Sehr geehrte Sportkollegen,

ich schreibe euch diese Zeilen an meinem letzten Tag als CEO für den Deutschen Rugby-Verband. Es ist für mich sehr enttäuschend, dass meine Zeit in dieser Funktion so kurz war. Aber wie viele von euch wissen werden, ist die aktuelle finanzielle Situation sowohl für den DRV als auch für die Vorstände persönlich sehr unglücklich. Unsere Bemühungen, neue Mittel zu beschaffen, wurden enorm beeinträchtigt, da es einige nicht hilfreiche Verhaltensweisen gab, die Robin bereits angesprochen hatte. Ich glaube jedoch, dass unsere weitreichenden Analysen der organisatorischen und finanziellen Faktoren den DRV in eine bessere Position bringen wird. Die Prüfung der DRV- und DRM-Konten für 2017 und 2018 ist nahezu abgeschlossen, und ich bin sicher, dass das Präsidium bestrebt sein wird, das Ergebnis mit euch allen in angemessener Weise zu teilen. Ich kann euch auch versichern, dass wir den Budgetierungsprozess, der beim DRT kommuniziert wird, sowie ein detailliertes Cashflow-Management und eine detaillierte Analyse abgeschlossen haben. Kurz gesagt: Ich hoffe, dass mein Vermächtnis für das deutsche Rugby darin besteht, die Funktionsweise der Organisation in den Mittelpunkt zu stellen und die Transparenz für die Rugbyfamilie zu verbessern.

Mit Blick auf die Zukunft glaube ich, dass es viel besser werden wird. Ich habe mit älteren Mitgliedern gesprochen, die das deutsche Rugby sehr gut verstehen und bereit sein könnten, Führungsaufgaben im DRV zu übernehmen. Mit ihrer Erfahrung, ihrem persönlichen Erfolg und ihren Netzwerken sowie ihrem Engagement für die Werte des Rugbysports denke ich, dass Deutschland eine viel versprechende Zukunft vor sich hat. Es ist definitiv Zeit für Veränderungen, und wenn mein Hauptbeitrag für den DRV darin bestand, dies auszulösen, dann kann ich glücklich sein.

Ich möchte meine abschließenden Bemerkungen nicht über die Organisation, sondern über das Rugby, die Spieler, Trainer, Mitarbeiter, Unterstützer und Helfer machen. Über die Menschen, die einen Großteil ihrer persönlichen Zeit diesem fantastischen Sport widmen.

Ich hatte das Privileg, in den letzten zehn Monaten viel Zeit mit unseren 15er- und 7er-Nationalspielern zu verbringen. Ich fühle mich geehrt, den Spielern der Schwarzen Adler bei der Vorbereitung und Teilnahme an den Spielen gegen Hongkong, Kanada, Kenia, Belgien, Rumänien, Spanien und Portugal geholfen zu haben. Ich war bei unserem 7er-Team in Uruguay, Chile und Südafrika und habe gesehen, wie nahe wir dem Sieg in Hongkong kamen. Ich konnte auch bei der Vorbereitung und dem Spiel gegen Russland mit unseren DRV-Damen dabei sein. Ich habe Zeit mit über 100 Nationalspielern verbracht, die ihren Körper für Deutschland aufs Spiel gesetzt haben, entschlossen und dem Erfolg verpflichtet. Ich kann mich nicht erinnern, wie oft ich im Huddle dabei war – Hände in der Mitte, das kollektive Brüllen von „Deutschland“. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals eine Gruppe von Menschen gesehen habe, die so bereit waren, bis zum letzten Pfiff zu kämpfen und als Team zusammenzuhalten. Ich bin stolz darauf, gemeinsam Rugby für Deutschland zu spielen.

Ich möchte jedem einzelnen dieser Akteure und den Menschen danken, die sie wirklich unterstützen. Ihr seid, worum es beim Rugby geht. Ich bin so stolz darauf, dass ich diese Zeit auf dem Platz mit euch allen teilen konnte. Vielen Dank!

Viel Glück in Zukunft. One Rugby. Einheit.

Kieran Lees
Vorstandvorsitzender

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Dear Sports Colleagues,

I write this email to you on my last day as the CEO for German Rugby. It is very disappointing for me that my time in this role has been so short, but as many of you will know, the new Vorstand’s discovery of the financial situation in the DRV leaves us personally highly exposed. Our efforts to raise new funding has been impacted enormously be some unhelpful behaviours that have been addressed previously by Robin. However, I believe that our systematic investigation of a range or organisational and financial factors will leave the DRV in a much better place. The audit of the DRV and DRM accounts for 2017 and 2018 is nearly completed, and I am sure that the Präsidium will be keen to share the outcome with you all in the appropriate manner. I can also assure you that we have completed the budgeting process, which will be communicated at the DRT, along with detailed cash flow management and analysis. In short, I hope that my legacy for German Rugby will have been to shine a spotlight on the workings of the organisation, and facilitate transparency for the rugby public.

Looking to the future, I believe that it is going to be much brighter. I have spoken to senior individuals who understand German rugby very well, and may be prepared to take leadership roles in the DRV going forwards. With their experience, personal success and networks, and dedication to the values of rugby, I think that Germany has much to be excited about. It is definitely time for change, and if my main contribution to the DRV was to trigger that, then I can be happy.

I’d like to make my final comments not about the organisation, but about rugby; the players, coaches, staff, supporters and helpers. To the people who dedicate much of their personal time to this fantastic sport.

I have had the privilege to spend a lot of time with our Men’s XVs and 7s players over the last 10 months. I’ve been honoured to have helped the Men’s XVs players prepare and compete in matches against Hong Kong, Canada, Kenya, Belgium, Romania, Spain and Portugal. I’ve been with our 7s team in Uruguay, Chile and South Africa, and watched us come oh-so-close to winning in Hong Kong. I’ve also managed to be with our Ladies’ XVs in their preparation and competition with Russia. I’ve spent time with over 100 national players who put their bodies on the line for Germany, determined and committed to success. I cannot remember how many times I’ve watched – or participated – in the huddle, hands meeting in the middle, to the collective roar of “Deutschland”. I cannot recall EVER seeing any group of people so willing to fight until the very last whistle, sticking together as a team. Proud to play rugby. Proud to play rugby for each other. Proud to play rugby for Germany.

I want to thank every single one of those players and the people that genuinely support them. YOU are what rugby is all about. I’m so proud to have been able to share that time on the pitch with all of you. Thank you.

Good luck with the future. One Rugby. Einheit.