Mit großer Verwunderung nehmen die Verantwortlichen des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV) den Kommentar eines Redakteurs auf dem regionalen Nachrichtenportal Metropolnews.info mit dem Titel „Rugby: Heidelberger Olympia-Hoffnungen an die Wand gefahren?“ über den angeblichen Niedergang des olympischen 7er-Programmes des DRV zur Kenntnis. Dazu stellt der DRV fest: Der Kommentar spiegelt zwar die Meinung des Autors wieder, entbehrt aber jeglicher Faktengrundlage. Auch das Interview von Dr. Hans-Peter Wild mit der FAZ, auf das sich der Schreiber bezieht, hatte der DRV bereits entsprechend eingeordnet.

Die Stimmung in der Mannschaft sei prächtig, die Spieler arbeiten jeden Tag hochmotiviert an der Erfüllung ihrer für dieses Jahr gesteckten weiteren sportlichen Ziele, stellt DRV-Leistungssportreferent Michael Tuttor, verantwortlich für alle Belange des deutschen 7er-Rugbynationalteams, richtig. Keinen Einfluss auf die Einheiten am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg hätten dabei, trotz gegenteiliger Meinung des Metropolnews-Autors, die gescheiterten Verhandlungen zwischen der Gesellschaft zur Förderung des Rugbysports mbH und dem olympischen Spitzenverband. „Die Strukturen der 7er-Nationalmannschaft haben im Aufbau großartige Unterstützung durch Herrn Dr. Wild und seine Akademie erfahren. Doch seit April 2017 kommt das Programm ohne jegliche finanzielle Unterstützung der WRA/GFR aus, und seit Juli 2017 spielen auch keine Spieler der WRA/GFR mehr im 7er-Programm. Dieser Verlust konnte aber durch die großartige Unterstützung unserer anderen Partner und die noch härtere Arbeit der beteiligten Trainer und Sportler mehr als kompensiert werden. Daher steht die Mannschaft sportlich und organisatorisch so gut da wie noch nie. Das haben die Spieler durch ihre großartigen Auftritte bei den DHL Oktoberfest 7s, bei den Hongkong 7s und zuletzt beim EM-Turnier der Grand Prix Series in Moskau eindrucksvoll untermauert.“

Die Spieler des DRV seien zudem fester Bestandteil des „Team Tokio Metropolregion Rhein-Neckar“. In dieser Funktion nimmt die DRV-Auswahl regelmäßig an öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen mit verschiedenen Partnern teil. Zudem ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zum heutigen Zeitpunkt keineswegs fraglich, wie der Kommentar suggerieren will. Grund: Der Qualifikationsprozess für die Sommerspiele in Fernost hat noch gar nicht begonnen. Michael Tuttor stellt daher fest: „Die Spieler sind nach wie vor zu 100 Prozent darauf fokussiert, für sich und den deutschen Rugby-Sport Großartiges zu leisten.“

7er-Co-Trainer Clemens von Grumbkow ergänzt: „Die Fakten des Kommentars sind schlecht recherchiert. Daher ist es unfair gegenüber unseren Unterstützern wie DOSB, Bundeswehr und Deutsche Sporthilfe zu behaupten, dass unsere Chancen für eine Olympia-Qualifikation gesunken sind. Denn über die vergangenen Jahre haben wir erfolgreich unser 7er-Programm aufgebaut. Anfänglich haben wir dabei von der Unterstützung der Wild Rugby Academy profitiert, doch seit längerer Zeit arbeiten wir personell und finanziell unabhängig von ihr. Daher sind die Aussagen in dem Kommentar zu den Folgen für die deutsche 7er-Nationalmannschaft nach der Trennung zwischen der GFR und dem DRV schlicht falsch.“

„Die Olympiaqualifikation ist weiterhin unser realistisches Ziel. Dabei profitieren wir von den Fördermitteln des Bundes (DOSB), der Deutschen Sporthilfe und zahlreicher weiterer Partner. Die Trennung zwischen der GFR und dem DRV ändert daher nichts an unseren hohen sportlichen Ambitionen. Uns Spieler zeichnet aus, dass wir als Team sehr gut zusammenarbeiten und unser Privatleben zu einem großen Teil den sportlichen Anforderungen hintanstellen. Daher werden wir gemeinsam auch weiterhin alles geben, um uns den Traum von Tokio 2020 zu erfüllen“, betont 7er-Nationalspieler Carlos Soteras-Merz.