhängen, wer gut regeneriert, wer die Spielzeit gut verteilt und natürlich davon, wer den meisten Biss und die größte Motivation hat, in der Saison 2019/2020 auf der World Rugby Sevens Series zu spielen.

Und was macht Sie so zuversichtlich, dass das Wolfpack es in diesem Jahr endlich schafft, den letzten Schritt in die Top-15 zu gehen?
Wir sind absolut bereit dafür. Die Jungs wissen, dass es nicht genug ist, einmal pro Jahr in Hong Kong zu spielen nicht ausreicht, um einen bleibenden Fußabdruck in der Geschichte des deutschen Rugby zu hinterlassen. Dafür braucht es mehr, und die Qualifikation zur World Series ist der erste Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.

Was steht jetzt noch auf dem Programm bis zum ersten Ankick in Hong Kong?
Wir haben eine eher ruhige Woche geplant. Wir haben alles getan, was möglich war. Wir müssen jetzt nur noch unsere starter plays schärfen, dann da rausgehen und performen. Wir haben noch ein Trainingsspiel gegen Portugal, die hier als 16. Team im World-Series-Turnier spielen werden.