Nach dem Abstieg aus der Womens Grand Prix Series (WGPS) in die Division A der 7er-Europameisterschaft richten die Spielerinnen, Nationaltrainer Melvine Smith sowie die sportlich Verantwortlichen beim Deutschen Rugby-Verband (DRV) nach vorne. Trotz der durch den Abstieg bedingten finanziellen Kürzungen durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und des Bundesministeriums des Inneren (BMI) ist es der sportlichen Leitung des DRV gelungen, einen vollen Kalender mit zahlreichen Turnieren und Lehrgängen für die 7er-Nationalmannschaft der Frauen für das Rugby-Jahr 2016 zu organisieren. Ziel: der Wiederaufstieg in die Womens Grand Prix Series.

Gegenüber dem DOSB und dem BMI hat der Deutsche Rugby-Verband als oberste Priorität im Frauenrugby den Wiederaufstieg als Ziel genannt. „Dabei aber wir aber auch zum Ausdruck gebracht, dass unsere Hauptkonzentration auf die Jahrgänge gerichtet ist, die das deutsche Rugby bei den Olympischen Spielen 2020 und 2024 vertreten könnten, was unter Umständen in 2016 auch mit sportlichen Rückschlägen verbunden sein kann“, betont DRV-Sportdirektor Volker Himmer. „Obwohl kommendes Jahr das Augenmerk des DOSB, des BMI und des DRV auf der Qualifikation der Nationalmannschaft der Männer für die 7er-Welt-Serie und die Olympischen Spiele in Rio liegt, ist es uns gelungen für die Frauenkader neben den Europameisterschaftsturnieren noch drei internationale Turnier in Gent, Paris und Amsterdam und vier Wochenend-Lehrgangsmaßnahmen im Haushalt unterzubringen“, führt Himmer weiter aus.

Die sportliche Leitung hat dabei Mit Melvine Smith inne. Smith ist der Nachfolger von Michael Hooke, dessen Vertrag der DRV nicht verlängert hat. Die Verantwortlichen des Deutschen Rugby-Verbandes haben somit ihren Worten Taten folgen lassen und beginnen nach dem Abstieg aus der Grand Prix Series und dem Scheitern in der Olympia-Qualifikation mit dem Neuaufbau des 7er-Programms der Frauen. Der gebürtige Südafrikaner Smith freut sich auf die bevorstehenden Aufgaben. „Wir haben talentierte junge Spielerinnen. Gemeinsam mit den erfahrenen Akteurinnen wie Dana Kleine-Grefe, Steffi Gruber und Alysha Stone können wir wieder eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen“, sagt der DRV-Nationaltrainer. Nach seiner Berufung kündigte Melvine Smith auch gleich die Rückkehr der DRV VII in Grand Prix Series an. Dabei verweist er auf den sensationellen dritten Platz der U18 bei der 7er-Europameisterschaft in Belgien und kündigte ein „weiteres aufregendes Jahr“ mit der Nachwuchsauswahl an.

Dabei baut Smith auf die Unterstützung der Landesverbände und kündigt weitere Sichtungslehrgänge an. „Dadurch wollen wir die Trainer vor Ort unterstützen und unsere Philosophie des Siebener-Rugbys vermitteln und aufzeigen, wie sie den nächsten Schritt in der olympischen Variante gehen können. So erhalte ich mehr Möglichkeiten, mehr Spielerinnen zu sichten, die es noch nicht in die Kaderlisten geschafft haben“, betont Melvine Smith. Aber auch der DRV wird weiterhin das Frauen-Rugby direkt unterstützen. Mit diesen Maßnahmen will Melvine Smith die Nachwuchsmannschaft und das Frauenteam sportlich enger verzahnen. Die jungen Spielerinnen sollen dabei besonders von der Erfahrung der etablierten Akteurinnen profitieren. Zudem will Smith gemeinsame Strukturen implementieren, um mit beide Mannschaften auf dem bestmöglichen Niveau zu trainieren – damit der Traum von den olympischen Spielen 2020 in Erfüllung geht.