Der Sportdirektor der Deutschen Rugby-Jugend Ferdinand Sacksofsky wird auf dem Deutschen Rugby-Jugendtag (DRJT) im Juli in Hannover auf eigenen Wunsch vorzeitig aus dem Amt ausscheiden. Das Präsidium der DRJ konnte für diese Funktion Björn Frommann gewinnen. Er wird auf dem DRJT für die Position des Sportdirektors kandidieren. Wir haben mit ihm über seine Person sowie seine Ziele und Beweggründe gesprochen.

Björn kannst du unseren Lesern etwas über dich persönlich schreiben? Wer bist du? Was machst du?
Sehr gerne. Mein Name ist Björn Frommann, ich bin 38 Jahre alt und komme ursprünglich aus Braunschweig. Ich lebe mit meiner Familie in Berlin und bin als Lehrer und Schulberater tätig.

Welche Verbindung hast du zum Rugby-Sport?
Zum Rugby bin ich übers Studium gekommen und habe mittlerweile eine Vielfalt an Tätigkeiten in dieser wunderbaren Sportart ausgeübt. Schon während meiner aktiven Zeit habe ich mich für die Trainertätigkeit interessiert. Ich besitze die DOSB A-Trainerlizenz und die WR Level 2 Trainerlizenz. Ich war Trainer in Braunschweig mit dem verbundenen Aufstieg in die 2. Bundesliga (altes System). Ich war mehrere Jahre in Berlin als Stützpunkttrainer und Sportwart tätig und mitverantwortlich für den Aufbau eines Stützpunktsystems. Ich habe U18 Mannschaften auf Landesverbandsebene betreut (Niedersachsen und Berlin), Schul-AGs betreut (Bremen und Groß Ilsede) und die Rugbyabteilung in Braunschweig ein paar Jahre auch geleitet.

Nun hast du dich entschieden in der Deutschen Rugby-Jugend (DRJ) mitzuarbeiten. Was waren deine Beweggründe?
Ich bewerbe mich für die kommisarische Position des Sportdirektors in der DRJ, da ich dem Rugby etwas zurückgeben möchte und ich die Zukunft des Sports in Deutschland mitgestalten möchte. Die U-Nationalmannschaften mit ihren tollen Trainern, Managern und Betreuern leisten tolle und erfolgreiche Arbeit mit den wenigen Mitteln, die zur Verfügung stehen. Ich hoffe, dass ich sie unterstützen kann.

Welche Ziele hast du dir in der DRJ gesetzt?
Ich möchte ich weiter an den Kommunikationsstrukturen arbeiten, Ideen und Hinweise der Landesverbände aufnehmen und ins Gespräch mit den aktiven Gestaltern im deutschen Rugby kommen. Ein weiteres Ziel ist es den Athletinnen und Athleten eine Perspektive im Rugby nach der U18 aufzuzeigen und einen Weg zu skizzieren wie es von der U16 in die Herren- oder Frauennationalmannschaften geht. Im 7er-Programm gibt es, denke ich, einen guten Weg, aber fürs 15er Rugby nicht. Und der Sprung von der U18 15er-Nationalmannschaft in die Herren 15er ist zu groß und es müsste Ideen geben eine Zwischenstufe einzubauen.

Welche Herausforderungen siehst du in der Arbeit der Deutschen Rugby-Jugend?
Mir sind die Schwierigkeiten in der Deutschen Rugby-Jugend bewusst. Es gibt zu wenig Mittel und eine zu geringe Spielerdecke und daraus resultierend zu wenige Spiele. Doch wir müssen das Beste daraus machen, alternative Finanzierungswege finden, außerhalb der alten Wege Spiele organisieren und ganz wichtig, den Spaß am Sport nicht vergessen.

Zum Abschluss, wo siehst du die DRJ in fünf Jahren?
Ich hoffe, dass die DRJ in fünf Jahren im U18 Bereich weiterhin oben mitspielt, die U16 Nationalmannschaft zwei Spiele im Jahr mehr hat, eine Vernetzung mit dem Herrenbereich sich einstellt und die Zahlen im Nachwuchsbereich steigen. Ich möchte gerne ein Teil davon sein.

(Text: DRJ)