Lange wurde zum Teil heiß diskutiert und zeitweise hart um Positionen gekämpft auf dem wichtigen Außerordentlichen Deutschen Rugbytag 2020 in Heusenstamm. Am Ende stand ein Kompromiss, der den finanziellen Grundbedarf des Deutschen Rugby-Verbandes für 2020 und 2021 abdeckt und es dem Verband ermöglicht, neben dem Weiterbestand des 15er-Nationalteams auch noch einige weitere Maßnahmen anzustoßen beziehungsweise zu erhalten.

„Haben wir uns im vergangenen November noch in einem echten Sturzflug befunden und sind mit dem Verband anschließend durch die zum Teil harten Maßnahmen und Einsparungen in einen leichten Sinkflug übergegangen, so kann man jetzt sagen: Jetzt haben wir die Möglichkeit, wieder leicht zu steigen“, sagte DRV-Präsident Harald Hees. „Ich denke, wir haben einen großen Konsens gefunden, das war eine enorme Leistung. Unser Dank geht an alle Vereine und Landesverbände für die intensive Debatte, aber vor allem für die Kompromissbereitschaft, dank derer wir das deutsche Rugby jetzt wieder auf gesunde Beine stellen können.“

Finanzvorstand Jens Poff: „Ein erster, guter Kompromiss wurde geschafft, die Grundkosten des DRV sind bis 2021 gedeckt, und daneben ist sogar noch etwas mehr möglich. Und wir haben damit die Perspektive, den Verband für die Zukunft wieder gut aufzustellen. Es liegt aber auch noch viel Arbeit vor uns, um bis zum DRT im November gemeinsam mit den Mitgliedern einen Haushalt beziehungsweise eine Finanzordnung zu erarbeiten, die allen gerecht wird.“

Das Stimmungsbild auf dem ADRT war sehr differenziert. Einige Landesverbände und Vereine stemmten sich vehement gegen die eigentlich alternativlosen Veränderungen, andere Vereine wie etwa Stuttgart, Augsburg oder auch Kiel standen auf und brachten zum Teil eigene, umsichtige Kompromissvorschläge ein, die für die Mehrheit der Anwesenden am Ende auch vertretbar waren.

So wurde auf dem ADRT beschlossen, den durchschnittlichen monatlichen Mitgliedsbeitrag von 8,50 Euro vorerst beizubehalten und dafür eine Sonderumlage von jeweils zehn Euro pro Mitglied für 2020 und für 2021 zu erheben. Ein beachtlicher Kompromiss, wie aus dem Verband unisono zu vernehmen ist. Was man aus dem ADRT zudem mitnimmt, ist die Tatsache, dass die Mitglieder die Priorisierung dessen, was mit den Mitteln geschehen muss, dem DRV auferlegen. Die Verbandsführung wird sich also schnellstmöglich zusammenfinden, sich bemühen, die Arbeitsaufträge bestmöglich umzusetzen und eine sinnvolle Verwendung der Ressourcen in die Wege zu leiten.

Fest steht bereits, denn das wurde als klarer Auftrag von den Mitgliedern mitgenommen: Die 15er-Nationalmannschaft der Herren wird weiter für den europäischen Wettbewerb gemeldet. Dazu wird in Kürze eine breit aufgestellte Kommission ins Leben gerufen, die bis zum ordentlichen DRT im November unter Einbeziehung der Mitglieder des DRV ein Konzept für eine neue Beitragsordnung erarbeitet, in der unter anderem die Vereinsgröße sowie das Engagement im Jugendbereich berücksichtigt werden soll.

Diese beiden Anträge wurden von der Mitgliederversammlung mehrheitlich angenommenen: